Aktuell
Home | Lokales | Mehr öffentliche Hotspots in Lüneburg
Wo ist das nächste frei zügängliche WLAN-Netz? Eine Frage, mit der Smartphone-Nutzer immer wieder konfrontiert werden. Foto: lz/t&w

Mehr öffentliche Hotspots in Lüneburg

Lüneburg. Es sei höchste Zeit, dass in Lüneburg ein dichtes, frei zugängliches WLAN-Netz entsteht. Ihre Auffassung hatte die Jamaika-Gruppe im März mit einem Ra tsantrag deutlich gemacht. Bis Ende 2020 sollten die wichtigsten öffentlichen Orte in der Stadt mit öffentlichen drahtlosen Internetzugangspunkten (Hotspots) ausgestattet sein, lautete die Forderung. Die Verwaltung hat nun einen Vorschlag erarbeitet und will mit der Umsetzbarkeit und Kostenermittlung einen Projektmanager beauftragen. Details dazu stellte Gerold Münst, Bereichsleiter EDV, im Wirtschaftsausschuss vor.

Nutzer müssen sich immer wieder neu anmelden

Nach der Ratssitzung hatte sich eine Arbeitsgruppe gegründet, der Vertreter der Marketing GmbH, der Wirtschaftsförderung sowie Mitarbeiter der Verwaltung angehören. Diskutiert worden sei unter anderem, wer das WLAN-Netz brauche und wer für die Kosten aufkomme. Denn Kabel müssen in die Erde gebracht und Antennen installiert werden. Mit Blick auf den Denkmalschutz sei eine weitere Frage, ob überall Antennen angebracht werden dürfen, verdeutlichte Münst, der auch darauf hinwies, dass die Stadt bereits mit zirka 60 Hotspots bestückt ist.

Aufgrund unterschiedlicher Anbieter muss sich der Nutzer jedoch immer wieder anmelden. Nicht komfortabel, hatte die Jamaika-Gruppe kritisiert. Laut dem EDV-Spezialisten der Stadt hat allerdings eine Umfrage von Studenten im Auftrag der Marketing GmbH ergeben, dass mehr als die Hälfte der Befragten gesagt hätten, sie würden übers Smartphone ins Internet gehen, bräuchten also kein frei zugängliches WLAN-Netz. Münst gab zu bedenken, dass mit Blick darauf, dass Flatrates künftig zu günstigeren Konditionen angeboten werden, Mobilfunk zunehmend WLAN ersetze könnte.

Drei Lösungswege stehen im Raum

Dem Ausschuss stellte Münst dann drei Varianten vor: Bei einer „kleinen Lösung“ könnten an vier bis fünf Plätzen in der Innenstadt Hotspots ergänzend zu den vorhandenen installiert werden. Inklusive der Verlegung von Kabeln (pro Meter zirka 80 Euro) würde das schätzungsweise 50 000 Euro kosten. Eine „mittlere Lösung“, bei der wichtige Orte und die Anzahl noch definiert werden müssten, würde eine Investition von 200 000 Euro bedeuten. Die große Lösung, bei der Nutzer überall in der Stadt freien WLAN-Zugang haben und dies auch „massentauglich“ bei Veranstaltungen wie dem Stadtfest wäre, würde aufgrund der entsprechen Infrastruktur bis zu einer Million Euro kosten.

Die Verwaltung plädiert für die mittlere Lösung, sieht diese aber eng verbunden mit dem Zukunftsprojekt Digitalisierung in Verwaltung, Schulen sowie der Breitbandversorgung in den kommenden Jahren. Deshalb bedürfe es eines Gesamtkonzeptes. Ein Projektmanager, der über eine Ausschreibung gewonnen werden soll, wird diese Aufgabe übernehmen. Und er soll die Kosten für die mittlere Variante konkret ermitteln.

Für die Einrichtung kostenloser Internetzugänge hat die EU zwar Fördermittel aus der Initiative „WiFi4EU“ bereitgestellt. Wie viele Kommunen jedoch davon profitieren könnten und in welcher Höhe, ist noch nicht klar. Hinzu kommt, dass die Kommunen für die Betriebskosten nach gegenwärtigem Stand selbst aufkommen müssen. Oberbürgermeister Ulrich Mädge will für die EU-Fördermittel einen Antrag stellen. Zudem hätten Bund und Land Förderungen für die Digitalisierung angekündigt. Ende 2018 werde klar sein, was das WLAN-Projekt kosten könnte.

Von Antje Schäfer

10 Kommentare

  1. Wie vorgestrig ist das denn? Wenn der Rat wieder Steuergeld im großen Stil verbrennen möchte, ist die überflüssige Investition in antiquierte öffentliche Open WLAN-Netze sicher ein idealer Weg. Die ganze Aktion kommt zehn Jahre zu spät. Ein Witz im Zeitalter von UMTS und LTE bzw. 4Gplus.

  2. Irgendwie wird hier eine Lösung für ein nicht wirklich existierendes Problem propagiert – und dafür soll Steuergeld ausgegeben werden? Ich kann Nik nur Recht geben: schon länger überflüssig…

  3. Ich kann der beiden vorhergehenden Kommentaren nur zustimmen.
    Die Störerhaftung für offene WLANs wurde gesetzlich geändert- also faktisch abgeschafft. Somit kann jeder (auch Geschäfte) freies WLAN anbieten.

