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Laternenumzüge haben Saison. Allerdings begleitet die Polizei die Lichterwürmer seltener. Das dürfte für manch trauriges Kindergesicht sorgen. Foto: A/t&w

Laternenumzug ohne Polizeischutz

Lüneburg. Die Polizei hat viel zu tun. Da denkt man in Hannover gern darüber nach, die Beamten ein wenig zu entlasten. Allerdings an einer Stelle, wo es den Bürger zwickt: Die Staatsmacht soll deutlich seltener Umzüge begleiten. Neben den Schützen trifft es vor allem die Kleinsten: Laternenumzüge sollen künftig ohne Schutzmann auskommen. Das sorgt selbst in den eigenen Reihen für Unmut. Auf dem Land versteht nicht jeder, wa­rum man das Engagement da kürzt, wo die Polizei in engen und freundlichen Bürgerkontakt kommt. Beamte sagen: „Das war beste Imagewerbung für uns.“

In Lüneburg muss Polizeisprecher Kai Richter die neue Linie erklären: „Die Polizei macht sich von fremden Aufgaben frei.“ Es sei Sache der Kommunen und Organisationen, solche Umzüge zu begleiten: „Polizei ist nicht unendlich vorhanden. Wir können nicht bei jeder Veranstaltung dabei sein.“ Aber es sei in Absprache mit den Kommunen immer eine Einzelfallentscheidung, eben kein kategorischer Abschied.

Umzüge müssen auf Bürgersteigen bleiben

Das Dumme an der Sache ist, dass auch die Feuerwehren überlegen, ob sie Laternenumzüge künftig noch begleiten. In Südergellersen beispielsweise habe man dem Kindergarten eine Absage erteilen müssen, sagt Julian Illmer. Der Feuerwehrsprecher sagt: „Wir dürfen dafür keine Straßen sperren. Bei unserem eigenen Umzug machen wir das dann irgendwie.“ Bei anderen Veranstaltern sei es allerdings schwieriger geworden: „Leider.“

Das bestätigt Kreisbrandmeister Torsten Hensel: „Ich habe die Feuerwehren darauf hingewiesen, dass sie Laternenumzüge zwar begleiten, aber eben nicht verkehrslenkend eingreifen dürfen. Wenn jemand an einer Absperrung vorbeifährt und es passiert etwas, haben wir ein Problem.“ So sollen die Kinder mit ihren Laternen und den Eltern auf Bürgersteigen bleiben – die sind auf den Dörfern ja häufig nicht besonders breit. Nicht nur Hensel findet das „unpraktisch“ und nicht besonders nahe an der Realität.

Polizeipräsenz war gut für’s Image

In Lüne-Moorfeld gehört Dr. Gerhard Scharf mit anderen Ratskollegen seit rund 15 Jahren zu den Initiatoren eines Lichter-Lindwurms: „In diesem Jahr haben wir das zum ersten Mal ohne Polizei gemacht. Es geht, einer von uns vorweg, einer hinterher in Warnwesten.“ Doch besonders bürgernah sei die Entscheidung des Ministeriums nicht: „Die Beamten haben hier viel für das Image der Polizei getan.“

In Oedeme kommt Ortsbürgermeisterin Christel John ohne die Ordnungsmacht klar: „Wir machen das mit der Feuerwehr.“ Die sichere vorn und hinten, an den Seiten läuft der Nachwuchs der Brandschützer mit Fackeln, damit niemand seitwärts in den Teich fällt. Lüneburgs stellvertretender Stadtbrandmeister Volker Gätjens sagt, dass die Ortswehren in der Stadt ihre Umzüge selbst organisieren. Allerdings sei es mit Hilfe der Polizei einfacher gewesen. Denn selbst wenn die Feuerwehr einen Bereich absperre, setzten sich uneinsichtige Autofahrer über Anweisungen hinweg: „Bei einem Brand im vergangenen Jahr Bei Mönchsgarten hat ein Mann einen unserer Leute angefahren.“ Gätjens ärgert sich über mangelnde Anerkennung: „Da wird immer mehr Verantwortung zum Ehrenamt geschoben. Wir machen das in unserer Freizeit.“

