Aktuell
Home | Lokales | Gellersen | Einwohner-Interesse übertrifft Erwartung der Bürgermeister
Dem Bau eines Glasfasernetzes in den Samtgemeinden Bardowick und Gellersen steht nichts mehr im Weg. Kurz vor Ende der Anmeldefrist liegt die Quote der unterversorgten Haushalte, die einen Vorvertrag unterzeichnet haben, bei deutlich mehr als 70 Prozent.

Einwohner-Interesse übertrifft Erwartung der Bürgermeister

Bardowick/Reppenstedt. Die Vorvermarktung für den Breitbandausbau in den Samtgemeinden Bardowick und Gellersen hat „einen regelrechten Hype ausgelöst“, sagt Bar dowicks Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann. Sein Gellerser Bürgermeisterkollege Josef Röttgers ergänzt auf LZ-Nachfrage: „Das ist eine regelrechte Welle, die wir erleben.“ So hatte Luhmann bei der jüngsten Sitzung des Samtgemeinderats Bardowick auch eine frohe Botschaft zu verkünden: „Wir haben unsere Quote mehr als erfüllt.“ 60 Prozent aller potenziellen Haushalte in den beiden Samtgemeinden müssen sich per Vorvertrag für den kommunalen Breitbandausbau aussprechen, damit es wirtschaftlich darstellbar sei. Am Dienstagabend lag die Gesamtquote für Gellersen und Bardowick schon bei 72,9 Prozent. Am Freitag endete die Anmeldefrist.

Allein am Dienstag sind 299 Verträge im Bardowicker Rathaus eingegangen

„Wir waren uns alle einig, dass wir die 60 Prozent schaffen“, sagte Luhmann gegenüber der LZ, „aber dass wir so gut sind, darauf hätte ich nicht gewettet.“ Anfangs habe es noch manche Skeptiker gegeben, die die Sinnhaftigkeit des Breitband-Vorhabens angezweifelt hätten. „Doch jetzt hat sich die Stimmung gedreht. Immer mehr haben Angst, etwas zu verpassen, wenn sie nicht doch noch schnell mitmachen.“ Bis zum Wochenende waren die Gemeinden Mechtersen mit 77 Prozent sowie die Gemeinde Handorf mit 66 Prozent Vorvertrags-Quote die Spitzenreiter. Das dürfte sich mittlerweile relativiert haben. Allein am Dienstag seien zusätzlich 299 Verträge nur im Bardowicker Rathaus eingegangen.

Auch in der Gellerser Verwaltung laufen laut Röttgers derzeit die Telefone heiß, weil sich noch Kurzentschlossene melden. „Es gehen fast stündlich Anträge in hoher Zahl ein.“ Vor gut einer Woche fehlten noch rund 400 Verträge zur Zielmarke von rund 2600. Jetzt kommt laut Luhmann allein die Samtgemeinde Bardowick mit den teilnehmenden Gemeinden Mechtersen, Handorf, Wittorf, Barum und Radbruch auf mehr als 2000. In der einwohnerschwächeren Samtgemeinde Gellersen sei zusätzlich der Wert von 1200 Vorverträgen in Kirch-, Süder- und Westergellersen sowie Dachtmissen längst überschritten worden, so Röttgers.

Vorvermarktung könnte noch in diesem Jahr starten

Am 26. Oktober trifft sich der Verwaltungsrat des Projektpartners „ElbKom“ (Eigenbetrieb der Samtgemeinde Elbmarsch), um darüber zu entscheiden, ob anhand der erreichten Quote der Ausbau tatsächlich angepackt wird. Das gilt angesichts der positiven Zahlen jetzt nur noch als Formalie.

Und Luhmann macht auch den Gemeinden Bardowick, Vögelsen und Reppenstedt Hoffnung. Dort darf zwar die öffentliche Hand nicht eingreifen, weil sie offiziell von der Telekom als versorgt gelten. Luhmann: „Das positive Votum in unserem Ausbaugebiet macht aber den Weg frei für die privatwirtschaftliche Erschließung auch der sogenannten schwarzen Flecken.“ Und zwar soll der Netzbetreiber NGN Telecom, der die kommunale Breitband-Initiative begleitet, mit Hilfe eines privaten Investors dort ein eigenes Breitband-Netz aufbauen. Röttgers sagt: „Unser Ziel ist es, alle Haushalte unserer Samtgemeinden auf dem gleichen Niveau mit schnellen Internetanschlüssen zu versorgen.“ Für die offiziell versorgten Bardowicker und Gellerser Gemeinden im Telefonortsnetz 04131 könnte die Vorvermarktung noch in diesem Jahr starten. Aufgrund der positiven Entwicklung würde dort eine Quote von 50 Prozent reichen, heißt es.
Von Dennis Thomas

Mehr dazu:

Endspurt auf dem Weg zum schnellen Internet

Thema Breitband lockt

Ansturm bei Info-Abend

Startschuss für Breitbandprojekt in der Samtgemeinde Gellersen

NGN Telecom wird Netzbetreiber für Bardowick und Gellersen

Breitband in Bardowick: 2017 soll es in fünf Dörfern losgehen