Donnerstag , 20. September 2018
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Wenn Fronke Gerken bei seiner Familie in Lüneburg ist, schätzt der gebürtige Ostfriese einen guten Tee auf dem Sofa. Foto: lz/t&w

Kandidaten zur Landtagswahl/Wahlkreis Lüneburg: Fronke Gerken (LKR)

Lüneburg. Auf Facebook ist er nicht zu finden, auch im Internet sucht man Fronke Gerken nahezu vergebens, zumindest als Politiker. Als solcher aber will sich de r Direktkandidat der Liberal-Konservativen Reformer (LKR) im Wahlkreis Lüneburg, für die Gerken in den Niedersächsischen Landtag einziehen möchte, auch gar nicht verstehen. „Zumindest bezeichne ich mich selbst nicht so, denn ich habe ja weder ein Amt noch bin ich Abgeordneter“, begründet er seine Haltung. Ein politisch gänzlich unbeschriebenes Blatt ist der Wahl-Lüneburger dennoch nicht.

Der Staat soll sich auf Ordnungspolitik beschränken

„2013, kurz vor der Bundestagswahl, bin ich begeistert in die AfD eingetreten“, erzählt Gerken, „endlich gab‘s eine neue Partei!“ Besonders das Angehen des Parteigründers Bernd Lucke gegen die Politik der Bundesregierung und die aus seiner Sicht falsche Euro-Politik hatten ihm gefallen. Dass deutsche Steuerzahler für die Misswirtschaft anderer Staaten aufkommen sollen, hält Gerken auch jetzt noch für ein Unding, „das ist im Maastrichtvertrag so nicht vorgesehen“.

Die AfD verließ er im Juli 2015, „nachdem ich gesehen habe, welche Leute da sonst noch in der Partei vertreten sind“. Das „Völkische, National-Konservative“ habe ihn letztlich bewogen, ihr den Rücken zu kehren – und sich erneut Bernd Lucke anzuschließen, der mit seiner neuen Partei „Alfa“ wieder die ursprünglichen AfD-Ziele verfolgen wollte. „Dass wir den Namen nicht behalten durften, war nicht gut für uns“, weiß Gerken, der sich bewusst ist, dass die Liberal-Konservativen Reformer, wie sich die Partei seit November 2016 nennt, in den Köpfen der meisten Wähler noch gar nicht angekommen ist.

Bewährtes für die Zukunft bewahren

Für Politik interessierte sich Gerken, der in Ostfriesland aufgewachsen ist, dort sein Abitur gemacht hat und in Göttingen Mathematik studierte, schon als Jugendlicher, „vor allem, wie sie funktioniert.“ Als Student trat er den „Ufos“ bei, einer unabhängigen Wählergruppe, doch mit beginnendem Berufsleben – seit 1991 arbeitet er als Mathematiker für ein deutsches Pharma-Unternehmen in Ingelheim – und Familie war dann erstmal Schluss mit Politik. Durch seine Frau Astrid, mit der er vier Kinder hat, ist er 1996 nach Lüneburg gekommen, seitdem pendelt er am Wochenende zwischen Familie und Arbeitsstätte. Nebenbei ist er Kassenwart im Lüneburger Schach-Club „Turm“, fürs Singen, seine zweite große Leidenschaft, die er auch mit seiner Frau teilt, findet er aktuell kaum noch Zeit.

Gerken, der besonders das liberale Moment in seiner Partei schätzt, sieht den Staat vor allem als „ordnungspolitischen Rahmengeber“. Bevormundungen sind ihm zuwider, „ohnehin ist zweifelhaft, ob Politiker besser wissen, wie die Leute leben wollen“. Für ihn komme es auch nicht darauf an, „dass die Politik gut dasteht, sondern dass sie etwas bewirkt. In diesem Sinne sind doch eigentlich alle Politiker Populisten“.

Und das Konservative? „Müssen wir erklären.“ Ein „Zurück zur Gesellschaftstruktur der 50er-Jahre oder davor“ bedeute es für ihn nicht, es gelte aber, Bewährtes für die Zukunft zu bewahren. Auch die D-Mark wolle er nicht zurück, „wohl aber den Rechtsstaat, der immer mehr ausgehöhlt wird“.

Von Ulf Stüwe

Drei Ziele: für den Landtag Schulbildung, Unterrichtsmethoden, Finanzen

Optimale Schulbildung: Nur gute Schulpolitik, die für ausreichenden und optimalen Unterricht sorgt, gewährleistet gleiche Chancen auf Bildungs- und damit Erwerbserfolg für alle. Nötig sind dafür eine Erhöhung der Stundentafeln, ausreichend Lehrkräfte und die Beibehaltung des viergliedrigen Schulsystems, damit auch die Lernschwächeren optimal gefördert werden können. Frühförderung im Kindergartenalter und die Rückbesinnung auf bewährte Unterrichtsmethoden sollen sicherstellen, dass alle Kinder bei Einschulung die deutsche Sprache beherrschen und später die geplanten Lernziele auch erreichen.
Zudem werde ich auf eine solide und transparente Finanzpolitik achten, die auch zukünftige Belastungen (zum Beispiel Beamtenpensionen) deutlich macht. Dazu ist die Einführung der doppelten Buchführung auch auf Landesebene dringend nötig.

One comment

  1. Ich bleibe dabei, Fronke Gerken: Die coolste Socke ist Christoph Podstawa. Wer den Ministerpräsidenten im Schlafrock empfängt und das Land vom Gänsedaunenplumeau aus mitregieren möchte, der besitzt die wesentliche Eigenschaft für einen Politiker von Format im gehetzten Parlamentsbetrieb unserer Tage: Gelassenheit. Bitte geben Sie Christoph Ihre Stimme!

    https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/1113362-kandidaten-zur-landtagswahlwahlkreis-lueneburg-christoph-podstawa-die-linke