Mädge sucht das Gespräch mit dem Innenminister

Im Rathaus kann Oberbürgermeister Ulrich Mädge die Linie nur zum Teil verstehen: „Ich habe Verständnis für den Erlass, gerade vor dem Hintergrund der Terrorangriffe im vergangenen Jahr. Es gilt, der Polizei zu ermöglichen, notwendige Vorkehrungen zu schaffen und sich auf Kernaufgaben zu konzentrieren. Zurzeit müssen Veranstalter von Umzügen mit den Polizeiinspektionen vor Ort in Gespräche über Einzelfallregelungen eintreten.“

Der Verwaltungschef sagt auch: „Im nächsten Jahr sollten wir die Situation neu betrachten, es wäre schade, wenn Brauchtum und Umzüge geopfert würden, weil die Polizei nicht begleiten kann. Ich werde noch mal über den Niedersächsischen Städtetag das Gespräch mit dem Innenminister dazu suchen.“

Von Carlo Eggeling

19 Kommentare

  1. Einen Terroranschlag mit einen LKW in einen Laternenumzug möchte ich mir gar nicht vorstellen. Ohne Polizei könnte man den LKW nicht stoppen.

    • Super, immer vom schlimmsten ausgehen und schön zuhause bleiben.
      Wie glauben Sie denn, soll ein Polizist zu Fuß mit seiner 9mm-Dienstpistole einen 7,5 bis 40 Tonnen-LKW in voller Fahrt aufhalten???
      Mit seinen Superman-Zauberkräften???
      Um es mit den Worten von Stephan Weil zu sagen:“ An die Ängste die Sie hier schüren, glauben Sie doch selber nicht!“.

      • Ich konnte mir vor zwei Jahren die Anschläge in Berlin, Barcelona, London, Paris oder Nizza nicht vorstellen. Auch die Kölner, Hamburger, Berliner Sylvesternacht war für mich vorstellbar.

        • Eurokrise ist out, Flüchtlinge fluten uns nicht mehr, da versuchen Sie die nächsten Ängste zu schüren… Ich habe Sie und Ihre Freunde durchschaut. Bei mir wir Ihre Saat nicht aufgehen.

          • Ingo
            sie machen es sich zu einfach. bei uns wird nicht mehr geflutet, weil in nordafrika von uns bezahlt verbrechen begangen werden.und was die eurokrise angeht, sie ist nicht out,sondern mit einem mantel bedeckt. der mantel besteht übrigens aus steuergeldern.

        • Es gab, gibt und wird niemals eine 100 %ige Sicherheit geben.
          Niemand auf dieser Welt kann Ihnen ein sorgenfreies, unversehrtes Leben bis ins hohe Alter garantieren.
          Wenn Sie sich doch nach so etwas sehnen, bringen Sie sich durch Ihre Naivität erst recht in Gefahr.
          Eine GESUNDE Vorsicht war ,ist und wird immer angemessen sein.
          Es fängt schon im kleinen an, wenn ich tagtäglich die Fußgänger an den Kreuzungen in LG sehe ,die bis auf den letzten Millimeter an die Kante des Fußgängerwegs gehen. Wenn da mal ein Verkehrsteilnehmer beim abbiegen, aus Unachtsamkeits- oder medizinischen Gründen ,verreißt!
          Oder die rasenden Radfahrer, bei einigen könnten die letzten Worte auf dem Grabstein sein:“…aber ich hatte doch Vorfahrt!“.

          • Andreas Janowitz

            Aus völlig anderen Gründen sollte Polizeibeamte solche veranstaltungen Begleiten?
            Sowohl die angesprochene Öffentlichkeitsarbeit, als auch der Kontakt von Beamten mit normalen Leuten? Die schlagen sich ansonsten fast ausschliesslich mit dem Bodensatz der Gesellschaft rum.
            Was ausser der persönlichen Anwesenheit an mehraufwand für die Beamten entsteht muss doch nahe Null gehen? Oder muss danach etwa ein 17 seitiger Bericht in dreifacher Ausführung verfasst werden?

