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Nur ein Beispiel von ganz vielen in der Region: Im Lüner Holz liegt ein umgestürzter Baum quer über den Fußweg. Noch immer könnten Äste hinunterfallen. Foto: be

Nach Orkan: Gefahr im Wald noch nicht gebannt

Lüneburg. Das Sturmtief Xavier ist schon wieder Geschichte, die Straßen sind vor allem dank der Feuerwehren längst wieder frei, doch die Aufräumarbeiten in und um Lüneburg dürften sich noch über Wochen hinziehen. Ob im Wald, auf Friedhöfen oder in den Parks – überall liegen noch Bäume auf den Wegen. Gerade in den Wäldern ist es derzeit noch besonders gefährlich, weil abgebrochene Äste, die sich in anderen Bäumen verfangen haben, hinunterstürzen könnten.

„Wir warnen davor, die Wege im Landeswald zu benutzen“, sagt Knut Sierk, Pressesprecher der niedersächischen Landesforsten. Seine Kollegen seien weiter fleißig dabei, die Sturmschäden aufzuarbeiten. Es sind nach den Worten des Pressesprechers vor allem die vielen Einzelwürfe, die den Forstarbeitern zurzeit die Arbeit erschweren. „Bäume und Äste liegen quer über die Waldwege und müssen jetzt erst einmal beseitigt werden.“ Besonders gewütet habe Xavier im Südteil der Göhrde und in der Revierförsterei Grünenjäger in der Gemeinde Amt Neuhaus. Da sei so einiges runtergekommen. „Die Wege liegen voll“, sagt Sierk.

Doch auch im Lüneburger Stadtgebiet ist allerhand zu tun für die Förster. Vor allem Laubbäume habe es getroffen, auch viele gesunde, weiß Stadtpressesprecher Daniel Gritz. Zwar können die Stadt kein Betretungsverbot für den Wald aussprechen, doch er mahnt: „Man sollte größte Vorsicht walten lassen und tierisch aufpassen.“

Teilsperrungen im Kurpark und Liebesgrund

Die Mitarbeiter der AGL, die sich in Lüneburg um die öffentlichen Grünflächen kümmern, sind seit Donnerstagmittag damit beschäftigt, die Schäden zu beseitigen. „Die Meldungen überschlagen sich“, sagt Gritz. Er nennt Beispiele für die Folgen: So sei die Schnellenberger Allee noch voll gesperrt, Teilsperrungen gebe es im Kurpark und im Liebesgrund. „Alle Leute sind draußen. Sie räumen zum Beispiel abgebrochene Äste weg oder schneiden Wege frei. Für eine erste Bilanz, was das genaue Ausmaß des Schadens in den Parks oder auch im Wald angeht, ist es aber noch zu früh.“ Damit sei nicht vor Mitte nächster Woche zu rechnen.

Heftig gewütet hat Xavier auch auf dem Waldfriedhof. Allein dort werde das Team um Hans-Georg Grzenia zwei bis drei Wochen beschäftigt sein, um die Sturmfolgen zu beseitigen. Gritz macht deutlich: „Hier hat es mehr als zwanzig sogenannte Starkbäume erwischt, das sind zum Beispiel Eichen, Douglasien und große Birken. Wer nicht unbedingt zum Friedhof muss, sollte den Besuch dort vorerst vermeiden.“

Der Sprecher der Landesforsten spricht zumindest eine Warnung vor dem Betreten der Wälder aus, sie richte sich nicht nur an Jogger und Spaziergänger, die die schönen Herbstage im Wald genießen wollen, sondern auch an Pilzsammler. Und auch auf die Jäger komme zusätzliche Arbeit zu. Sierk weiß: „Die Jagden sind alle schon vorbereitet, doch jetzt müssen die Hochsitze noch einmal alle auf ihre Standsicherheit hin überprüft werden.“ kre/ahe