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Anwohner Roland Peipe erklärt Oberbürgermeister Ulrich Mädge (r.) und Dezernent Markus Moßmann (l.) welche Probleme für Radfahrer er durch die Verkehrsinseln und den Fahrstreifen sieht. Täglich rollen im Durchschnitt 6350 Fahrzeuge hier entlang. Foto: be

Ochtmisser Kirchsteig bleibt offen

Lüneburg. „Am besten rollt gar kein Verkehr mehr über den unteren Teil des Ochtmisser Kirchsteigs“ – die Forderung der Anwohner geht weit. Für Oberbürgermeister Ulrich Mädge zu weit. Er stellte am Freitag klar: Weder eine Sackgasse, noch eine Einbahnstraße oder eben das gänzliche Abriegeln des 450 Meter langen Abschnitts zwischen Herderschule und Kreisel werde es geben: „Das geht aus rechtlichen Gründen nicht.“ Überdies rechnet er mit Klagen von Anwohnern der Straßen, über die Autofahrer ausweichen würden.

Vor einem Jahr war die Verwaltungsspitze schon einmal an die von Senkungen gebeutelte Straße gekommen. Damals hatte man Anregungen von Nachbarn aufgenommen, um den Verkehr zu bremsen: vier weitere Verkehrsinseln, ein markierter Radlerstreifen und ein anderer Asphalt gehörten dazu. Die Bilanz fiel durchwachsen aus.

Einige Kritikpunkte: Die Straße bilde wieder Wellen, die Inseln seien zu kurz und zu instabil, zudem wichen manche über Bürgersteig und Parkstreifen aus, der Asphalt löse sich und sei in Verbindung mit millimeterhohen Markierungen zu laut. Mancher fahre auch zu schnell.

Senkungsprozess „dynamischer als an der Frommestraße“

Die Stadt will Abhilfe schaffen. Bei den Inseln zügig, beim Asphalt werde es zwei, drei Jahre dauern, bis er erneuert werden muss. Dann sollen auch die Radstreifen einfach nur mit Farbe aufgebracht werden.

Der Geologe Thorsten Trapp, der die Senkungen seit Jahren beobachtet, sagt, dass die Erde sich im Zentrum der Abwärtsbewegung langsamer senkt, weniger als 30 Zentimeter pro Jahr statt wie zuvor 50. Gleichwohl ist der Prozess gewaltig: „Dynamischer als an der Frommestraße.“ Eine Ende sei nicht in Sicht. Zur Relation: An einem Messpunkt auf dem Michaelisfriedhof hat der Boden seit 2004 um 1,90 Meter nachgegeben.

Der Ex-Grünen-Politiker und Anwohner Andreas Meihsies hält das Vorgehen der Stadt für nicht ausreichend, zumal weitere Baugebiete in Wienebüttel, Vögelsen und Mechtersen entstehen und wohl mehr Verkehr mit sich bringen: „Die Verwaltung hilft uns nicht, jetzt sind die Parteien im Rat gefordert.“

Von Carlo Eggeling

2 Kommentare

  1. meihsies ex grün, peipe die linke, hand in hand, wie süß. es muss erst untergangsstimmung herrschen, sich näher zu kommen?

  2. Klaus-Dieter zu Bingen

    Meiner Ansicht nach gehört der Ochtmisser Kirchsteig für jeglichen Durchgangsverkehr geschlossen, in welcher Art und Weise auch immer. Und auch das weitere Umfeld, d. h. insbesondere das gesamte Wohngebiet am Kreideberg, sollte von Durchgangsverkehr massiv befreit werden. Dazu gehört es auch, dass die in Lüneburg angebliche als Unwort geltende „Westumgehung“ wieder aufs Tapet gebracht wird. Lüneburg ist eine Stadt, in der man es zulässt, dass eine Autobahn durch ihre Mitte geführt werden soll, ebenso wie eine Güterzugschneise. Dazu sieht man es dann wohl auch als passend an, dass man einen großen Teil des Durchgangsverkehrs durch ein Wohngebiet leitet. Wollen denn in dieser eigentlich doch sehr schönen Stadt die Verantwortlichen eine Stadt für den Verkehr oder eine Stadt für die Menschen schaffen? Liebe Stadtoberen nehmt ein bisschen Vernunft an, werdet sozial und denkt an eure Mitbürger, bevor die Stadt im Verkehr erstickt. Was wollt ihr eigentlich machen, wenn es irgendwann einmal auf der A39 zu einem schweren Unfall mit einer Sperrung kommt und sich dann die ganzen Blechlawinen – einem Eiter gleich – durch unsere Straßen wälzen? Wir Menschen haben doch die Gabe bekommen, vorrausschauend zu denken, wollen wir diese Gabe nicht mehr nutzen?