Donnerstag , 22. Februar 2018
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Mit dem neuen Anlauf zum Umbau der alten Schule in der Diersbütteler Straße würde auch der Spielkreis Ehlbeck ein neues Domizil erhalten. (Foto: t&w)

Gemeinde Rehlingen unter Zugzwang

Rehlingen/Ehlbeck. Mit einer Petition haben sich 25 Eltern von 17 Kindern des Spielkreises Ehlbeck unter anderem an den Gemeinderat Rehlingen gewandt. Darin fordern sie „die Herstellung einer intakten, kindgerechten und sauberen Sanitäreinrichtung“. Für Unruhe sorgt zudem, dass trotz der von den Eltern bemängelten desolaten Zustände jetzt sogar eine Erhöhung der Betreuungsgebühren geplant ist. Befassen wird sich der Rat Rehlingen mit dem Spielkreis bei seiner Sitzung heute Abend ab 20 Uhr im Feuerwehrhaus. Im Vorfeld hat die LZ auch mit Rehlingens Bürgermeister Herbert Tolksdorf (UWR) über die Forderungen der Eltern gesprochen.

In der Petitionsbegründung heißt es unter anderem: „Die Toi­letten und Waschbecken des Spielkreises sind in die Jahre gekommen. Zum Teil weisen sie Beschädigungen auf.“ Und weiter: „Der Putz bröckelt sichtbar von den Wänden. Fugenmasse fehlt zum Teil. Ein unangenehmer Geruch ist deutlich wahrnehmbar.“ Zudem fehle es an Kindertoiletten. Die zwei Erwachsenentoiletten müssten sich die Erzieherinnen und die Kinder teilen, heißt es. Zudem sei das Zähneputzen aus Platzgründen und „aufgrund fehlenden warmen Wassers nicht oder nur schwer möglich“. In Anbetracht dieser Umstände und der geplanten Gebührenerhebung, „möchten wir Sie höflichst um die zeitnahe Sanierung der hier angesprochenen Räumlichkeiten bitten“, schließt das gemeinsame Schreiben der Elternschaft.

Sanitäranlagen „grundsätzlich in Ordnung“

Dazu sagt Bürgermeister Tolksdorf: „Ich habe das meinem Gemeinderat mitgeteilt, und wir werden uns der Sache annehmen. Wenn Reparaturen notwendig sind, werden wir das machen.“ Das Gebäude sei zwar alt, aber die Sanitäreinrichtungen seien grundsätzlich in Ordnung und würden regelmäßig gereinigt. Über notwendige Reparaturen hinaus werde die Gemeinde aber nicht mehr allzu viel Geld in das Gebäude investieren. Hintergrund sind die wiederbelebten Pläne, die ehemalige Schule in der Diersbütteler Straße zum Dorfgemeinschaftshaus mit Kindergarten umzubauen. Dort soll dann auch der Spielkreis sein neues Domizil beziehen.

Zuletzt hatte die Gemeinde noch unter der Leitung von Bürgermeister Rainer Mühlhausen die Dorfgemeinschaftshauspläne 2015 wieder aus der Schublade geholt. Zu dem Konzept gehörte auch die Umgestaltung der Außenanlagen mit Grill- und Bouleplatz, um die Dorfgemeinschaft zu beleben. Gegen das Freizeitgelände hatten aber Anwohner Bedenken angemeldet. Tolksdorf sagt: „Wir haben die Einwendungen aufgenommen und in nichtöffentlicher Ratssitzung beschlossen, vom Grill- und Bouleplatz Abstand zu nehmen. Es wird ein öffentlicher Spielplatz wie bisher bleiben.“ Entsprechend sei beim Landkreis ein geänderter Bauantrag gestellt worden. Tolksdorf sagt: „Ich gehe davon aus, dass wir 2018 mit den Arbeiten für das neue Dorfgemeinschaftshaus mit Kindergarten beginnen können.“

Zu den geplanten Gebührenerhöhungen sagt Tolksdorf: „Bisher haben wir keine soziale Staffelung. Alle Eltern zahlen für die Betreuung von 7.30 Uhr bis 13 Uhr pro Kind monatlich 70 Euro.“ Das sei nicht mehr zeitgemäß und würde auch den tatsächlichen Kosten nicht mehr gerecht. „Es heißt zwar Spielkreis, aber wir haben den Personalaufwand wie bei einem Kindergarten.“ Jetzt soll eine soziale Staffelung eingeführt werden. Der Höchstbetrag soll nach dem Satzungsentwurf 230 Euro betragen.

Von Dennis Thomas