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Detlev Schulz-Hendel tritt für die Grünen an. Grüne Schuhe gehören dazu: „Die Farbe ist einfach klasse.“ Foto. lz/t&w

Kandidaten zur Landtagswahl/Wahlkreis Lüneburg: Detlev Schulz-Hendel (Grüne)

Lüneburg. Detlev Schulz-Hendel mag es gern griffig. „Wir brauchen keine neuen Autobahnen, das muss raus aus den Betonköpfen. Sanieren statt betonieren.“ Das sin d Sätze wie aus Stein. Der Landtagskandidat der Grünen will bestehende Straßen fit machen, Gleiches gilt für Brücken und Co. „Da gibt es einen Milliarden-Stau an Investitionen. Neubauten sind kein Beitrag zum Klimaschutz.“ Eine Position, mit der die Grünen seit Jahren gegen die Pläne wettern, die A 39 von Lüneburg nach Wolfsburg zu bauen. Und die sie in Hannover bei ihrem Koalitionspartner SPD in Hannover irgendwie ausgeklammert haben, bekanntlich planen die Behörden den Straßenbau munter weiter.

Eisenbahnlinien nach Amelinghausen und Bleckede wiederbeleben

Schulz-Hendel steht auf Platz 12 der Landesliste seiner Partei, er hat Chancen, ins Leineschloss in Hannover einzuziehen. Da will sich der 55-Jährige gern in „meine Themen Mobilität und Verkehr“ stürzen. Er wohnt in Amelinghausen, daher weiß er, wie bescheiden das Busangebot für den ländlichen Raum ausfällt. Er plädiert dafür, die Eisenbahnlinien nach Amelinghausen und Bleckede wiederzubeleben.

Studenten könnten dann auch die Uni in Lüneburg mit der Bahn erreichen. Das Schulzentrum in Oedeme sei besser angebunden.
Das Angebot auf der Schiene müsse besser verzahnt werden. Es solle möglich sein, nicht nur den HVV zu nutzen, sondern beispielsweise im Bus auch ein Ticket nach Hannover zu lösen: „Verkehrsverbünde müssen zusammenarbeiten.“

Das eine schließt das andere nicht aus. Besserer Personennahverkehr spricht nicht gegen eine Autobahn. Denn nicht nur die Industrie- und Handelskammer, sondern auch SPD-Politiker führen an, dass die Autobahn Arbeitsplätze bringen werde. Das könne man beispielsweise in Winsen/Luhe besichtigen. Der Kandidat hält dagegen, es gebe im Landkreis auch ohne Autobahn Gewerbegebiete. Man müsse ja auch schauen, welche Jobs man schafft. Der Internet-Händler Amazon, der in Winsen ein Logistikzentrum betreibt, habe unter Gewerkschaftern nicht den besten Ruf.

„Ich bin bürgernah und authentisch“

Schulz-Hendel, Vater zweier erwachsener Kinder, hat sich vor langem von seiner Frau getrennt. Er lebt seit 14 Jahren mit seinem Mann Michael zusammen. Die beiden sind tief in Amelinghausen verwurzelt. Musicals für Kinder, Benefiz-Veranstaltungen, Gemeindepolitik. Er sitzt im Kreistag. „Ich bin bürgernah und authentisch“, sagt er. Eben weil er auf dem Dorf zu Hause ist. Er habe einen Ehrenamtspreis für junge Leute angeschoben.

Ein weiteres Thema ist die Bildung. In der Kinderbetreuung sollten „perspektivisch die Elternbeiträge abgebaut werden“ und die Gruppengröße sinken. Aber: „Das darf nicht an den Kommunen hängenbleiben.“ Allein Amelinghausen zahle 300 000 Euro pro Jahr dazu. „Der Bund ist gefordert.“ Das Geld könnte laut Schulz-Hendel aus den „sprudelnden Steuereinnahmen“ fließen. Auch plädiert er für eine Vermögensabgabe und bei den „Rüstungsausgaben könnte man sparsamer sein“.

Von Carlo Eggeling

Drei Ziele für den Landtag: Mobilität, Verkehr, Bildung

Die Mobilität für alle muss besser werden. Das gilt für Stadt und Land. Dazu zählt auch, dass man die ärztliche Versorgung in der Fläche verbessert. Der Bürgerbus in Amelinghausen ist ein Beispiel dafür, wie man es machen könnte.
In den Innenstädten muss es mehr Platz für Fußgänger und Radler geben. Denn der Wechsel weg vom Auto muss endlich deutlich attraktiver werden.
In der Bildung muss es Chancengleichheit für alle geben – unabhängig vom Geldbeutel. Und die Ausbildung muss hochwertig sein.