      • „Um es mit den Worten von Stephan Weil zu sagen:“ An die Ängste die Sie hier schüren, glauben Sie doch selber nicht!“
        Nein klar, die „Rechtsradikalen“ bilden sich alles nur ein.Und die EU warnt nur mal so aus Langeweile vor Terroranschlägen und in Syrien hatten wir nur eine Fiktion.
        Ich frage mich ,auf welchem Planeten einige leben? Auf dem Mars 1973?
        Es fehlt nur nich der Satz, daß Deutschland selbst Schuld habe, usw.

        • Andreas H.
          auch wenn es ihnen nicht passt, die meisten probleme bei uns, sind hausgemacht. wer an dritter stelle bei rüstungsexporten ist, darf ganz kleine brötchen backen, wenn flüchtlinge vor diesen waffen fliehen, oder idioten bomben legen.

    • Mehr ekelerregende Niedertracht als bei erbärmlich feigen Heckenschützen wie Ihnen, „Tamara“, ist für mich kaum noch vorstellbar. Es gibt Terroristen, die töten, und es gibt Terroristen, die Terror verbreiten. Sie, „Tamara“, und Ihre Freunde „A. H.“ und „Kasper“ gehören (noch) zur letzten Gruppe.

      • Es darf nicht sein was nicht sein darf, oder? Sie standen sicher klatschend mit Teddybär am Bahnhof?

      • @Uta Horn
        Weil Sie die schonungslose, beweisbare und reale Wahrheit über Massenmörder , religiöse Fanatiker und Geisteskranke sagt, ist sie eine Heckenschützin und vergleichbar mit „Terroristen?“
        Entschuldigung, ist das Ihr Ernst? Meint man von Seiten der linksgruenen Weltverbesserer ,mit Schweigen über diese Gräultaten, mit Kuschelpropaganda, Schönreden und „Wirhabenunsallelieb-Geschwafel“ würde man dies ungeschehen machen und man müsste daraufhin nichts unternehmen , um diesem Wahnsinn zu stoppen, indem man ihn verschweigt ?
        Entschuldigung, haben Sie mal EEG machen lassen?
        Der Terror ist unter uns in Europa und radikalisiert sich immer mehr. Der Krieg in Syrien ist (fast) zu Ende und was meinen Sie denn, wer nun nach Europa flüchten wird? Messdiener und Nonnen mit Gebetsbuch und dem Vater unser , im Schlepptau mit dem Papst? *kopfschüttel*

      • Was für ein Hass Posting.
        Wieso werden Kommentare, welche auf niedrigstem Niveau persönlich beleidigend sind, veröffentlicht?
        Liebe Frau Horn, einfach mal ein paar Tage frei nehmen und ganz alleine um einen sehr großen See laufen. Vielleicht werden die Synapsen dann doch etwas positiver aktiv und Sie können sich zivilisiert ausdrücken.

  2. Lieber Herr Jenckel,

    Sie als LZonline-Chef möchte ich fragen, ob das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht da seine Grenzen hat, wo es einen solchen Grad an tückischer Infamie erreicht wie in den drei obigen hinterhältigen Wortmeldungen des anonymen Hetzers „Tamara“ (von dem jeder Leser dieser Spalten genau weiß, um wen es sich handelt, auch wenn er weitere Tausend verschiedene Decknamen benutzte).

    Ist nicht angezeigt solchen kranken Schmutz zu löschen, in dem es dermaßen offensichtlich einzig und allein darum geht, in der Verkleidung des „besorgten Bürgers“ auf beispiellos gemeine und feige Weise den Keim der Panik in die Herzen von arglosen Kindern und jungen Erwachsenen zu senken, um eingebildeten „politisch agitatorischen“ Propagandaprofit daraus zu schlagen?

