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Beim Erntedankgottesdienst am Sonntag, 1. Oktober, um 16 Uhr in der Reinstorfer Kirche wird Pastor Renald Morié von Superintendent Christian Cordes offiziell verabschiedet und entpflichtet. (Foto: cm)

Pastor Renald Morié verlässt Reinstorf: „Es war eine perfekte Zeit“

Reinstorf. Er ist ein Ausnahmepastor und hat in der Gemeinde und der Kirchengemeinde Reins­torf so viel bewegt wie kaum jemand zuvor. Doch jetzt geht Renald Morié. Nach über 20 Jahren als Gemeindepastor mit einer Dienstzeit rund um die Uhr will der 51-Jährige es nun ein bisschen ruhiger angehen lassen. Er wird Schulpastor an der Herderschule in Lüneburg und Leiter der religionspädagogischen Arbeitsgemeinschaft im Kirchenkreis. Am kommenden Sonntag, 1. Oktober, wird Pastor Renald Morié ab 16 Uhr beim Erntedankgottesdienst in Reinstorf offiziell verabschiedet.

„Es gibt eigentlich keinen Grund, hier weg zu gehen“, sagt Morié. „Es gibt hier so viele tolle Menschen, diese Gemeinde ist wie eine Familie für mich.“ Deshalb habe er auch lange überlegt, bevor er sich für den neuen Job entschied. „Da kann ich mich auf eine Sache konzentrieren“, sagt er. Nämlich auf die Arbeit mit Jugendlichen und darauf, anderen Pastoren das Handwerkszeug für diese Arbeit zu vermitteln.

„Er hat da ein ganz besonderes Talent“

Denn das ist eine besondere Stärke Moriés: der Umgang mit den Jugendlichen. „Er hat da ein ganz besonderes Talent“, sagt der Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Frank Hagedorn. „Er hat die Jugend auf einer Ebene erreicht, die einfach unvorstellbar ist.“

Mit zwei Teamern hatte Morié vor sieben Jahren in Reins­torf angefangen. Heute sind es 40 und ein fest eingespieltes Team, das Arbeit mit den Konfirmanden in der nächsten Zeit selbst übernimmt. „Es ist wie ein Wunder für mich, dass all diese Jugendlichen bei allen Verpflichtungen, die sie sonst noch haben, ihre Freizeit mit so viel Energie und Leidenschaft zur Verfügung stellen“, freut sich Morié.

Seine Arbeit mit den Jugendlichen war unkonventionell. Er schlug den Bogen zwischen dem modernen Leben und den traditionellen christlichen Grundwerten mit viel Kreativität und teils extremen Veranstaltungen. „Für manch einen war das schon grenzwertig, aber es hat funktioniert und war lebendig“, so Hagedorn.

„In die Kirche gehe ich nicht, aber der Pastor ist in Ordnung“

Doch nicht nur bei der Jugend hat Morié Meilensteine gesetzt. „Er hat es geschafft, diese schwierige Gemeinde Reinstorf zu befrieden“, findet Hagedorn. „Viele sagen: In die Kirche gehe ich nicht, aber der Pastor ist in Ordnung.“ Er habe das Talent, zu jedem in seiner Sprache sprechen zu können.

Hagedorn vergleicht Morié mit einem Sämann: „Er hat hier eine großartige Saat gelegt“, sagt er. „Wir hatten eine sehr gute Ernte und ich hoffe, er wird die Früchte seiner Leistung in späteren Jahren noch sehen können.“ Bis ein neuer Pastor für Reinstorf gefunden ist, will der Kirchenvorstand einen Pensionär aus dem Ruhestand zurückholen. Hagedorn ist klar, dass die nächste Zeit nicht einfach wird. „Aber wir haben so großes Glück mit Pastor Morié gehabt, dass wir diese Zeit überbrücken können“, betont der Kirchenvorstand. „Es war eine perfekte Zeit und jetzt kommt eine neue.“

Von Claudia Misiek