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Die Stadt Lüneburg bekommt finanzielle Unterstützung und Personal, damit die Intergration in Kaltenmoor besser gelingen kann. (Foto: t&w)

Geld für Kaltenmoor

Lüneburg. „Wenn Integration gelingen soll, brauchen wir ausreichend Kita-Plätze samt Personal sowie Räume und Ausstattung an den Schulen. Und wir brauchen ausre ichend Sozialarbeiter.“ Fast gebetsmühlenartig wiederholt Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge, Vizepräsident des Niedersächsischen Städtetages, Forderungen wie diese an den Bund und das Land, damit die Kommunen die Zuwanderung wuppen können. Umso mehr freut es ihn, dass jetzt Zuschüsse und Personal für Kitas und Schulen fließen.

Mädge unterstreicht: „Die Erzieherinnen und Lehrkräfte leisten eine wichtige und oft auch schwierige Arbeit an der Basis, um Kindern die Sprache zu vermitteln und sie und ihre Familien bei uns heimisch werden zu lassen. Wir brauchen hier jede Unterstützung, insofern verstehe ich die Förderung vom Land auch als Wertschätzung dieser Arbeit.“ Wie berichtet, gibt es zwei zusätzliche Vollzeitstellen für Schulsozialarbeit in Kaltenmoor, je eine an der Anne-Frank-Schule und an der Integrierten Gesamtschule.

 Stadt erhält rund 660.000 Euro jährlich bis Ende 2018

Darüber hinaus erhält die Stadt rund 660.000 Euro jährlich bis Ende 2018 zur Verbesserung der Qualität in Kitas. Insgesamt können damit zwölf Vollzeitkräfte finanziert werden, vier für die Kita und den Hort Kaltenmoor, je eine für die Kitas Kreideberg, Schützenstraße und Stadtmitte sowie fünf weitere Stellen für Kitas anderer Träger (Diakonie, St. Marien, Awo). Bekanntlich haben Bund und Land zudem 4,2 Millionen Euro Fördermittel aus dem Programm Soziale Integration im Quartier zur Errichtung eines Familienzentrums bewilligt. Der Förderbescheid soll Anfang Oktober übergeben werden.

Für Lüneburgs Sozialdezernentin Pia Steinrücke kommt die Unterstützung aus dem Land gerade recht. Vor allem in der Umsetzung des städtischen Integrationskonzeptes setzt sie darauf, dass zugewanderte Kinder und ihre Eltern so früh wie möglich erreicht und in die Stadtgesellschaft eingebunden werden können. „Unser Ziel ist die Stärkung des Quartiers, die Weiterentwicklung und Verbesserung der sozialen Infrastruktur.“

Gesamtkonzept als Wohn- und Lebensort für alle

Pläne gebe es auch für die Heiligengeistschule, sagt Pia Steinrücke. „Die Stadt hat bei den Verhandlungen mit dem Landkreis zur Übernahme von Integrationskosten eine Stelle für Schulsozialarbeit an der Heiligengeistschule beantragt. Auch dort geht eine hohe Zahl Kinder mit Migrations- und Fluchterfahrung zur Schule.“ Da die Schule in der Innenstadt liegt, komme sie allerdings nicht für das Landesprogramm in Frage, aus dem jetzt die Anne-Frank-Schule und die IGS Unterstützung erhalten. Fest steht auch für Pia Steinrücke: „Die beste Integration ist gute Bildung. Das beginnt in Kita und Grundschule. Dort können wir Kinder und ihre Eltern besonders gut erreichen.“

In Kaltenmoor leben mehr als zehntausend Menschen aus vielen Nationen. Lüneburgs größter Stadtteil ist zugleich auch der mit dem höchsten Anteil von Kindern und Jugendlichen. Den Neubau des Familienzentrums in Kaltenmoor und die Idee dahinter sieht sie als ersten Baustein für ein neues Gesamtkonzept unter dem Titel „Kaltenmoor – Wohn- und Lebensort für alle“. Ziel sei es, gerade auch jene zu erreichen, die sich womöglich abgehängt fühlen. Weitere Schritte seien der Umbau von Hort und Kita, die Neu-Ausrichtung der Ganztagsbetreuung, eine neue Konzeption für die offene Kinder- und Jugendarbeit ebenso wie für die Arbeit des Bürgertreffs. sp