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So viele Menschen drängeln sich nur einmal im Jahr an der Elbe am Darchauer Fähranleger: Nämlich am Tag der Deutschen Einheit beim jährlichen „Brückenfest.“ Fotos: lz/kre

Darchau: Einheitsfeier erinnert auch an Brückenwunsch

Darchau. Von wegen Feiertag. Fährmann Frank Stoll und seine Kollegen haben alle Hände voll zu tun: Am Anleger in Neu Darchau haben sie eigens ein kleines Kassen häuschen aufgebaut. Hier können die, die zu Fuß auf die Fähre wollen, um so auf die andere Elbseite zu gelangen, den Fahrpreis für die Hin- und Rückfahrt vorab entrichten. Das mit dem Ticket-Verkauf an Land ist eine gute Idee, denn an Bord der Fähre Tanja wären die Fährleute aufgrund des Besucher-Andrangs zweifellos überfordert.

Tag der Deutschen Einheit am Fähranlager

Um die 8000 Besucher werden es am späten Nachmittag sein, die den „Tag der Deutschen Einheit“ am Fähranleger in Darchau feiern. Dort erwartet sie bereits ein buntes Buden-Dorf mit allerlei Unterhaltung. Es gibt Live-Musik, Getränke, Herzhaftes und süße Naschereien. Ein Fest für die ganze Familie eben.

Obwohl das Brückenfest inzwischen von der Gemeinde Amt Neuhaus ausgerichtet wird, fehlt auch der „Förderverein Brücken bauen“ nicht. Seit Jahren schon setzen sich Vorsitzender Jörg Sohst und seine Mitstreiter für den Bau der festen Elbquerung ein – obwohl sich der Lüneburger Kreistag im Sommer 2015 gegen die Brücke ausgesprochen hatte. „Das Fest ist eine gute Gelegenheit, die Menschen aus Ost und West am Tag der Deutschen Einheit zusammenzuführen“, sagt Sohst. Hier können sie gemeinsam feiern und einige schöne Stunden zusammen verbringen.“ Den Wunsch nach einer Brücke über die Elbe habe der Förderverein trotz des Kreistagsbeschlusses vor zwei Jahren aber längst noch nicht beerdigt.

Ost-Nostalgie: Auch die gab es gestern am Fähranleger vereinzelt zu sehen. So wie diese alte „Simson“ mit DDR-Schild.

Neue Möglichkeiten in Sachen Elbbrücke?

Jörg Sohst sucht auch in den neuen Bundesländern nach Mitstreitern und Befürwortern für das Millionenprojekt Elbbrücke. Erst kürzlich habe er dazu ein Gespräch mit dem Landrat des Landkreises Ludwigslust-Parchim geführt. Der Altkreis Ludwigslust gehört bereits seit 2012 zur Metropolregion Hamburg, seit März dieses Jahres gehört auch Parchim mit dazu. Für Sohst tun sich somit mit Blick auf die lang ersehnte Brücke neue Möglichkeiten auf.

„Wir müssen vor allem den drei Landkreisen Lüneburg, Lüchow-Dannenberg und Ludwigslust-Parchim deutlich machen, welche Infrastruktur-Möglichkeiten sich durch den Bau der Brücke ergeben,“ sagt Sohst und fügt hinzu: „Dazu wollen wir Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg für einen finanziellen Beitrag gewinnen.“ Dass auch das Land Niedersachsen gefordert sein wird, weiß Sohst. Sein Ziel: „Der niedersächsische Landtag muss seinen Beschluss zur Deckelung der Bundesmittel nach dem Gemeinde-Verkehrs-Finanzierungs-Gesetz, 75 Prozent bei 45 Millionen Euro, aufheben.“

Ein gefagter Gesprächspartner war der Neuhäuser Unternehmer Manfred Ickert (l.), der vehement den Bau der Brücke fordert.

„Die Brücke muss kommen!“

Der Vorsitzende des Fördervereins geht mit seiner Forderung noch weiter: „Die Regionale Raumordnungsplanung ist abgeschlossen, jetzt muss das Planfeststellungsverfahren für die Brücke eingeleitet werden.“ Und das nicht nur, um eine sichere und feste Verbindung zwischen der Gemeinde Amt Neuhaus und dem Altkreis Lüneburg zu bekommen. Sohst und sein Mitstreiter Wilhelm Kastens denken weiter: „Die Lauenburger Brücke ist sanierungsbedürftig. Nicht auszudenken, wenn auch diese Brücke ausfällt.“ Dann gibt es zwischen Geesthacht und Dömitz nämlich keine feste Elbquerung mehr.“

„Die Brücke muss kommen!“ Das fordert auch Manfred Ickert, Unternehmer aus Neuhaus. Rund 90 Mitarbeiter beschäftigt er in seinem Backbetrieb. Die Elbe sei für ihn – ohne Brücke – fast schon eine Wirtschaftsgrenze. Das Pendeln mit der Fähre sei erstens teuer, zweitens auf Dauer unsicher: Hochwasser, Niedrigwasser, Eisgang, Defekte an der Fähre – „das alles sind Belastungen für Pendler und Unternehmer“, listet Ickert auf.

Dass kein Geld für den Bau da sein soll, um die fehlende Verbindung zwischen Ost und West zu schaffen, kann er sich kaum vorstellen. „Dem Land ging es finanziell noch nie so gut wie jetzt“, mahnt er – „da müssten doch auch Mittel für die Brücke vorhanden sein.“ Aber Ickert ist genauso wie Sohst und Kastens Realist: Und so sagt er auf die Frage, ob er tatsächlich noch an den Brückenbau glaube: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“

Von Klaus Reschke

3 Kommentare

  1. die brücke ist so überflüssig wie ein kropf.

    • Das sehe ich anders Herr Bruns.
      Sie doch:“Brücken verbinden“.
      Und soweit ich weiß, fährt die Fähre nur tagsüber.

    • Die große Masse der AfD-Wähler rechts der Elbe hat uns Nahrstedt mit seinen verdrückten Brückenmanövern eingebrockt.