    Seitens der Stadt WLAN flächendeckend einführen zu wollen, ist in Zeiten von Datenflatrates wirklich überholt. Gut, sinnvoll wären Punkte, an denen die Infrastruktur bereits besteht, einen derartigen Internetzugang anzubieten (z.B. am Rathaus, am Sande, am Bahnhof). Das sollte für wenig Geld möglich sein.

    Die Generation „Smartphone“ (also all diejenigen, die damit auch über das Internet kommunizieren) hat eh schon eine Lösung gefunden => passender Vertag, der nicht nur in Lüneburgs Innenstadt funktioniert..

    Lieber Planer,
    bitte bedenkt die Wartungskosten in den kommenden Jahren, nicht nur die Anschaffung und Datentransferkosten.

    Auch ich kann Nik nur Recht geben: schon länger überflüssig…

  4. Als wollten die Ratspersonen die gefährliche Feinstaubbelastung in der Innenstadt dadurch beheben, daß sie Luftreinigungsanlagen aufstellen lassen, die am Sande und am Marktplatz mit Dieselgeneratoren in der Größe des Libeskind-Panzerschiffs vom Bockelsberg betrieben werden.

    Wer den Artikel oben liest, bekommt einen ungefähren Eindruck auf welchem Niveau von Frau Schröder-Ehlers und ihrer wissenschaftlichen Mitarbeiterin aus Neetze sowie von Alexander Schwake und seinem Barbier über „die Digitalisierung“ reflektiert wird.

    Herr Webersinn, Herr Blanck, Herr Soldan und Herr Pauly, stoppen Sie den Unfug. Kennen Sie die Geschichte von den Schildbürgern, die Jahre, nachdem sie ihr Rathaus gebaut hatten, feststellten, daß es stockdunkel darin war, und nun viele Monate lang mit Eimern und Wannen versuchten, das Sonnenlicht einzufangen und ins Gebäude zu transportieren, anstatt Fenster hineinzusetzen? Machen Sie sich nicht lächerlich! Gehen Sie lieber daran, mit dem vorgesehenen Geld den elektronischen Stadtentwicklungsplan und den Ausbau der Fahrradstraßen ein paar Millimeter voranzubringen.

  5. You say hello and we say goodbye

    Ich lach mich schlapp, vier Jahre und vier Monate nach unserer Bundeskanzlerin betritt jetzt auch der Rat der Hansestadt Lüneburg „Neuland“.

    Und zwanzig Jahre nach der Smartphone-Revolution wähnen die seniorenheimigen Epochenschlepper sich in der WLAN-Steinzeit angekommen.

    😉 Flori

  6. Werner Schneider

    Die bisherige Argumentation war technischer Natur, beachtet aber nicht die sozialen Belange: Nicht jede/r kann sich einen LTE-Vertrag o.ä. leisten. WLAN ist der preiswerteste Zugang. Wenn ich irgendwo warten muss, bin ich zudem froh mit meinem Laptop schnell mal ins Netz gehen zu können.

    • So ist es, Werner,

      Bahnhof, Bibliotheken, Schulen, Ämter, Institute, Krankenhäuser, Altenheime, Gaststätten, Hotels, etc. sind alle lange schon ausgerüstet. Mehr als 60 Hotspots gibt es bereits. Dort, wo Du mit einem Laptop arbeiten kannst, ist für Connection seit Jahren gesorgt. Teuer, überflüssig und schon vor der Umsetzung veraltet ist der zusätzliche OWLAN von städtischer Seite.

      @ Rentner

      Wenn dir sogar sowas „Angst“ macht, solltest du dich vielleicht mal nach einem Psychologen mit dem Schwerpunkt Trauma- und Phobientherapie umsehen z. B. beim Institut für angewandte Tiefenhypnose.

  7. Jamaika macht mir Angst, wer stoppt diesen Unfug? In Lüneburg ist an jeder Ecke LTE vorhanden, keiner braucht dieses unsinnige WLAN.

  8. Entwarnung vor WLAN-Sicherheitslücke

    Der Appell des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), aufgrund einer Sicherheitslücke im WLAN-Protokoll WPA2 keine Bankgeschäfte oder Einkäufe über ein Drahtlosnetzwerk zu tätigen, stößt bei Fachleuten auf Kritik. Rüdiger Trost, IT-Experte und großer Bruder von Hänschen Trost, relativiert: „Man darf nicht den Eindruck entstehen lassen, daß jeder Möchtegernkriminelle nun alle Verschlüsselungen hacken und Daten mitlesen kann.“ Dennoch gibt er zu bedenken: „Uli Schmiedebach aus Oedeme sollte sich dringend mal mit einem Schuldenberater in Verbindung setzen und Hannah Tietze-Savas aus Kaltenmoor sei gesagt: Sie können den ganzen Klimbim doch in Wirklichkeit unmöglich brauchen, den sie da tagtäglich über Amazon und Otto bestellen.“

    Keep cool (wo)men, rät Christoph Kuhlmann