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Wo heute noch Kopfsteinpflaster, Gehweg und Rosenhecke stehen, soll in Zukunft eine Sitzgruppe zum Verweilen einladen. Das zumindest ist der Plan des Investors Richard Wagner. Foto: lz/t&w

Bleckede: Politik entscheidet über Investorenpläne

Bleckede. Fast zwei Jahre nach dem umstrittenen Abriss der alten Bleckeder Sparkasse beschäftigen die Pläne von Investor Richard Wagner erneut die Politik. Der angekündigte Parkplatz auf dem ehemaligen Sparkassenareal ist inzwischen nahezu fertiggestellt, nun plant Wagner die Neugestaltung des angrenzenden Kreuzungsbereichs Friedrich-Kücken-Straße/Bahnhofstraße.

Da die betroffene Fläche der Stadt Bleckede gehört, will Wagner das geplante Bauvorhaben spenden. Das Gesamt-investitionsvolumen liegt bei voraussichtlich rund 24 210 Euro. Ob die Stadt die Sachspende annimmt, muss am Montag, 16. Oktober, zunächst der Bauausschuss, endgültig dann am Donnerstag, 19. Oktober, der Stadtrat entscheiden.

Sitzgelegenheiten statt Rosenbeet

Aktuell befinden sich auf der halbrunden, etwa vier Meter breiten Fläche der Gehweg und ein schmales Rosenbeet. Wagner möchte dort in Absprache mit der Stadt Sitzgelegenheiten aus Holz installieren, Ketten als Abgrenzung zur Straße anbringen, eine einheitliche Pflasterung verlegen und Grün anpflanzen lassen. In Sichtachse zu den Bänken will der Unternehmer auf seinem Gelände zudem einen Denkmalblock mit Bronzetafeln bauen lassen, damit an den Maler Jörg Immendorf sowie den Sprachwissenschaftler Hermann Collitz erinnern. Beide sind in unmittelbarer Nähe zu dem Platz geboren worden „und darauf möchten wir an dieser Stelle gebührend hinweisen“, erklärt Wagner.

„Nun arbeiten wir an der Einrichtung einer kleinen Gastronomie im Erdgeschoss, zwei Drittel sind bereits fertig.“
Richard Wagner, Bleckeder Investor

Nicht jeder traut Richard Wagner und seinen Plänen

Der Knackpunkt: Nicht jeder in Bleckede traut Richard Wagner und seinen Plänen. Schon oft hat der Unternehmer große Hotel- und Restaurantprojekte angekündigt, davon allerdings längst nicht alles umgesetzt. Auch Bleckedes Bürgermeister Jens Böther kennt die Vorbehalte gegenüber Wagner, „wir als Stadt haben allerdings keinen Grund, daran zu zweifeln, dass Herr Wagner sein Vorhaben auch umsetzt“, sagt er. Alles, was der Bleckeder der Stadt bisher zugesagt hat, habe er auch erfüllt. Darunter eine Spende in Höhe von 27 000 Euro für das

Fritz-von-dem-Berge-Denkmal und ein Zuschuss für den Verbindungsweg von der Breiten Straße durch die Hartmannstwiete zum Hafen in Höhe von 35 000 Euro. Wagner selbst gibt sich gewohnt selbstsicher, kündigt nicht nur die Neugestaltung des Kreuzungsbereichs an, sondern auch die Eröffnung eines neuen Bistros. In dem Gebäude an der Friedrich-Kücken-Straße 13, direkt neben seinem Parkplatz, habe er nach dem Abriss der alten Sparkasse zunächst den beschädigten Giebel saniert. „Und nun arbeiten wir an der Einrichtung einer kleinen Gastronomie im Erdgeschoss“, sagt er, „zwei Drittel sind bereits fertig.“ Eröffnen soll „La Buvette“ (französisch für Imbissstube/Bar) im Februar, „passend zur Jahreszeit mit einem gemütlichen Feuer im Kamin“, verspricht Wagner.

Nach wie vor aktuell seien zudem seine Pläne zur Einrichtung eines Asia-Restaurants im alten Daegel-Haus schräg gegenüber dem neuen Parkplatz. Das Gebäude befindet sich ebenfalls im Besitz einer von Wagners Firmen, „eine Bauvoranfrage zum Umbau haben wir beim Landkreis Lüneburg bereits eingereicht“, sagt er. Liegt eine Genehmigung vor, sollen auch dort die Bauarbeiten beginnen. Die notwendigen Parkplätze sind bereits vorhanden.

» Die Sitzung des Bauausschusses am Montag, 16. Oktober, beginnt um 17 Uhr in der Elbtal-Grundschule. Der Stadtrat tagt am Donnerstag, 19. Oktober, 19 Uhr, im Landgasthof Karze.

Von Anna Sprockhoff

Initiative für Erhalt scheiterte: Umstrittener Abriss

Die alte Sparkasse an der Ecke Friedrich-Kücken-Straße/Bahnhofstraße ist inzwischen Geschichte, ihr Abriss war allerdings in Bleckede umstritten. Die Initiative „Bürger gegen den Abriss der alten Sparkasse“ hatte gegen das Ende des 1929 erbauten Gebäudes zum Teil lautstark Protest eingelegt und Unterschriften gesammelt.

Gut zehn Jahre stand das Gebäude an der Kreuzung bereits leer, bevor Richard Wagner als Chef der Firma „General Development Establishment“, in deren Besitz sich das Gebäude befand, den Abriss beschloss und innerhalb weniger Monate umsetzte.