Donnerstag , 22. Februar 2018
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Der Ostheider DörferBus nahm im Februar 2015 seinen Dienst auf. Damit es das Angebot auch nach dem 31. Januar 2018 noch gibt, muss ein Verein Organisation und Betrieb übernehmen.
Der Ostheider DörferBus nahm im Februar 2015 seinen Dienst auf. Damit es das Angebot auch nach dem 31. Januar 2018 noch gibt, muss ein Verein Organisation und Betrieb übernehmen.

DörferBus braucht neues Fahrgestell

Ostheide. Nur noch bis Anfang 2018 wird die Samtgemeinde Ostheide den DörferBus als kommunalen Fahrdienst betreiben. Dann soll er auf neue Füße gestellt und v on einem Verein getragen werden. Nur: Den Verein gibt es noch gar nicht. Die Gründung soll jetzt bei einer Informationsveranstaltung am Freitag (siehe Info-Box) vorbereitet werden, zu der SPD und CDU der Samtgemeinde Ostheide einladen. „Ziel ist es, das Angebot zu erhalten, das vor allem von Älteren als Segen empfunden wird, die auch ohne eigenes Auto in ihrem Heimatort wohnen bleiben möchten“, sagt Martina Habel, Vorsitzende der SPD Ostheide. Der Bus bringt bedürftige Menschen aus den Dörfern der Samtgemeinde unter anderem zum Arzt, zum Einkaufen oder ins Rathaus.

Den Anstoß für die Gründung des Bürgerbus-Angebots gab seinerzeit ein Antrag von SPD und Grünen. Der sei damals kontrovers diskutiert worden, berichtet Ostheides Samtgemeindebürgermeister Norbert Meyer. „Eigentlich ist das eine Aufgabe unserer sechs Mitgliedsgemeinden. Aber die haben das auf die Samtgemeinde übertragen.“ Seit Februar 2015 organisiert die Samtgemeinde den kommunalen Fahrdienst, allerdings befristet bis zum 31. Januar 2018. Bis dahin soll der Verein gegründet sein, der dann Trägerschaft und Organisation übernimmt. Meyer sagt: „Wenn es ein Verein macht, kann man auch im Rahmen des ÖPNV zusätzliche Strecken anbieten und dafür auch Geld nehmen.“ Das sei derzeit nicht der Fall, da der kommunale Fahrdienst ehrenamtlich organisiert sei und eben keine Konkurrenz zum ÖPNV darstellen dürfe. Meyer weiter: „Und als kommunaler Fahrdienst dürfen wir das Angebot nur für Bedürftige machen. Mit einem Verein als Träger dürfte jeder damit fahren.“

„Verein kann selbstständiger und spontaner agieren“

Jörn Krumstroh, Vorsitzender CDU-Fraktion im Gemeinderat Barendorf, ergänzt auf LZ-Nachfrage: „Ein Verein kann selbstständiger und spontaner agieren. Zudem ist es nicht Aufgabe der Samtgemeinde, einen Bürgerbus dauerhaft zu organisieren und zu verwalten. Aber natürlich muss so ein Verein unterstützt werden, damit er erfolgreich sein kann.“

Hilfe sagt Samtgemeindebürgermeister Meyer schon jetzt zu: „Auf jeden Fall werden wir einen Verein in der Übergangsphase organisatorisch unterstützen.“

Sollte die Vereinsgründung aber scheitern, wäre das wohl das Ende des DörferBus-Projektes. Man müsste dann noch einmal politisch darüber reden, so Meyer. Gleichwohl unterstreicht der Verwaltungschef die Notwendigkeit eines solchen Angebots: „Bisher hat zwar nicht die große Masse den Bürgerbus genutzt, aber diejenigen, die ihn genutzt haben, vor allem ältere Leute, die brauchen ihn wirklich.“

Ein mögliches Vorbild für einen Bürgerbus-Verein könnte die Organisation in der Samtgemeinde Amelinghausen sein: Auch der Amelinghausener Bürgerbus wird seit Anfang 2015 nicht mehr von der Samtgemeinde, sondern von einem Verein getragen. Aus rechtlichen und organisatorischen Gründen können seitdem aber nur noch Vereinsmitglieder den Fahrdienst nutzen, wobei die Mitgliedschaft nicht allein auf Personenmitgliedschaften begrenzt ist, sondern sich auch auf Kommunen bis hin zu Arztpraxen erstreckt.

Über EU-Fördermittel von der Samtgemeinde Amelinghausen finanziert

Zuvor wurde das Amelinghausener Angebot als Pilotptojekt über EU-Fördermittel von der Samtgemeinde Amelinghausen finanziert. Hätte der Verein den Bürgerbus nicht übernommen, „würde es das Angebot nicht mehr geben“, erklärt Magnus Ludwig, Kassenführer des über Mitgliederbeiträge finanzierten Vereins. Diese betragen jährlich 24 Euro.

„Wir haben mehr als 200 Mitglieder, rund ein Viertel davon nutzt die angebotenen Fahrten. Der Rest ist einfach noch nicht darauf angewiesen, unterstützt aber mit den Beiträgen diejenigen, die es sind“, sagt Ludwig. Im vergangenen Jahr habe der Bürgerbus Amelinghausen insgesamt rund 30.000 Kilometer zurückgelegt.

Von Patricia Luft und Dennis Thomas

Termin

Info-Abend in Reinstorf

Zur Zukunft des DörferBusses in der Samtgemeinde Ostheide findet eine Informationsveranstaltung statt am Freitag, 20. Oktober, um 18 Uhr im Feuerwehrhaus Reinstorf. Dort erfahren Interessierte, was sich an dem Angebot ändern könnte. Gleichzeitig sollen alle an der Vereinsgründung Interessierten das weitere Vorgehen vereinbaren. Bürgerinnen und Bürger ohne eigenes Auto können sich mit dem DörferBus zu dieser Veranstaltung fahren lassen. Anmeldungen bei Ulrich Sander bis Freitag um 12 Uhr unter (0172) 6216118.