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Christoph Morawski (r.) überprüft die Einstellungen am Drehautomaten. Er richtet zurzeit im Keller des Zentralgebäudes gemeinsam mit anderen Handwerkern die Maschinenhalle und Labore für die Studenten aus Volgershall ein. Foto: lz/phs

Im Libeskind-Bau entsteht eine Maschinenhalle

Lüneburg. Lange hatten Studenten und Professoren Gegenwind gespürt, jetzt scheinen sich die Wogen geglättet zu haben. Der Umzug des Technischen Lehrstuhls der L euphana läuft: Wie berichtet, sollen die Ingenieure vom Standort Volgershall an den Hauptcampus wechseln. Zuletzt war unsicher, ob auch das Herzstück des Studiengangs, die Maschinenhalle und die rund zwölf Forschungslabore, einen Platz finden würden. Jetzt stehen bereits die ersten Gerätschaften im Keller des Libeskind-Baus. 440 Quadratmeter können Professoren und Studenten dort für den Lehrbetrieb und für Forschungen nutzen.

Umzug von Volgershall läuft auf Hochtouren

In den vergangenen Monaten wurde das Untergeschoss aufgerüstet, für die Maschinen und Labore musste eine entsprechende Infrastruktur geschaffen werden. Leitungen für Druckluftanschlüsse, Elektronik und Kompressoren wurden gelegt, der Boden mit einer Verstärkung ausgestattet, Steckdosen eingerichtet. Zudem gab es Änderungen an den Wänden.
Den Überblick hat Thomas Wagner, als Maschinenhallenmeister war er auch schon für die Arbeitsstätte in Volgershall zuständig.

Elf Großmaschinen, zum Teil tonnenschwer, hat er gemeinsam mit anderen Handwerkern durch den großen Schacht in den Keller des Zen­tralgebäudes abgeseilt. Mit einem Schwerlastwagen wurden die Geräte, die teilweise zum Drehen, Bohren oder Fräsen dienen, an ihren Platz transportiert. Wegen des Druckausgleichs mussten deshalb extra Platten ausgelegt werden.

Mit Volldampf arbeiten Wagner und seine Kollegen zurzeit an der Einrichtung des E-Labors. „Es muss zuerst laufen, das Semester startet.“ Denn ein großer Teil der rund 400 Studenten und 40 Mitarbeiter, die an die Scharnhorststraße umziehen, nutzt das Labor regelmäßig im Vorlesungsbetrieb. Und das Semester startet am Montag, 16. Oktober. Der Hallenmeister ist optimistisch, dass alles rechtzeitig fertig wird.

Präzisionsmaschinen im Einsatz

Was noch ansteht, wenn alles an Ort und Stelle ist, ist eine Überprüfung durch die jeweiligen Hersteller. „Wir haben hier zum Teil Präzisionsmaschinen, die auf einen Tausendstel Millimeter genau vermessen können“, sagt Wagner. Diese Geräte seien temperaturabhängig, zudem stark beeinflussbar von abrupten Bewegungen. So sei es wahrscheinlich, dass sich die Achsen während des Transports verschoben haben. „Die Firmen werden wir dann nochmal für Geometrievermessungen kommen lassen.“

Einer kann es kaum noch erwarten, die Maschinen im Souterrain endlich anzuschalten: Prof. Dr. Anthimos Georgiadis. Der Institutsleiter in Volgershall hat den Umzug und sämtliche Vorplanungen stets kritisch beäugt, das Präsidium immer wieder auf die Bedeutsamkeit der Maschinenhalle und der Labore aufmerksam gemacht. Dass der Umzug jetzt in vollem Gange ist, freut den Professor für Prozessmesstechnik und intelligente Systeme.

Dennoch kalkuliert er vorsichtiger als das Präsidium: „Im April möchten wir gern alles am neuen Standort haben.“
Wehmütig wird der geschäftsführende Direktor des Instituts für Produkt- und Prozessinnovation nur, wenn er an die bisherige Aussicht denkt. „Jetzt können wir nicht mehr aus dem Fenster auf die Wiese gucken“, sagt er, benennt im gleichen Atemzug damit aber auch die Nachteile der alten Halle. Wegen der vielen Fenster war die stets lichtdurchflutet, an sonnigen Tagen wurde es dort schnell warm. Ein Aspekt, der die eine oder andere Messung erschwert habe.

Georgiadis und die anderen Mitarbeiter des Instituts haben es künftig auch nicht weit zur Halle, sie beziehen Büroräume im Gebäude 12, also quasi direkt gegenüber vom Zentralgebäude.

Von Anna Paarmann

Konzentration der Uni: Alles an einem Standort

Die Entwicklungsplanung der Leuphana sieht vor, dass sich das Hochschulleben auf den Hauptcampus an der Scharnhorststraße konzentrieren soll. Deshalb werden die anderen Standorte, so gibt es neben dem in Volgershall noch einen im Roten Feld, nach und nach aufgelöst.

Große Teile in Volgershall nutzt bereits das Jobcenter, weitere Flächen hat die Leuphana jetzt an die Bionic Production AG vermietet (LZ berichtete). Die Gesellschaft verlegt ihren Firmensitz nach Lüneburg und wird auf rund 2000 Quadratmetern einen Standort mit Produktionsflächen für 3D-Druck einrichten.

Im Frühjahr steht auch der Umzug aus dem Rotenbleicher Weg an, ein privater Investor hat das Gebäude gekauft und möchte es abreißen, um dort Wohnungen, Büroflächen und ein Café zu schaffen.

One comment

  1. Prima, ein Starkregen wie am 30. Juni und Sascha Spoun ist den ungeliebten Technischen Lehrstuhl mitsamt Maschinenhalle und den rund zwölf Forschungslaboren ein für alle Mal los: https://www.lzplay.de/index.php/2017/06/30/nach-schweren-regenguessen-libeskind-bau-steht-unter-wasser/

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