2 Kommentare

  1. „Der Bund ist gefordert.“ Das Geld könnte laut Schulz-Hendel aus den „sprudelnden Steuereinnahmen“ fließen. Auch plädiert er für eine Vermögensabgabe und bei den „Rüstungsausgaben könnte man sparsamer sein“.

    Bringt Herr Schulze-Hendel hier etwas durcheinander? Es geht um eine Landtagswahl und Landespolitik. Die Bundestagswahl ist jüngst schon gewesen. Deshalb bitte bei der Sache und den evtl. möglichen Kompetenzen zur Mitgestaltung und Einflussnahme bleiben. Leider ist Herr Schulze-Hendel aber nicht der einzige Kandidat für die Landtagswahl in Niedersachsen der Bundes- und Landeskompetenzen (Gesetzgebungshoheit) durcheinander bringt.

    Und gerade bei der Bildungspolitik sollte Herr Schulze-Hendel wissen, dass dies überwiegend zur Landespolitik gehört. Wir haben immerhin 16 Kultusminister in Deutschland in deren Ressort das (noch) fällt. Hier laufen jedoch Bestrebungen mehr Kompetenzen auf den Bund zu verlagern. Aber das ist Zukunftsmusik. Ebenso wie wie die zitierten „sprudelnden Steuereinnahmen“. Das ist eine Momentaufnahme. Niemand weiß wie die Entwicklung des Steueraufkommens in den nächsten zehn oder zwanzig Jahren sein wird. Ein Griff in volle Kassen ist immer einfach. Aber was ist wenn in der Kasse nichts mehr drin ist.

  2. Sehr geehrter Herr Schulz-Hendel,
    wenn Sie mehr (staatliche) Kleinkindbetreuung in Krippen fordern (wofür die Grünen eintreten), diese kostenfrei aus Steuern finanzieren wollen (was alle Parteien seit ca. 15 Jahren ankündigen) und dabei zugleich massiv die Kosten erhöhen müssen, um die Bezahlung der Kleinkindpflegerinnen / Betreuerinnen zu verbessern (wird von den Grünen auch gefordert) und die Betreuungsqualität zu erhöhen (wird inzwischen auch bei den Grünen erkannt, dass diese erste Forderung von Kinderpsychologen und Kinderärzten eigentlich viel zu lange und weiterhin vernachlässigt wird, weil eben das Geld und Personal fehlt), wenn sie das alles wirklich nachhaltig wollen – wie können Sie dann ernsthaft in diesen wenigen Zeilen hier schreiben, das sei aus konjunkturell zur Zeit (unter massiver Überlastung im Beruf der arbeitenden Mittelschicht und der Familien am Ende jeden Monats übrigens) „sprudelnden Steuerquellen“ zu begleichen?

    Hat Niedersachsen also sprudelnde Steuerquellen, die rot-grün bisher für andere als die wichtigsten „Bildungsprojekte“ ausgegeben hat?

    Ich antworte dazu: Nachhaltigkeit kennen Sie wirklich nur von ihren eigenen Wahlplakaten – Ihre Argumentation ist so unstimmig, dass es mich wirklich entsetzt.

    Und nun raten Sie mal, warum die – ebenfalls von den Grünen fraglos mitinitiierte und propagierte – Inklusion unter Schließung von Förderschulen in Lüneburg als allererstem Schritt 2012 – ein Desasater an Grundschulen ist? Und zwar solch ein Desaster – bundesweit übrigens, Glückwunsch – dass an Grundschulen das gesamte Lehrpersonal eine Woche krank ist – demonstrativ! Oder Niedersachsen Gymnasiallehrkräfte an Grundschulen NACH den Ferien abkommandieren musste.

    Nachhaltig ist dieser Umgang mit Familien, Kindern, Gesundheit derselben, humanistischen Bildungszielen sowie soliden Staatsfinanzen nichts, was sie in wenigen Zeilen als Grüne Kernziele benennen.

    Es ist ehrenhaft, was Sie in Amelinghausen organisieren, das sehe ich so. Aber was sie politisch in Wunschträumen schwebend fordern, das zerstört die Grundlagen guter Familien- und Schulpolitik. Nicht aus bösem Willen, aber das Gegenteil von gut ist leider oft: gut gemeint.

    Die Grünen sind für Realisten, die sehen, was die Ergebnisse linker und grüner Schulpolitik sind (Eine Schule für alle via Inklusion erreichen zu wollen faktisch), unwählbar.

    Wann beginnen Sie als Grüne, die Kritikfähigkeit der frühen 1980er Jahre wiedererlangen zu wollen?
    Es ist Zeit, dass Sie in Opposition sich darüber einmal klar werden. Jetzt.