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Die neue Auffahrt für den Liegendtransport am Erweiterungsbau wird schon teilweise genutzt. Foto: lz/be

Klinikum Lüneburg: Erste Etappe für Erweiterungsbau erreicht

Lüneburg. Die Auffahrt für Liegendtransporte ist bereits seit zwei Monaten fertig, wird teilweise schon von Rettungswagen angefahren. Doch bis der Erweiterungsbau des Lüneburger Klinikums bezugsfertig ist, wird es noch gut ein Jahr dauern. Mit der Fertigstellung des Rohbaus ist nun eine wichtige Etappe erreicht, das wird am kommenden Montag, 9. Oktober, mit dem Richtfest gefeiert.

Land stellt Fördermittel in Aussicht

Rund 50,5 Millionen Euro investiert die Klinikum Lüneburg gGmbH in das Projekt, mit dem das Haus an der Bögelstraße zukunftsfähig aufgestellt wird. Das Land hat Fördermittel in Höhe von rund 38,4 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt war jetzt nach Lüneburg gekommen, um den Fördermittelscheid für den fünften Bauabschnitt in Höhe von 11,4 Millionen Euro an Klinikum-Chef Dr. Michael Moormann und den Ärztlichen Direktor Dr. Jörg Cramer offiziell zu überreichen. Damit hat das Land bisher 35,4 Millionen Euro für das Projekt zugeteilt.

Rundt machte deutlich, dass es die Politik des Sozialministeriums sei, die Entwicklung der Kliniken und damit die Versorgung der Bürger zu stärken. Nicht nur mit Blick auf die stetig wachsenden Patientenzahlen erläuterte Dr. Moormann, dass Krankenhausbau ein fortlaufendes Projekt sei. So bestehe unter anderem noch ein Sanierungsbedarf der Stationen. Die Frauenklinik mit 1700 Geburten pro Jahr bräuchte einen weiteren Kreißsaal und auch die Kinderklinik hätte weitere Bedarfe. Eine Idee sei da ein Mutter-Kind-Zentrum. Für diese und andere Projekte laufen inzwischen Gespräche mit dem Ministerium und der Oberfinanzdirektion.

Sozialministerin Cornelia Rundt besuchte das Klinikum, um offiziell den Fördermittelbescheid für den 5. Bauabschnitt an Dr. Michael Moormann (l.) und Dr. Jörg Cramer zu überreichen. Foto: lz/be

16 000 Quadratmeter mehr

Der Erweiterungsbau umfasst rund 16 000 Quadratmeter Fläche und schließt sich in U-Form an den sogenannten Blauen Planeten an. Auf der Ebene 0 wird die erweiterte Radiologie mit der nuklearmedizinischen Diagnostik einziehen. Die Liegendauffahrt dockt an die Ebene 1 an, wo sich die interdisziplinäre (chirurgische und internistische) Notaufnahme befinden wird. Direkt neben dem Eingang befinden sich zwei auch von außen erreichbare Isolierzimmer für potenziell infektiöse Risikopatienten.

„Außerdem wird es dort auch eine Aufnahmestation mit 18 Betten für Patienten geben, die nachts ins Klinikum kommen und am Morgen darauf entweder wieder entlassen beziehungsweise auf Stationen verlegt werden“, erklärt Moormann. Dadurch sollten Störungen auf den Stationen in der Nacht vermieden werden.

Im Stockwerk darüber befindet sich die neue interdisziplinäre Intensivstation. Während hier schon der Innenausbau läuft, stehen im Raum dahinter noch unzählige Stützpfeiler. Dort soll die Intermediate Care (IMC), zu Deutsch Zwischenpflege, untergebracht werden, die ein Bindeglied zwischen Intensiv- und Normalpflege ist. In die dritte Ebene zieht die Kardiologie, die damit direkt neben dem Herzkatheterlabor angesiedelt ist.

Auf dem Dach sind inzwischen Kälteanlagen installiert, die dafür sorgen, dass Operationssäle und Kreißsaal gut temperiert sind. Die neue gläserne Eingangshalle wird dort entstehen, wo zurzeit noch die Krankentransporte ankommen. Die alte Eingangshalle wird umgebaut zu einer großzügigen Cafeteria mit Außenplätzen.

Von Antje Schäfer

Zahlen und Daten: Klinikum investiert 50,5 Millionen

Der Erweiterungsbau hat 16 000 Quadratmeter Fläche auf vier Ebenen zuzüglich einer Technik-Ebene. 900 Tonnen Baustahl wurden bisher betoniert, 60 Firmen sind am Bau beteiligt. Im Rahmen der Arbeiten mussten Funktions-, Büro- und Lagerräume mit einer Gesamtfläche von 4150 Quadratmetern an neue Standorte im Klinikum umziehen.

Geplante Kosten: 50,5 Millionen Euro, davon fließen als Fördermittel vom Land 38,4 Millionen Euro. Von der Grundsteinlegung bis zur Fertigstellung sind gut zweieinhalb Jahre kalkuliert.

One comment

  1. Hat der Arzt im Foto etwa eine Armbanduhr an? Ist das aus hygienischen Gründen nicht verbunden?