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Am Küchentisch seiner WG denkt und arbeitet Alexander Schwake am liebsten, wenn er zu Hause ist. Foto: lz/t&w

Kandidaten zur Landtagswahl/Wahlkreis Lüneburg: Alexander Schwake (CDU)

Lüneburg. Wer Alexander Schwake zum ersten Mal in seiner Wohnung besucht, muss sich seinen Weg zuerst durch ein übervolles Türklingelschildgewimmel bahnen. Der Direktkandidat der CDU im Wahlkreis Lüneburg lebt in einer Wohngemeinschaft wie offenkundig alle in dem mehrstöckigen Haus am Schnellenberger Weg – entsprechend bunt ist das Erscheinungsbild am Hauseingang. Doch das ist nicht das einzig Unkonventionelle, das der Jungpolitiker zu bieten hat.

„Ich bin kein Ideologie-Politiker“

„Ich bin kein Ideologie-Politiker“, sagt Schwake, während er ein weiteres Mal den Kaffeebecher vor sich auf dem Küchentisch füllt. In der verwinkelten Altbauwohnung, die er mit drei weiteren Bewohnern teilt, ist dies sein Lieblingsplatz. Dass der 26-Jährige immer noch in einer WG lebt, kann er erklären: Die Gemeinschaft mit anderen, die ausgiebige Kommunikation, das Diskutieren und Ringen um Argumente – all das schätzt und liebt er. Und dann fällt auch der Satz, den Alexander Schwake gerne bringt: „Ich liebe Prozesse, weniger Strukturen.“

Anpacken und handeln, das ist es, was den gelernten Medienkaufmann motiviert. „Ich möchte nicht die Probleme der Generation vor mir austragen“, versucht Schwake seine Einstellung zur Politik zu erklären, „ich will jetzt Politik machen, nicht irgendwann.“ Wie? „Analyse, Erkenntnis, Umsetzung“, lautet seine Formel, das Land und die Gesellschaft voranzubringen.

Dass er mit dieser Einstellung letztlich bei der CDU gelandet ist, war für ihn alles andere als vorgezeichnet. „Als ich mit etwa 18 Jahren begann, mich für Politik zu interessieren, informierte ich mich zuerst bei der SPD“, sagt der gebürtige Hannoveraner. Den Ausschlag dazu gaben Erfahrungen während seiner Ausbildung bei einem Verlag. „Digitalisierung war damals groß im Kommen, aber im Verlag hatte offenbar niemand einen Plan, wie man damit umgehen sollte.“ Seine Versuche, dort etwas zu verändern, fruchteten nicht.

Master in Business-Development

Also die Politik. Doch die „Klassenkampf-Orientierung“ der Sozialdemokraten überzeugte ihn nicht. Etwas länger liebäugelte er danach mit der FDP, empfand sie aber „einen Tick zu liberal“. Beispiel Digitalisierung: Sie umzusetzen und dann erst die Menschen mitzunehmen, sei der falsche Weg. „Beides muss gleichzeitig geschehen.“

„Mehr Staat durch weniger Staat“ ist noch so eine Prämisse, die Schwake, der 2013 zum Studium nach Lüneburg kam, jetzt seinen Master in Business-Development macht und bei einem Lüneburger Immobilienunternehmen arbeitet, gern setzt. „Gemeint ist damit mehr Verantwortung bei jedem Einzelnen.“ Dass er all seine Politik-Vorstellungen bei der CDU umsetzen kann, davon ist er überzeugt. Dass aber auch er letztlich mit Strukturen leben muss, weiß Schwake, der Kreisvorsitzender der Jungen Union ist und unter anderem im Vorstand des CDU-Stadtverbands Lüneburg sitzt, nur zu gut.

Chancen, als Direktkandidat in den Landtag einziehen zu können, sieht er für sich durchaus: „Ich verkörpere Neues, bin nicht der klassische Politiker. Das erkennt man schon am Bart und der Brille.“

Von Ulf Stüwe

Drei Ziele für den Landtag: Mehr Unterricht, schnelles Internet, Tourismus-Förderung

Weniger Unterrichtsausfall: Damit unsere Kinder eine vernünftige Schulbildung erhalten, muss Schluss sein mit dem ständigen Unterrichtsausfall. Wir brauchen dafür dringend mehr gut qualifizierte Lehrerinnen und Lehrer, das hat für mich hohe Priorität.
Schnelles Internet: Am schnellen Internet führt auch in Niedersachsen kein Weg vorbei. Um die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in der Stadt und auf dem Land zu gewährleisten und unsere Wirtschaft fit für die Zukunft zu machen, wollen die CDU und ich den Ausbau des Breitbandinternets forcieren.
Tourismus-Förderung: Unsere Heimat lebt besonders auch vom Tourismus. Die Stärkung des Heide- und Pferdetourismus im Landkreis sowie des Lüneburg-Tourismus liegt somit auf der Hand.

5 Kommentare

  1. Florian Göttert

    Dickes Fragezeichen bei Schwake!

    „Das Diskutieren und Ringen um Argumente – das schätzt und liebt er“?

    Dreimal laut gelacht!

    Vielleicht in seiner WG- oder JU-Blase. Aber als Herr Schwake Gelegenheit gehabt hätte sich mit Lüneburger Bürgern über sein „Kompetenz-Thema Digitalisierung“ auszutauschen, hat er, der die Debatte mit einer Presse-Mitteilung angestoßen hatte, ganz einfach den Schwanz eingekniffen und NICHTS beigetragen. An seiner Stelle hat Hans-Herbert Jenckel gezeigt, wie Dialog und „das Diskutieren und Ringen um Argumente“ geht. Es gab 63 Wortmeldungen auf die nassforsche „Forderung“ von Alexander Schwake. Doch von ihm selbst war darunter NICHTS zu sehen oder zu lesen:

    https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/915441-junge-union-fordert-den-kreistag-live-im-internet

  2. Haben Sie außer Bart und Brille noch weitere Qualifikationen, Herr Schwake?

  3. „Weniger Staat“ und „mehr Verantwortung bei jedem Einzelnen“.

    Wir kennen diese blasierten Phrasen, Herr Schwake.

    Ins Deutsche übersetzt, heißt das in Lüneburg zum Beispiel: „Weniger bezahlbarer Wohnraum“ und „mehr als drei Minijobs bei vielen Einzelnen“.

  4. „Mehr Staat durch weniger Staat“ ist das Credo der Neolibs, und es bedeutet nichts weniger als „jeder denkt nur an sich, dann ist an alle gedacht“. Dabei werden die Stärkeren und Skrupellosen immer gewinnen – wollen wir das???

  5. Hallo Alex, wat sachsde zu Althusmanns schwacher Performance gestern Abend? Nu wird der Gewinner wohl Stephan Weil heißen. Bernd scheint sich innerlich schon darauf einzustellen, die Wahl zu verlieren. „Wenn ich nicht gewählt werde, fällt die Welt nicht zusammen“, meint er – ein sympathischer, aber für einen Wahlkämpfer ziemlich verräterischer Satz, oder? Wie würdest du formulieren?