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Bürgertreff und Kneipe sollen verschwinden. Am St.-Stephanus-Platz in Kaltenmoor soll stattdessen ein Drogeriemarkt einziehen. Nur ein Baustein der Umgestaltung. Foto: lz/be

Kaltenmoor: Drogerie ersetzt Kneipe

Lüneburg. Die Umgestaltung des Einkaufszentrums in Kaltenmoor wird seit langem diskutiert. Nun soll es losgehen. Über die Details und andere Projekte zur Entwic klung des Stadtteils, der seit 1999 Sanierungsgebiet ist, berichtete die Verwaltung beim Bürgerforum im Ökumenischen Gemeindezentrum St. Stephanus, zu dem mehr als 100 Interessierte gekommen waren.
Nach der Insolvenz der Drogeriekette Schlecker und der Schließung der Filiale im Einkaufszentrum sowie dem Wegzug des Bäckers habe sich die Möglichkeit ergeben, das Einkaufszentrum umzugestalten, machte Oberbürgermeister Ulrich Mädge deutlich. Und zwar so, dass es nicht verwinkelt wirke, „sondern großzügig und einladend“. Im Vorfeld seien für den Kauf von Flächen viele Gespräche notwendig gewesen, da jedes Geschäft einem anderen Eigentümer gehöre. Wunsch vieler Bürger sei es, dass wieder ein Drogeriemarkt angesiedelt wird.

Der soll nun am Platz auf der rechten Seite hin zur Kurt-Huber-Straße entstehen. Das Lokal „Zur Drehtür“ sowie der Bürgertreff müssen dafür weichen. Der Bürgertreff zieht übergangsweise in Container bei der Gesamtschule wenige Meter entfernt ein. Imbiss, Friseur und Postladen werden an ihren Standorten bleiben, dahinter entsteht ein Gebäude für die Sparkasse. Der Optiker wird in die ehemaligen Räume der Post, jetzt Kinderland, wechseln. Laut Mädge soll voraussichtlich noch in diesem Jahr mit dem Abriss der Gaststätte und dem Bürgertreff begonnen werden. Das Gebäude für den Drogeriemarkt der Kette Rossmann wird von privaten Investoren errichtet, es soll im Frühjahr 2019 fertig sein. Die Sparkasse baut selbst, geplante Fertigstellung ist im Herbst kommenden Jahres. Auf der Wunschliste mancher Bürger stehen außerdem ein Bäcker sowie ein Zeitungsladen.

Kinderarzt soll im Stadtteil gehalten werden

Wunsch der Stadt ist es, die Kinderarztpraxis im Quartier zu halten. Der Inhaber möchte erweitern. Doch am derzeitigen Standort über der Apotheke im Einkaufszentrum sei das nicht möglich. Deshalb soll er nun für einen Neubau eine Fläche im Eckbereich Kurt-Huber-Straße/Graf-Schenk-von-Stauffenberg-Straße auf dem Gelände der Gesamtschule erhalten, erklärte Mädge. Für das Projekt müsse aber noch der Bebauungsplan geändert werden. Auf die Nachfrage von Bürgern, was dann aus der Fahrradabstellanlage werde, erläuterte der Verwaltungschef, dass diese dann zwischen Skaterbahn und Sporthallen angesiedelt werden soll.

Abgerissen wird noch in diesem Jahr die Parkpalette an der Graf-von-Moltke-Straße, die der Stadt seit Anfang Oktober gehört. Dort wird ein Gebäude für die Awo-Kita entstehen (LZ berichtete). Die Stadt hatte sich dazu entschlossen, weil das alte Gebäude erheblich sanierungsbedürftig ist. Neben fünf Kita- sowie drei Krippengruppen werden dort auch ein Café sowie ein Besprechungsraum für Elterngespräche Platz finden. Damit entstehe ein Familienzentrum wie es das auch schon Am Weißen Turm gebe, verdeutlichte Mädge. Die Kosten belaufen sich auf sechs Millionen Euro, davon konnten 4,3 Millionen Euro Fördermittel eingeworben werden. Im kommenden Jahr gehe man in die Planung und europaweite Ausschreibung. Geplanter Baubeginn ist 2019, Fertigstellung 2020.

Danach werde das alte Kita-Gebäude saniert. Einziehen sollen dort das Büro des Kaltenmoorer Quartiersmanagers Uwe Nehring, der bisher seinen Arbeitsplatz im Bürgertreff hat, sowie ein Versammlungsraum und ein familienbegleitender Dienst. Mit Blick auf den Kita-Neubau wollte eine Bürgerin wissen: „Wie ist das mit dem Kinderlärm?“ Mädge konterte: „Kinderlärm ist Zukunftslärm“, aber man werde schauen, wo der Spielplatz am besten aufgehoben sei.

Von Antje Schäfer