    Mir wird beim Gedanken an diesen perfiden Attentäter auf das Alltagsvertrauen von unschuldigen Menschen ebenso übel wie beim Gedanken an die Mörder, deren Erinnerung dieser kranke Hasser geradezu lustvoll heraufbeschwört, als würde er einen Anschlag schon darum freudig herbeisehnen, weil sein primitives und perverses Weltbild nur dadurch die Bestätigung bekommt, nach der er so gierig verlangt.

    • Lieber Herr Schnell,
      vielen Dank für Ihre Frage.
      Vor dem Hintergrund der Artikels 5 GG, des Presserechtes, des Pressekodexes, des Strafrechtes, hier StGB 185ff Beleidigung, üble Nachrede, und ihrer Frage, wo denn die Grenzen der Kommentierung durch User sind, glaube ich: Hier sind sie zu sehr Pharisäer.
      Ganz sich muss man die Meinung von Frau Tamara nicht teilen, ganz sicher spielt sie im Subtext mit Ängsten, ganz sicher aber sind Ihre Mutmaßungen und ihre Wortwahl, die ich hiermit exemplarisch freischalte, auch nicht ohne. Sie fordern hier eine Zensur, die auch Sie in anderen Fällen nicht gutheißen würden. Wer auf http://www.landeszeitung.de gegen den Pressekodex verstößt, wer andere nur beleidigen möchte, der muss sich dafür einen anderen Ort suchen.
      Ihr Hans-Herbert Jenckel

    • Lieber Herr Schnell, mir ist es auch schon so ähnlich ergangen, aber herr jenckel hat von seiner seite aus recht. bekanntlich gibt es mehrere seiten. aber wer erschrocken ,oder wütend ist, ist ein prima futter für genau diese klientel, die mit hass und ängsten anderer spielen wollen. und dieses nur zum einzigen ziel, die mehrheit auf ihre seite zu bekommen um dann die meinungsfreiheit zu verbieten. sie wissen doch, demokraten müssen eine menge aushalten können. hier ist alles kostenlos.

      • Hallo Herr Bruns,

        Sie haben recht. Und natürlich hat auch Herr Jenckel recht. Mir ist einfach eine Sicherung durchgebrannt, weil Menschen für mich schlicht unfassbar sind, in denen soviel sinnlos schäumender Hass steckt, dass ihnen für einen schäbigen politischen Reklameerfolg sogar der nur allzu leicht zerstörbare Seelenfrieden von kleinen herzensreinen Laternenkindern gleichgültig ist.

        Wir hatten diesen destruktiven Typen, seine maskierten Sekundanten und das gleiche Schema des methodischen, böswilligen Angst- und Unfrieden-Stiftens im August des letzten Jahres hier schon einmal. Gleich im ersten Kommentar unter folgendem LZ-Artikel legte er los: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/353156-alte-handwerkerstrasse-im-september-in-lueneburg

  3. Es ist wohl sehr unwahrscheinlich, das der Laternenumzug einer Gemeinde oder eines Kindergartens Ziel eines Terroranschlags wird. Noch unwahrscheinlicher ist, das sich mobile Veranstaltungen wie Umzüge dieser Art überhaupt vor so etwas schützen lassen.
    Mich ärgert allerdings, wenn Organisationen und Personengruppen der Gesellschaft enfremdet werden, indem man sie organisatorisch oder strukturell separiert, obwohl sie ein wichtiger Bestandteil unserer Gemeinschaft sind. Polizei und Bürger, beide sind aufeinander angewiesen. Die Akzeptanz und der Respekt für die polizeiliche Arbeit wird auf diese Weise bestimmt nicht besser.
    Auf noch mehr Unverständnis stößt sicher wenn man bedenkt, das man aber sehr wohl genug Geld und Personal hat(te) um eine in Sicherheitsfragen prinzipiell fragwürdige und sehr teure Veranstaltung (G20-Gipfel in Hamburg) zu schützen.

  4. „…die schonungslose, beweisbare und reale Wahrheit…“
    Wo ist sie denn? Ich lese hier nur immer wieder schrilles Gekrähe, aber von „Beweisen“ dagegen keine Spur.