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Inzwischen ist die letzte der acht Anlagen im Bardowicker Windpark montiert. Nach Ansicht eines Planungsbüros hätten sich auf der Fläche jedoch noch drei Windräder mehr drehen können. Foto: lz/be

Elf statt acht Windenergieanlagen in Bardowick?

Bardowick. Die acht Anlagen des neuen Bardowicker Windparks ragen bereits unübersehbar in den Himmel. Trotzdem musste der Rat des Fleckens Bardowick sich jetzt erneut mit dem Bebauungsplan beschäftigen. Der Grund: Ein Planungsbüro aus Mecklenburg-Vorpommern hatte der Gemeinde eine Rüge erteilt, weil die jetzige Bebauung die Vorrangfläche nicht optimal ausnutze und damit der Bau weiterer Anlagen am Standort verhindert werde. Der Fleckenrat ließ sich davon nicht beeindrucken. Einstimmig wies er die Rüge zurück und lehnte Änderungen an der Planung ab.

Verletzungen von Verfahrensvorschriften

Im Februar dieses Jahres war der Bebauungsplan Nr. 50 „Windenergie Bardowick-West“ in Kraft getreten. Daraufhin hatte sich am 12. April das Planungsbüro G. Schulz aus Moidentin gemeldet und beachtliche Verletzungen von Verfahrensvorschriften sowie Mängel im Abwägungsprozess gerügt. Konkret moniert Planer Günter Schulz, mehrere Grundeigentümer seien gezielt benachteiligt worden, weil sie sich vertraglich nicht an den Bauernverband Nordostniedersachsen (BVNON) gebunden, sondern einen Vertrag über den Bau von Windenergieanlagen (WEA) mit seinem Planungsbüro abgeschlossen hätten.

Nun weise der Bebauungsplan auf diesen Flurstücken keine Anlagenstandorte aus, obwohl technisch drei weitere WEA möglich wären. „Klientelpolitik“ wirft Schulz der Gemeinde vor. Einige Eigentümer würden gezielt in ihren Rechten behindert. „Ein vorhandenes Baurecht wird ersatzlos aufgehoben. Damit handelt es sich um eine Verhinderungsplanung“, heißt es in der Rüge.

Kritik aus Sicht der Politik haltlos

Das sieht man bei der Gemeinde anders. Es gebe „keine Pflicht, dass ein Vorranggebiet für Windenergie maximal ausgenutzt werden muss“, heißt es in der Stellungnahme der Verwaltung. Auch aus Sicht der Politik ist die Kritik haltlos. „Ich kann die Lichter von meinem Schlafzimmer aus sehen. Die Dinger stehen nun mal und keiner wird sie jetzt abreißen“, kommentierte Carsten Peters (CDU), der vermutete: „Hier möchte jemand Geld haben, das ist das eigentliche Ziel. Das sollten wir nicht unterstützen.“

1. Rathmann Gerhard Maack (SPD) fand: „Acht Anlagen reichen vollkommen aus.“ Schon mit dieser Zahl seien schließlich nicht alle Bürger im Dorf einverstanden. Einstimmig sprach sich der Rat gegen Änderungen am Bebauungsplan aus und wies die Vorwürfe als unbegründet zurück.

Auch Hans-Peter Luther kritisiert die Planung für den Bürgerwindpark bekanntlich seit Jahren, aber nicht, weil der Sprecher der Bürgerinitiative „Windkraft in der Samba“ mehr Anlagen am Ortsrand sehen möchte, sondern am liebsten gar keine. Auf Luthers Frage nach dem aktuellen Stand zur Genehmigung des Windparks antwortete Sandra Ahlers vom Bauamt: „Es läuft noch ein Klageverfahren von einem Mitbewerber.“ Der Landkreis Lüneburg habe im Übrigen die Genehmigung nach dem Bundes- Immissionsschutzgesetz erteilt.

Von Ute Klingberg-Strunk

One comment

  1. …Carsten Peters (CDU), der vermutete: „Hier möchte jemand Geld haben, das ist das eigentliche Ziel. Das sollten wir nicht unterstützen.“

    Haben die Eigentümer auf deren Grund und Boden jetzt acht Anlagen stehen kein Geld dafür bekommen?