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Die Probebohrung 2013 am Wienebüttler Weg führte den Getränkehersteller erstmals Richtung Vögelsen. Jetzt soll Grundwasser zwischen Vögelsen und Mechtersen gefördert werden. Foto: lz/t&w

Vögelsen: Neuer Anlauf für Brunnen

Vögelsen. Die Gemeinde Vögelsen hatte sich schwergetan, dem Konzern eine kommunale Fläche für einen neuen Förderbrunnen zu verpachten. Jetzt hat sich Coca Cola eine private Fläche gesucht, um seine Pläne umzusetzen. Mitte Oktober ist eine Probebohrung zwischen Vögelsen und Mechtersen geplant sowie ein anschließender Pumpversuch. Geklärt werden soll, ob die Stelle für einen Förderbrunnen zur Getränkeherstellung der „Vio“-Abfüll-Linien geeignet ist.

Das teilte jetzt die Betriebsleitung des Coca Cola-Abfüllwerkes in Lüneburg mit. Kurz bevor der Getränkehersteller Fakten schafft, soll es noch eine öffentliche Informationsveranstaltung geben (siehe Infokasten). Vögelsens Bürgermeisterin Silke Rogge (SPD) zeigt sich derweil erleichtert, dass der Brunnen nicht mehr in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung entstehen soll.

Zuletzt war Coca Cola bei einer Info-Veranstaltung im Februar eine Welle der Ablehnung entgegengeschlagen, als es darum ging, am südlichen Ortsrand von Vögelsen einen Förderbrunnen einzurichten. Bis zu 350 000 Kubikmeter „ursprünglich reinen Grundwassers“ wollte der Konzern dort an seinem dann dritten Brunnenstandort pro Jahr fördern – aus einem Grundwasserleiter, der sich in einer Tiefe von rund 200 Metern befindet.

Kritik kam auch von Anwohnern, die Angst um negative Auswirkungen auf ihre Wohnhäuser in der Nähe hatten. Jetzt hat sich eine neue Situation ergeben und auch die Gemeinde steht nicht mehr in der Verantwortung, über einen Pachtvertrag entscheiden zu müssen. Bürgermeisterin Silke Rogge sagt: „Ich begrüße es sehr, dass die Firma Coca Cola die Sorgen und Ängste der Bürger ernst nimmt und vom Brunnenstandort am Brockwinkler Weg Abstand genommen hat. Jetzt sind sie fündig geworden an einem Standort abseits jeglicher Wohnbebauung.“

Unternehmen und Eigentümer über Kaufvertrag einig

In einer E-Mail erklären Projektleiter Dieter Reckermann und Lüneburgs Betriebsleiter Thorsten Kiehn zur Planung des zusätzlichen Mineralwasserbrunnens: „In den vergangenen Wochen haben wir mögliche Standorte dafür geprüft. Dabei konnten wir im Gebiet zwischen den Gemeinden Vögelsen und Mechtersen eine geeignete Stelle ausmachen. Sie ist über 500 Meter von aktueller und geplanter Bebauung entfernt. Mit dem Eigentümer haben wir uns über einen entsprechenden Kaufvertrag geeinigt.“ Der Standort soll ungefähr auf halber Strecke zwischen Vögelsen und Mechtersen südlich der Kreisstraße 21 liegen.

Weiter heißt es in der E-Mail: „Derzeit planen wir, den ausgewählten Standort ab dem 18. Oktober als Baustelle einzurichten und mit der Probebohrung am 23. Oktober zu beginnen.“ Anschließend sollen ein Pumpversuch und weitere Untersuchungen folgen. „Dann werden wir – in Abstimmung mit der zuständigen Behörde – die nächsten Schritte festlegen.“ Genehmigen muss die Wasserförderung der Landkreis Lüneburg. Zum Verfahren sagt Kreissprecherin Katrin Holzmann: „Eine Probebohrung ist zunächst anzeigepflichtig. Ob es eine wasserrechtliche Erlaubnis geben kann, werden die Ergebnisse der erfolgten Probebohrung zeigen.“

Sollte die Bohrung erfolgreich sein, wird noch eine Trasse für eine schmale Pipeline gesucht, Durchmesser 15 Zentimeter, um das Wasser zum Coca-Cola-Standort im Lüneburger Gewerbegebiet Goseburg zu befördern. „Unser Standort hat sich dank der Beliebtheit von ViO in den vergangenen zehn Jahren sehr positiv entwickelt. Über 220 Menschen aus der Region haben hier ihren Arbeitsplatz. Diesen Erfolg wollen wir sichern und weitere Arbeitsplätze schaffen“, erklären Reckermann und Kiehn.

Von Dennis Thomas

Infoveranstaltung: Probebohrung und Bürgersprechstunden

Einen Tag, bevor die Baustelle eingerichtet wird, planen die Projektverantwortlichen von Coca Cola eine öffentliche Informationsveranstaltung am Dienstag, 17. Oktober, um 17.30 Uhr im Kulturforum Gut Wienebüttel. Betriebsleiter Thorsten Kiehn wird zunächst über die Entwicklung des Produktionsstandortes Lüneburg berichten, dann wird Projektleiter Dieter Reckermann die geplante Probebohrung vorstellen.

Moderiert wird die Informationsveranstaltung von Martin Puscher. Zudem sollen am Standort der Probebohrung selbst Bürgersprechstunden stattfinden am Dienstag und Mittwoch, 24. und 25. Oktober, jeweils zwischen 16.30 Uhr und 18 Uhr. Für Fragen und Anregungen steht weiterhin die E-Mail dialog.brunnenbau@cceag.de zur Verfügung sowie die kostenfreie Rufnummer (0800) 3304530. lz