Aktuell
Home | Lokales | Dahlenburg | Dahlenburg: Flecken übernimmt Gewerbepark
Lange Zeit hat sich in dem Gewerbegebiet Dahlenburg/Quickborn nichts getan. Das möchte der Flecken nun ändern. Foto. lz/phs

Dahlenburg: Flecken übernimmt Gewerbepark

Dahlenburg. Lange Zeit befand sich der Gewerbe- und Industriepark (GIP) Dahlenburg/Quickborn im Dornröschenschlaf – damit soll jetzt Schluss sein. Zum Startschu ss im Jahr 2004 war die Niedersächsische Landgesellschaft (NLG) vom Flecken Dahlenburg mit der Vermarktung des rund 18 Hektar großen Areals beauftragt worden. Doch mit der bis heute geleisteten Arbeit des Unternehmens sowie mit dem Ergebnis ist der Flecken alles andere als zufrieden. Denn bisher ist gerade einmal die Hälfte der Gewerbeflächen verkauft. Ab sofort möchte der Flecken daher die Vermarktung selbst in die Hand nehmen.

Hälfte des Areals steht frei

Vor elf Jahren war sich Wolfgang Prause, der damalige Gemeindedirektor Dahlenburgs, noch sicher: „Der GIP ist eigentlich eine Erfolgsgeschichte, mit ein paar Verzögerungen“, sagte er damals gegenüber der LZ. 2006 ging man in Dahlenburg noch davon aus, dass bis 2008 möglicherweise nur noch wenige Restflächen frei sind. Eine Hoffnung, die sich bis heute nicht erfüllt hat.

Die Anfangseuphorie ist in Dahlenburg mittlerweile verflogen. Denn zirka die Hälfte des Areals, das an der Ortsumgehung B216 liegt, ist noch immer nicht veräußert. Angesiedelt haben sich in dem GIP bisher unter anderem die Firmen Post und Döhler oder die Energieversorgung Dahlenburg/Bleckede AG, die dort Biogasanlagen betreibt, geplant ist außerdem der Bau einer Tankstelle.

Als „gemeinnütziges Unternehmen für die Entwicklung des ländlichen Raumes in den Bereichen Agrar- und Spezialbau, Baulandentwicklung, Flächenmanagement sowie Stadt- und Regionalentwicklung“, sollte die NLG die Gewerbeflächen in dem GIP bewerben und so den Verkauf an Unternehmen vorantreiben. Von der Arbeit der NLG, die für die Vermarktung seit 2004 von der Gemeinde Dahlenburg bezahlt wurde, ist der Flecken enttäuscht.

Gemeinde soll Vermarktung der Flächen übernehmen

„Wir haben einfach nicht den Eindruck, dass die NLG sich richtig bemüht“, sagt Ratsherr Ulrich Schulz (CDU). Grund dafür seien zum Beispiel fehlende Beschilderungen oder unzureichende Werbung im Internet. „Wir haben die NLG dafür bezahlt, aktiv zu werden. Und das ist unserer Meinung nach vernachlässigt worden. Da haben wir einfach mehr erwartet.“

Dieser Meinung sind alle Mitglieder des Fleckenrates. Deshalb fiel jetzt in der jüngsten Ratssitzung einstimmig die Entscheidung: Das Areal soll zurückgekauft werden, und in Zukunft soll die Gemeinde die Vermarktung der Flächen selbst übernehmen.

„Wir sind optimistisch, dass es dann endlich deutlich offensiver vorangeht“, sagt Ratsherr Karl May (SPD). Er begrüßt den Beschluss auch im Hinblick auf die finanzielle Lage des Flecken. „Wir sind finanziell sowieso eher klamm und müssen sparen. Vorher hatten wir hohe Ausgaben und wenig Nutzen. Selbst können wir da jetzt einfach mehr leisten“, glaubt May.

Rückübertragung für Ende des Jahres geplant

Vorteile in einer Vermarktung in Eigenregie sieht Ulrich Schulz unter anderem in der Nähe des Flecken zu dem GIP: „Wir können so Interessenten auf direktem Wege und vor Ort ansprechen. Außerdem können wir die Intensität der Bewerbung selbst bestimmen und auch entscheiden, welche Plattformen wir nutzen wollen.“

Nachdem der Beschluss vom Flecken nun gefasst wurde, laufen derzeit die weiteren Planungen in Dahlenburg. Genauere Vertragsdetails müssten erst noch mit der NLG verhandelt werden, erklärt Karl May. „Die Verwaltung soll als nächstes ein Vermarktungskonzept erstellen und vorlegen. Die Rückübertragung des Gewerbegebietes ist dann voraussichtlich für Ende des Jahres geplant“, kündigt Ulrich Schulz an.

Von Patricia Luft