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Der Betreiber der Biogasanlage Neetze will ein Nahwärmenetz aufbauen, mit dem zunächst die Betriebe im Gewerbegebiet versorgt werden sollen. Am Donnerstag wird das Projekt im Umweltausschuss der Gemeinde vorgestellt. Foto: cm

Günstige Wärme für Gewerbegebiet

Neetze. Für die Biogasanlage in Neetze bricht ein neues Zeitalter an: Künftig soll die Abwärme der Anlage genutzt werden, um die Betriebe im Umfeld zu heizen. Nach vielen Jahren und mehreren Betreibern wagt die Bioenergie Neetze damit erstmals den Schritt in die Nahwärmeversorgung.

„Wir haben zunächst einmal einen groben Vorentwurf gemacht und der Gemeinde vorgelegt“, sagt Sprecher Josef Kunert. Auch Gespräche mit den anderen Betrieben im Gewerbegebiet Neetze hat Kunert geführt. „Die Resonanz war überwiegend positiv.“ Für ihn ist die Nutzung der Abwärme für die Wärmeversorgung nur eine logische Konsequenz. „Wir haben natürlich ein Interesse daran, die Wärme zu verwerten, weil das die Anlage wirtschaftlicher macht.“

Die Nahwärmeleitungen sollen mit einer entsprechenden Bohreinrichtung unter der Straße Ortsgarten bis zur Wärmeeinspeisung der Biogasanlage durchgeschossen werden. „Die Anschlüsse der Gewerbebetriebe müssen noch abgeklärt werden“, so Kunert. „Wir müssen sehen, ob es einfacher ist, diese ebenfalls unter der Straße hindurchzuschießen oder die Straße aufzunehmen.“

Zustimmung der Gemeinde wohl sicher

Künftig werden die Betriebe im Gewerbegebiet günstige und grüne Wärme bekommen. „Wir denken an einen Preis zwischen zwei und vier Cent pro Kubikmeter“, sagt Kunert. Ob ein Zuschuss für den Bau nötig wird, müsse erst noch berechnet werden.

Die Gemeinde Neetze muss außerdem ihre Zustimmung dazu geben, dass die Leitungen unter ihren Straßen gebaut werden. Doch da sieht Bürgermeister Karsten Johansson keine Probleme. „Wir finden die Idee super und werden das natürlich unterstützen“, sagt Johansson. Die Erlaubnis beinhaltet die Auflage, dass die Straßen in dem Zustand hinterlassen werden, wie sie heute sind. „Außerdem werden wir noch mit der Telekom reden, ob hier gleich Leerrohre verlegt werden sollen.“

Die Genehmigung der Gemeinde steht beim Wege- und Umweltausschuss am Donnerstag, 19. Oktober, ab 19 Uhr, im Gemeindebüro auf der Tagesordnung.

Das Gewerbegebiet könnte aber noch nicht das Ende der Nahwärmeversorgung sein: Nur knapp einen Kilometer entfernt liegt die Milchberg-Siedlung mit rund 55 potentiellen Wärmekunden. Pläne gibt es dazu zwar bislang nicht, aber: „Ich würde das zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht ausschließen“, sagt Kunert. Auch Johansson sieht die Chance. „Wir hätten nichts dagegen, wenn der Betreiber auch die Milchberg-Siedlung anschließen würde.“

Von Claudia Misiek