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Adendorfs Gemeindekämmerer Matthias Gierke (l.) und Bürgermeister Thomas Maack haben so manche Stunde über dem Gemeindehaushalt 2018 „gebrütet“. Foto: be

Gemeinde Adendorf muss sich strecken

Adendorf. Als Adendorfs Gemeindekämmerer Matthias Gierke den Mitgliedern des Rates in einer nichöffentlichen Sitzung den Haushaltsentwurf der Verwaltung für das Jahr 2018 vorstellte, mussten die erst einmal schlucken. Bei Erträgen von 16,67 Millionen Euro und Aufwendungen von 17,74 Millionen Euro hatte Gierke einen Fehlbetrag in Höhe von 1,07 Millionen Euro im Ergebnishaushalt errechnet. Aber Gierke hatte mit spitzem Stift schon weiter gerechnet, den Fehlbetrag auf Null reduziert.

Schon seit diesem Mai sind Matthias Gierke und seine Mitarbeiter bei den Arbeiten für den Haushaltsentwurf 2018, der jetzt in die Ausschüsse des Gemeinderats geht und Anfang Dezember im Gemeinderat verabschiedet werden soll.

Geringe Erträge, höhere Aufwendungen

Die Liste der im Haushaltsentwurf aufgeführten geringeren Erträge und höheren Aufwendungen ist lang. So erwartet Kämmerer Gierke für 2018 um 377.000 Euro höhere Personal- und Vorsorgeaufwendungen, unter anderem auf Grund einer zu erwartenden Tariferhöhung.

Teurer dürfte auch das Gebäudemanagement werden (+129.800 Euro), wo unter anderem vom Landkreis geforderte Brandschutzmaßnahmen an der Sporthalle am Scharnebecker Weg umgesetzt werden müssen. 75.000 Euro sind für die Brückenunterhaltung Köthner Heide eingeplant, 30.000 Euro für eine Bebauungsplanänderung im Papageienweg.

Den Fehlbetrag von 1,07 Millionen Euro will Matthias Gierke durch verschiedene Maßnahmen ausgleichen: Etwa durch Grundstücksverkäufe, die in diesem Jahr geplant waren, aber wohl erst 2018 erfolgen (+267.000 Euro) oder den Einzug von In­frastrukturabgaben, die verschiedene Investoren für von ihnen geplante Bauprojekte zahlen müssen (+300.000 Euro).

„Wir hoffen auch auf eine Senkung des Hebesatzes für die Kreisumlage“, sagt Bürgermeister Thomas Maack. Dies könnte je nach Höhe zwischen 97.000 und 194.000 Euro weniger Ausgaben bedeuten. Schließlich setzen die Adendorfer auch darauf, dass sich das Land über den Kreis stärker an den zwar gemieteten, aber zurzeit nicht genutzten Asylbewerberunterkünften beteiligt (+300.000 Euro).

Das Geld ist knapp, doch die Kommune will investieren

„Wir haben ein Ausgaben-, kein Einnahmenproblem“, betont Matthias Gierke. Bei den erwarteten Einnahmen für 2018 sieht es nämlich gar nicht so schlecht aus. So rechnet er bei der Gewerbesteuer, wo der Hebesatz von 350 auf 400 Prozentpunkte angehoben werden soll, im kommenden Jahr mit Einnahmen von 2,285 Millionen Euro (Ansatz 2017: 2,1 Millionen Euro).

Auch den Gemeindeanteil bei der Einkommensteuer sieht der Kämmerer künftig steigen: Von 5,197 Millionen Euro (Ansatz 2017) auf 5,3 Millionen Euro, die er in der Finanzplanung 2018 vorsieht.

Ungeachtet der schwierigen Haushaltslage will die Gemeinde Adendorf aber auch im kommenden Jahr investieren. Für 2018 sind Investitionen in Höhe von 1,56 Millionen Euro geplant. Darunter sind 600.000 Euro für den Anbau einer Krippengruppe am Scharnebecker Weg, für die es 180.000 Euro vom Land gibt, 180.000 Euro müssen für Arbeiten im Bereich der Entwässerung aufgebracht werden, 150.000 Euro für den Ausbau der Moor-chaussee.

Nicht antasten wollen die Gemeindeverantwortlichen auch die Leistungen, die in dieser Form im Landkreis nur die Gemeinde Adendorf anbietet: das Eisstadion, das Freibad und die Bücherei. Alles in allem kosten diese drei Einrichtungen laut Gemeindekämmerer Gierke die Gemeinde rund 460.000 Euro im Jahr.
Von Ingo Petersen

Gemeinden werden immer stärker belastet

Personalkosten gehen durch die Decke

Immer weiter steigende Verpflichtungen der Gemeinden, vor allem im Bereich der Kindertagesstätten, in die Höhe schnellende Personalkosten. Die Etats der Kommunen sind in den vergangenen Jahren steil gestiegen. Hatte die Gemeinde Adendorf im Jahr 2009 als Aufwendungen im Ergebnishaushalt 12,5 Millionen Euro zu leisten, so sind es jetzt, gerade einmal acht Jahre später, 17,7 Millionen Euro – eine Steigerung von 40 Prozent.

Besonders auffällig sind die Steigerungen im Personalbereich: 2009 gab die Gemeinde für Personal 4,1 Millionen Euro aus. Beschäftigt waren damals bei der Gemeinde 133 Personen. Der Ansatz für 2018 liegt bei 7,05 Millionen Euro, eine Steigerung um 75 Prozent. Bei der Gemeinde beschäftigt sind aktuell etwa 180 Personen.