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Claudia Bitti von den Fundskerlen, Thomas König, Leiter der Alten Stadtgärtnerei, sowie Gartentherapeut Mirko Surburg und Ergotherapeutin Jessica Roisch (v.r.) freuen sich, dass der Sinnesgarten fertig gestellt ist. Foto: lz/phs

Neues Angebot für Demenzkranke

Lüneburg. Riechen, schmecken, sehen – all das kann Erinnerungen wachrufen. Das gilt im besonderen Maße für demenzkranke Menschen. Für die an Demenz erkrankten B ewohner des Seniorenzentrums Alte Stadtgärtnerei wurde deshalb ein Sinnesgarten angelegt, der jetzt offiziell eingeweiht wurde. Möglich wurde das Projekt dank zahlreicher großer und kleiner Spenden, die der Förderkreis „Fundskerle“, der Projekte der Gesundheitsholding unterstützt, eingesammelt hat.

Demenzkranke sollen Bewegungsdrang ausleben dürfen

Entstanden ist eine Wegeführung in Form einer Acht, damit Demenzkranke ihren Bewegungsdrang ausleben können und immer wieder zum Ausgangspunkt finden, erkärt Mirko Surburg, Gartentherapeut und Gärtnermeister. In vier Hochbeeten gibt es unter anderem Thymian, Lavendel und Salbei, die zum Riechen anregen. Die puscheligen Blätter des Woll-Ziest verleiten zum Tasten, Erdbeeren können probiert werden.

Angelegt ist außerdem ein Übungsparcours, im dem sicheres Gehen geübt werden kann, sagt Ergotherapeutin Jessica ­Roisch. Überhaupt sei es wertvoll, dass nun eine „Therapie der Sinne“ im Freien möglich ist, um darüber einer Antriebslosigkeit aufgrund von Unsicherheiten vorzubeugen, von denen viele Demenzkranke geprägt seien. Durch die Stimulation der Sinne würden Erinnerungen geweckt, da viele ältere Bewohner früher Gärten bewirtschaftet haben. Das wiederum gebe Halt.

Ergotherapie im Freien

Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 60.000 Euro. Bisher sind laut Claudia Bitti 51.000 Euro zusammengekommen, sie wird weiter die Spendentrommel rühren. „Denn es soll zum Beispiel noch ein Pavillon angeschafft werden, damit Ergotherapie im Freien möglich ist, und wir möchten noch weitere Pflanzen sowie Obstbäume setzen.“

Bürgermeister Eduard Kolle machte deutlich, dass Demenz­erkrankungen ein Thema ist, das die ganze Gesellschaft angeht. Es gelte, Betroffene so zu versorgen, dass ihnen ein gutes Leben ermöglicht werde. Das Seniorenzentrum Alte Stadtgärtnerei habe bereits einen eigenen Wohnbereich mit speziellen Angeboten. Der Sinnesgarten ermögliche eine zusätzliche Therapie. Er wie auch Thomas König, Leiter der Einrichtung, und Ekkard Meyer, Geschäftsführer der Städtischen Pflegezentrum gGmbH, dankten allen Sponsoren sowie Claudia Bitti, die ein Motor für das Projekt sei.

Von Antje Schäfer