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Massenweise Laub und Feuchtigkeit machten diesen Radweg bei Gut Schnellenberg zwischen Reppenstedt und Oedeme, der auch Schulweg für viele Kinder ist, zu einer besonders rutschigen Piste. (Foto: us)

Radweg mit Tücken

Lüneburg. Wenn im Herbst Laub und Regen Straßen, Fuß- und Radwege in schmierige Rutschbahnen verwandeln, steigt die Gefahr eines Unfalls oder Stur zes deutlich. Diese Erfahrung musste jüngst auch eine Zehnjährige machen, die mit ihrem Fahrrad zwischen Lüneburg und Reppenstedt zu Fall kam. Weil auf dem viel befahrenen Radweg zum Schulzentrum Oedeme nicht gereinigt wird, hatte sich dort über Wochen hinweg eine glitschige Laubschicht gebildet. Der Vater des Mädchens sieht hier die Stadt in der Pflicht, die Stadt selbst beruft sich auf die Straßenreinigungsverordnung – denkt aber auch über Lösungen nach.

„Wir werden im Frühjahr prüfen, was es bedeutet – auch für die Reinigungsgebühr –, wenn wir Schulwege in die Reinigung mit aufnehmen“, sagt Stadtpressesprecher Daniel Gritz, der zugleich Bedauern der Stadt über den Sturz des Mädchens äußert. Das war nach Auskunft ihres Vaters Jan Augustin am 25. Oktober auf dem Heimweg vom Gymnasium Oedeme nach Reppenstedt in einer Kurve bei Gut Schnellenberg mit seinem Fahrrad weggerutscht und hatte sich dabei die Hand verstaucht. Dass es zu dem Sturz kam, führt der Vater auf den Zustand des Weges zurück, „der nie geräumt wird, das beobachten wir schon seit Jahren“.

Die Stadt bestätigt zwar, dass der Weg „tatsächlich mit Laub und Erde verunreinigt“ war, auch ordnete sie kurzerhand eine Sonderreinigung an, dies allerdings auf freiwilliger Basis. Denn: „Eine Reinigungsverpflichtung der Stadt liegt in diesem Fall nicht vor“, betont Gritz. Eine solche bestehe laut Straßenreinigungssatzung und Straßenreinigungsverordnung lediglich innerhalb geschlossener Ortslagen. Das sei bei diesem Streckenabschnitt nicht der Fall.

Gleichwohl ist auch diese Wegstrecke Teil des sogenannten städtischen „Konzepts für den sicheren Radweg“. Das aber ist derzeit lediglich auf den Winterdienst beschränkt – und laut Gritz ebenfalls ein „freiwilliger Bürgerservice“ der Stadt. Ob dieser Service bei den Schulwegen nun auch auf andere Jahreszeiten ausgedehnt werden kann und welche Folgen dies für die Reinigungsgebühren hat, soll eine Prüfung ergeben.

Zuvor aber soll der Schulweg zwischen Reppenstedt und Oedeme vor dem 1. November noch einmal geräumt werden, verspricht Gritz, „damit bei Eis und Glätte das Streugut besser seine Wirkung entfalten kann“. Zugleich bittet er Eltern, ihre Kinder auf mögliche Gefahren hinzuweisen: „In dieser Jahreszeit ist es unvermeidlich, dass Gefahren durch fallendes Laub auftreten können, und zwar unabhängig davon, wie häufig gereinigt wird.“

Von Ulf Stüwe