Donnerstag , 22. Februar 2018
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Anwohner des geplanten Neubaugebietes „Scharnebeck Nord“ wehren sich gegen das Vorhaben der Gemeinde. Vor allem die Zuwegung bereitet ihnen Sorgen. (Foto: phs)

„Eine unzumutbare Belastung“

Scharnebeck. In der Gemeinde Scharnebeck formiert sich Widerstand gegen den ersten Bauabschnitt des geplanten Neubaugebiets „Scharnebeck Nord“. Auf dem Gelände zwischen Echemer Straße und Dr.-Karl-Heinrich-Weg sollen 90 bis 100 Wohneinheiten entstehen, im Süden will die Gemeinde zudem einen Kindergarten für bis zu sechs Gruppen bauen. Anwohnern macht vor allem die Zuwegung in das Baugebiet Sorgen, „rund 100 Unterschriften dagegen haben wir bereits gesammelt“, sagt Anwohnerin Frauke Heinrichs.

Die Pläne für ein Neubaugebiet „Scharnebeck Nord“ gibt es in der Gemeinde Scharnebeck seit mehr als 15 Jahren, Bürgermeister Hans-Georg Führinger (CDU) holte sie nach seinem Amtsantritt Ende 2016 wieder aus der Schublade (siehe unten). Aktuell liegt der Bebauungsplan Nr. 15 im Rahmen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung aus, Bürger und Träger öffentlicher Belange können noch bis 20. Oktober Einwände dagegen vorbringen. Ob und wie das Neubaugebiet dann umgesetzt wird, muss endgültig der Gemeinderat Scharnebeck entscheiden.

Dörflicher Charakter in Gefahr?

Die Anwohner fürchten nun, dass ein Neubaugebiet in der geplanten Form den intakten Naturraum zwischen Echemer Straße und Dr.-Karl-Heinrich-Weg zerstört, der dörfliche Charakter Scharnebecks endgültig verloren geht und der angrenzenden Landwirtschaft auf Dauer ihre Grundlage entzogen wird. Protest formiert sich zudem gegen die Zuwegung. „Der Verkehr soll laut Bebauungsplan über die Straßen Im Fuchsloch und Bardowicker Straße erfolgen“, sagt Anwohnerin Frauke Heinrichs. „Eine unzumutbare Belastung.“

Mehr als 15 Jahre alte Pläne

Hans-Georg Führinger war bereits von 2005 bis 2011 CDU-Bürgermeister der Gemeinde Scharnebeck und hatte in dieser Zeit die Planungen für das Baugebiet „Scharnebeck Nord“ mit vorangetrieben. 2002 und 2003 hatte zunächst die Samtgemeinde den Flächennutzungsplan entsprechend geändert, 2007 dann die Gemeinde den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan beschlossen.

2011 holte dann Rot-Grün die Mehrheit, Dr. Dieter Heidelmann (SPD) verfolgte als Bürgermeister die Entwicklung des Baugebietes „Scharnebeck Nord“ nicht weiter. Die Pläne blieben in der Schublade, bis Führinger Ende 2016 erneut Bürgermeister wurde.

Schon jetzt seien die innerörtlichen Straßen, vor allem die Bardowicker Straße, stark frequentiert. „Wenn das nun auch noch die Zuwegung zu einem Baugebiet mit bis zu 100 Wohneinheiten werden soll, werden Lärm- und Abgasbelastung noch weiter zunehmen, unsere Häuser an Wert verlieren“, sagt Heinrichs. Ihre Forderung: Der Verkehr in das Neubaugebiet sollte von der Kreisstraße 53 (Scharnebeck Richtung Echem) über den Dr.-Karl-Heinrich-Weg erfolgen. „Und damit nicht trotzdem noch alle von der Bardowicker Straße aus in den Dr.-Karl-Heinrich-Weg fahren, muss die Durchfahrt mit einem Poller versperrt werden.“

B-Plan liegt bis 20. Oktober aus

Bürgermeister Führinger kennt die Einwände der Anwohner, hat allerdings nur wenig Verständnis für die Aufregung. „Der Bauausschuss hat sich bereits einstimmig für eine Anbindung an die Kreisstraße ausgesprochen“, erklärt er, „ich selbst bin mit den Verantwortlichen vom Landkreis darüber im Gespräch.“ Zusätzlich sei auch noch eine Anbindung an die Echemer Straße geplant. „Das heißt, das Gebiet wäre über vier Ecken zu erreichen.“

Was Führinger allerdings ablehnt, ist die Sperrung der Zufahrt von der Bardowicker Straße in den Dr.-Karl-Heinrich-Weg mit einem Poller. „Ich persönlich halte das für nicht umsetzbar“, sagt er. Letztlich sei allerdings die Verkehrsfrage noch gar nicht endgültig geklärt. „Das wird noch Gegenstand der Beratung werden.“

Bis zum 20. Oktober liegt der Bebauungsplan noch aus, danach müssen Verwaltung, Planer und Politik die eingegangenen Stellungnahmen abwägen und endgültig entscheiden.

Von Anna Sprockhoff

4 Kommentare

  1. Ein Vorhaben mit Wohnraum für andere Menschen ,bzw. Kitas sind eine „unzumutbare Belastung?“
    Ist es nicht genau das,was ganz Deutschland immer für alle fordert? Und wo soll der Wohnraum für die vielen neu Hinzugekommenen denn herkommen, ohne andere zu vertreiben?
    Den muss man errichten und das nicht auf dem Mond, liebe Lüneburger.

    • tja, wenn man es richtig lesen und verstehen würde, stellt man fest, es geht in erster linie nicht ums bauen, sondern um den drohenden verkehr, der einseitig verlaufen soll und somit unverhältnismäßig anwohner belästigt. umweltverschmutzung nummer eins ist der lärm. auf dem mond hält sich der mangels atmosphäre in grenzen,schmunzeln.

      • Wenn man richtig lesen kann, stellt man fest das es „4“ Zufahrten geben soll, sodaß eine einzige Verbindung und die Anwohner nicht ständig dort überlastet wären.
        Es ist das typische Beispiel der Gutmenschen. Überall-nur nicht bei MIR.

    • Andreas H.
      sie kommen nicht aus der gegend ,oder? scharnebecker sind keine lüneburger. wo sind sie wirklich zuhause?