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Bevor sie zur AfD wechselte, war Patricia Allgayer-Reetze lange Mitglied in der CDU, saß sogar im Vorstand des Kreisverbandes Lüchow-Dannenberg. Foto: nh

Kandidaten zur Landtagswahl/Wahlkreis Elbe: Patricia Allgayer-Reetze (AfD)

Braasche. Es gab Zeiten, da hat Patricia Allgayer-Reetze, die heutige AfD-Landtagskandidatin, Seite an Seite mit dem heutigen CDU-Landtagskandidaten Uwe Dorendo rf und der bisherigen Landtagsabgeordneten Karin Bertholdes-Sandrock (CDU) für Fotos posiert. Alle lachten, Allgayer-Reetze brachte es bis in den Lüchow-Dannenberger CDU-Kreisvorstand. Irgendwann ist ihr das Lachen innerhalb der Christdemokraten vergangen. Schon immer eher am rechten Rand der Partei verortet, fühlte sie sich als durch und durch Konservative in der Partei nicht mehr zu Hause. Schwulen-Ehe, Migration, Euro – es waren Themen wie diese, die sie und die CDU zunehmend auseinander brachten – bis hin zum Bruch.

Zügig fand sie bei der damals noch vor allem euro- und europakritischen Alternative für Deutschland eine neue politische Heimat. Dort fühlte sie sich als Konservative wieder gut repräsentiert. Dass die Partei mehr und mehr nach rechts abdriftete, das sieht die 61-Jährige bis heute anders. Einen Rechtsruck kann oder will sie nicht erkennen. „Wir sprechen unangenehme Themen an, die als rechts tituliert werden und der sich andere Parteien nicht annehmen wollen“, skizziert sie ihre Sicht der Dinge. Natürlich sei sie nicht mit allem und jedem einverstanden, aber in einer Partei sei es wie in einer Familie: Man könne sich die Mitglieder nicht beliebig aussuchen.

Vorsitzende des Dannenberger Kulturrings

Erfolglos ist die gebürtige Bayerin in ihrer neuen politischen Heimat nicht. Sie ist bei der Kommunalwahl erneut im Kreistag gelandet, ist stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Aus dem AfD-Kreisvorstand ist sie dagegen ausgestiegen: „Wegen persönlicher Differenzen.“ Begriffe, die andere als Schimpfworte meinen, wendet sie positiv gewendet auf sich selbst an: Sie sei „Familialist und heteronormativ“. Die „Ehe für alle“ bezeichnet die Hausfrau als „Klamauk“. Sie ärgert sich darüber, dass einige meinten, es gebe keine deutsche Kultur. Die gebe es sehr wohl.

Dass die AfD-Frau Vorsitzende des Dannenberger Kulturrings ist, hat nie zu einer großen Diskussion in der Region geführt, eher zu aufgebrachtem Getuschel hinter vorgehaltener Hand. „Mich persönlich hat darauf noch niemand angesprochen“, betont sie. Sie achte streng auf die Trennung zwischen Kultur und Politik, was auch am Programm des Kulturrings ablesbar sei. Sie vertraue auf die deutsche Verfassung und auf „unsere Rechtsordnung“, denen zufolge niemand aufgrund seiner Parteizugehörigkeit diskriminiert werden dürfe. Sich durch eine solche Diskussion einschüchtern zu lassen, das kommt für sie nicht in Frage.

Für ein längeres Gespräch über den bisherigen Werdegang und Ziele für den Landtag stand Patricia Allgayer-Reetze – anders als die übrigen Kandidaten – aus familiären Gründen nicht zur Verfügung. bp

One comment

  1. Zitat:
    „Wir sprechen unangenehme Themen an, die als rechts tituliert werden und der sich andere Parteien nicht annehmen wollen“, skizziert sie ihre Sicht der Dinge. Natürlich sei sie nicht mit allem und jedem einverstanden, aber in einer Partei sei es wie in einer Familie: Man könne sich die Mitglieder nicht beliebig aussuchen.“

    Genau so ist es.Danke für den Einsatz für Deutschland und uns Bürger, trotz der üblen Anfeindungen der undemokratischen Kritiker.
    Danke dafür!