Donnerstag , 20. September 2018
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Max (12), Kevin (12) und Stefan (14, von links) laufen ein ums andere Mal den Lüneburger Wasserturm hinauf, um Geld für afrikanische Kinder zu erlösen. Foto: be

Das Auf und Ab hilft beim Lesenlernen

Lüneburg. Die rechte Wade zwickt schon ein wenig. Morgen dürfte sich der Muskelkater bemerkbar machen. Kein Wunder, Kevin hat sich ordentlich ins Zeug gelegt. S tolze 18 Mal ist er gerade die 298 Stufen des Lüneburger Wasserturms hinauf- und wieder hinuntergelaufen. Damit zählt der Zwölfjährige zu den sportlichsten Siebtklässlern der Oberschule am Wasserturm. Die 70 Schüler des Jahrgangs sind beim jährlichen Treppenmarathon wieder für einen guten Zweck gelaufen. Von ihrem Einsatz profitieren Kinder in Afrika.

Was an anderen Schulen der Sponsorenlauf rund um den eigenen Sportplatz ist, ist für die Oberschule am Wasserturm der Treppenmarathon: Einmal im Jahr schwitzt der jeweils 7. Jahrgang beim Auf und Ab im bekannten Wahrzeichen. Die Schüler besorgen sich vorher möglichst persönliche Sponsoren, die 2,50 Euro pro Auf- und Abstieg spendieren. Bei zehn anvisierten Läufen von unten nach oben und zurück macht das 25 Euro pro Schüler. Die sportlichen Schüler können, wenn sie ihre zehn Runden komplett haben, für jene Mitschüler mitlaufen, die nicht ganz so viel Puste haben. Kevin hat seinen Klassenkameraden so acht Stempel beschert. „Ich spiele Fußball beim VfL, wir trainieren zweimal pro Woche“, begründet er seine Ausdauer. Auch in seiner Mannschaft gehöre er zu den Konditionsstärksten. Gleich drei persönliche Sponsoren hat er für die Idee bgeistern können, das Vereinsrestaurant des VfL, ein Teeladen und ein Sozial­pädagoge unterstützen.

Für den Marathon extra trainiert

Klassenkamerad Stefan hat 14 Auf- und Abstiege geschafft. Zwar sei er in keinem Sportverein aktiv, doch er spiele gern Basketball und Fußball, halte sich außerdem mit Laufen fit. Und für den Marathon hat er extra trainiert, am Bockelsberg einige Sonderschichten eingelegt. Weil er bei der Sponsorensuche leer ausgegangen war, springen seine Lehrer ein, so wird seine Leistung genauso honoriert.

Das erlaufene Geld fließt über den Verein Naretoi komplett an kenianische Schulkinder. So tragen Kevin, Stefan und die anderen dazu bei, dass Halb- und Vollwaisen zur Schule gehen können, um Lesen und Schreiben zu lernen. Da ist ein Zwicken in der Wade mal zu verschmerzen. ahe