Aktuell
Home | Lokales | Ochtmisser Kirchsteig: Zusätzliche Schilder und längere Inseln
Vor einem Jahr hatte die Stadt die Verkehrsführung am Ochtmisser Kirchsteig verändert. Nach einer Zwischenbilanz wurden mit Anwohnern nun weitere Schritte verabredet. Unter anderem sollen die Radfahrstreifen künftig anders markiert werden. Foto: lz/t&w

Ochtmisser Kirchsteig: Zusätzliche Schilder und längere Inseln

Lüneburg. Die Stadt hat nach dem Ortstermin am Ochtmisser Kirchsteig vor einer Woche (LZ berichtete) nun weitere Verabredungen mit den Anwohnern getroffen, die Verbesserungen für die von Senkungen gebeutelte Straße bringen sollen. Das soll nun konkret passieren:

1. Wenn der Straßenbelag in ein paar Jahren wieder sanierungsbedürftig ist, wird Kalt-Asphalt verwendet. Wegen der feineren Oberfläche verursachen Autos, die darauf fahren, weniger Lärm. Im vergangenen Jahr stand vor dem Winter keine Firma mehr zur Verfügung, die Kalt-Asphalt aufbringt. Deswegen wurde ein anderes Verfahren angewandt.

2. Die Markierung der Radfahrstreifen wird anschließend lediglich nur noch mit Farbe auf die Straßendecke aufgemalt. Dann halten die Markierungen zwar weniger lange, Kraftfahrzeuge machen beim Darüberfahren aber keine zusätzlichen Geräusche.

3. Die Inseln werden mit Zwischenelementen um 1 bis 1,5 Meter verlängert. Außerdem sollen sie so befüllt werden, dass keine Erde aus ihnen entweicht.

4. Die Verkehrsinsel an der Herderschule, gegenüber von Hausnummer 34, soll ein paar Meter in nördlicher Richtung versetzt werden, sofern die Feuerwehr zustimmt. Eventuell müssen ein bis zwei Parkplätze entfallen, um der Feuerwehr ein Rechtsabbiegen auf das Gelände der Schule zu ermöglichen.

5. Geschwindigkeitsmessungen haben ergeben, dass die Hälfte der Autofahrer im Ochtmisser Kirchsteig nicht schneller als 32 km/h fährt. 85 Prozent fahren langsamer als 40 km/h. Damit liegt dieser Wert um 10 km/h niedriger als noch im vergangenen Jahr. Dennoch sollen weitere zwei Geschwindigkeitsanzeigetafeln zum Einsatz kommen, die die Autofahrer auf ihr Tempo aufmerksam machen. Außerdem sollen Untersuchungsergebnisse zur gefahrenen Geschwindigkeit weiter verfeinert werden.

6. Vorgegebene Höchstgeschwindigkeit im Ochtmisser Kirchsteig ist 20 km/h. Wichtig war den Anwohnern, Auswärtigen zu verdeutlichen, warum dieses Tempo erforderlich ist. Oberbürgermeister Ulrich Mädge versprach deshalb, dass Schilder ‚Achtung: Senkung!‘ aufgestellt werden.

Verworfen hat die Verwaltung dagegen inzwischen wieder die Idee einer Höhenbegrenzung von Lkw. Die Zahl der Fahrzeuge über 3,5 Tonnen Gewicht sei ohnehin zurückgegangen, führte Verkehrsdezernent Markus Moßmann aus. Zudem hätte die Befragung der Anwohner zu diesem Thema kein eindeutiges Ergebnis geliefert. Und schließlich müsse auch ein Verkehr gewahrt bleiben für die Anlieferung von Heizöl, Baustoffen und Möbeln für die Anwohner. Auch AGL- und GfA-Fahrzeuge müssten den Ochtmisser Kirchsteig passieren können. „Die Höhenbegrenzung hat mehr Nach- als Vorteile“, findet Moßmann.

Mädge hatte bekanntlich Forderungen nach einer Sackgassen- oder einer Einbahnstraßenlösung eine Absage erteilt, seine Begründung: „Wenn wir die Straße dichtmachen, wird der Verkehr in andere Straßen verdrängt. Klagen der dortigen Anwohner können wir nicht gewinnen. Und durch Einbahnstraßen wird, weil sie ohne Gegenverkehr sind, schneller gefahren, nicht langsamer.“
Zum Stand der Senkung im Gebiet nahm Geologe Thorsten Trapp Stellung. Danach stehen die Senkungen in keinem Zusammenhang mit dem Straßenverkehr, denn die Lösungsprozesse fänden in mehr als 120 Metern Tiefe statt. 15 Zentimeter senke sich die Erde dadurch zurzeit im gesamten Gebiet im Durchschnitt. Örtlich waren es schon mal bis zu 50 Zentimeter. Ein Ende sei aber nicht in Sicht. „Die Senkung können wir nicht wegdiskutieren“, sagte Mädge.

In einem Jahr will man sich erneut treffen, um zu sehen, wie sich die neu verabredeten Maßnahmen bewährt haben. Wenn es zwischendurch Probleme gibt, schon vorher. sp

One comment

  1. Oh, man fühlt sich am Ochtmisser Kirchsteig durch Lärm, der von langsam fahrenden Autos verursacht wird, belästigt.

    Man möge zu dem Thema Lärm, verursacht durch Vollhonks in dem Straßenzug Thorner Straße, Osptpeußenring, Hallische Straße, Ochtmisser Kirchsteig Fahrtrichtung Ochtmissen eine Lärm- und Geschindigkeitsmessung machen.

    Hier fahren seit längerer Zeit Menschen mit ihrer Potenzverlängerung mit überlauten Auspufftöpfen und wesentlcih überhöhter Geschwindigkeit. Vom Ostpreußenring hört man diese Asphalt-Helden bis Ochtmissenund vermitteln einem das Gefühl an einer Tourensportwagenmeisterschaft teilnehmen zu müssen. Das ist ein Problem auf den Straßen des Kreidebergs.