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Einbrecher suchen nach Schwachstellen bei Fenstern und Türen. Zusätzliche Schutzvorrichtungen sind deshalb ratsam, denn wenn Täter sich längere Zeit abmühen müssen, geben sie oftmals auf. Foto: lz/phs

Einbrecher schlagen in Lüneburg seltener zu

Lüneburg. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius hatte eine gute Nachricht: Im ersten Halbjahr ist die Zahl der Einbrüche landesweit zurückgegangen. Er na nnte jetzt Zahlen: Der Wert sank danach im Vergleich von 2016 auf 2017 von 10 159 auf 8374 Fälle, das ist ein Minus von 17,58 Prozent. Der Landestrend spiegelt sich auch in Lüneburg wider, sogar noch ausgeprägter: So zählte die Polizei im ersten Halbjahr 2017 exakt 132 Taten, ein Jahr zuvor waren es im selben Zeitraum noch 213 Einbrüche – ein Minus von rund 38 Prozent. Gleichwohl sieht die Polizei keinen Grund, Entwarnung zu geben. Mit Tipps zur Prävention und Kontrollen will sie Tätern das Leben schwer machen.

Maßnahmen der Polizei zeigen Wirkung

„Wir sehen, das unsere Maßnahmen wirken“, bilanziert Polizeisprecher Kai Richter. Gebäude seien besser gesichert, Fenster und Türen ließen sich oftmals nicht mehr einfach aufhebeln: „So bleiben viele Taten im Versuch stecken.“

Verstärken wollen die Beamten ihre Kontrollen. Wie berichtet, stoppen Ermittler mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei Fahrzeuge und schauen, wer darin sitzt und was in so manchem Kofferraum schlummert. Ab und an finden die Polizisten Einbruchswerkzeug oder Beute. Zudem gewinnen sie Erkenntnisse, wer wo unterwegs ist. Das kann, wenn man Daten verknüpft, Spuren ergeben.

Ermittler erkennen drei Kategorien 

Doch es gibt noch einen Grund für die Kontrollen: Das Risiko, entdeckt zu werden, steigt, das schreckt potenzielle Täter ab. Die Polizei spricht von einem Verdrängungseffekt. In den vergangenen Jahren hat die Polizei im Norden ihre Zusammenarbeit verstärkt. Es gibt gemeinsame Ermittlungsgruppen mit Beteiligung aus Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Zudem wurde der Austausch der Polizei in den Landkreisen im Norden Niedersachsens verstärkt.

Die Polizei hat es mit unterschiedlichen Klienten zu tun: Da sind die lokalen Gauner, die zuschlagen, dann kommt die Beschaffungskriminalität von Drogenabhängigen dazu. Vor allem aber sind reisende Banden am Werk, die Gebiete regelrecht abgrasen. Aus Verfahren wissen die Ermittler, dass Gruppierungen von Harburg und Wilhelmsburg in Hamburg ins Umland ausschwärmen und dabei gute Anbindungen wie Autobahnen und Bundesstraßen nutzen.

Von Carlo Eggeling

Schutz gegen ungebetenen Besuch: Die Polizei gibt Tipps

Täter kundschaften ihre Objekte meist vorher aus. Sie achten auf Fahrräder und Autos auf Grundstücken oder auf überfüllte Briefkästen. Wenn Nachbarn Ungewöhnliches beobachten, rät die Polizei:
▶ Notieren Sie Kennzeichen, Fahrzeugtyp und -farbe von fremden Fahrzeugen.
▶ Prägen Sie sich das Aussehen von unbekannten Personen ein.
▶ Achten Sie auch auf Vorkommnisse bei Ihren Nachbarn.
▶ Teilen Sie ihre Beobachtung umgehend der Polizei mit, in Notfällen und dringenden Verdachtsfällen wählen Sie 110. Sinnvoll seit es, beispielsweise Seriennummern von Kameras zu notieren und eigenen Schmuck zu fotografieren.

Hinweise zum Einbruchsschutz geben die Polizistinnen Eleonore Tatge und Gela Kulaczewski am Sonnabend und Sonntag, 14. und 15. Oktober, jeweils von 10 bis 18 Uhr bei der Einbruchsschutzmesse im Sportpark Kreideberg am Wienebüttler Weg.

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