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Bürgermeister Thomas Maack (v. l.), Architekt Klaus-Otto Dierßen, Ordnungsamtsleiterin Sandra Eddelbüttel und Einrichtungsleiterin Liane Weding stehen vor dem Areal, auf dem der Anbau an die bestehende Kinderkrippe erfolgen soll. Foto: be

Teure Pläne für Erweiterung in Adendorf

Adendorf. Es war purer Zufall, hat auch direkt nichts miteinander zu tun, passte aber irgendwie zusammen. Noch am Nachmittag hatte Adendorfs Ordnungsamtsleiterin Sandra Eddelbüttel die Gemeinde vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg in einem Rechtsstreit um einen Kindergartenplatz vertreten. Am gleichen Abend sprach sich der Ausschuss für Jugend, Senioren und Soziales des Gemeinderats dafür aus, die Kinderkrippe am Freibad um eine Gruppe zu erweitern.

Über vier eigene Kindertageseinrichtungen verfügt die Gemeinde Adendorf bereits. Insgesamt werden dort knapp 400 Mädchen und Jungen betreut, davon 75 im Krippenbereich der bis zu Dreijährigen. „Bei der Bedarfsberechnung für 2018 hat sich gezeigt, dass wir wieder etwas tun müssen“, sagte Eddelbüttel im Ausschuss. „Alle Einrichtungen sind ausgebucht. Um den Bedarf für 2018 bewältigen zu können, wäre eine weitere Gruppe gut.“ Und die, das habe man untersucht, sei an der Krippe am Freibad am besten aufgehoben.

Die Ordnungsamtsleiterin blickte angesichts zu erwartender neuer Zuzüge nach Adendorf noch weiter in die Zukunft: „Langfristig müssen wir vielleicht sogar über eine ganz neue Einrichtung nachdenken, vielleicht auch in Zusammenarbeit mit einer angrenzenden Kommune.“

Architekt Klaus-Otte Dierßen hatte, in Zusammenarbeit mit Verwaltung und Kindergartenleitung, schon eine Vorplanung für den Anbau erstellt, die er im Ausschuss vorstellte. Anschließend an das vorhandene Krippengebäude sieht er einen zweigeschossigen Anbau mit großem Gruppenraum, verschiedenen Funktionsräumen, einer erweiterten Küche und einer Kinderküche, einem Personalraum für dann insgesamt 17 Beschäftigte in der Einrichtung und einer Werkstatt im Obergeschoss vor. Auch das Außengelände mit rund 1300 Quadratmetern sei reichlich bemessen.

Das besondere an der neuen Gruppe: Sie wird als weitere Krippengruppe geplant, die aber „sofern nicht alle Plätze vergeben werden können, auch als altersgemischte Gruppe für Null- bis Sechsjährige besetzt werden kann“, erklärte Eddelbüttel. Auf diese Weise könne man den Bedarf „möglichst flexibel decken“.

Voraussichtliche Kosten für die Erweiterung der Kinderkrippe: 600.000 Euro, zuzüglich 50.000 Euro für die Einrichtung. 180.000 Euro davon, berichtete Amtsleiterin Eddelbüttel, würden durch einen Investitionskostenzuschuss des Landes Niedersachsen in die Gemeindekasse fließen.

Im Frühherbst 2018 könnte Einweihung gefeiert werden

Darüber, ob es sinnvoll sei, Kinder vom Säuglingsalter bis zum Vorschulalter in einer Gruppe zu betreuen, ob man nicht gleich zwei weitere Gruppen schaffen sollte und ob eine eingeschossige statt einer zweigeschossigen Bauweise nicht günstiger sei, wurden im Ausschuss diskutiert. Es bestand aber Einigkeit über die Notwendigkeit einer weiteren Kinderbetreuungsgruppe für Adendorf. Einstimmig empfahl der Jugendausschuss dem Verwaltungsausschuss, die Pläne für den Anbau voranzutreiben und die notwendigen Mittel in den Haushalt 2018 einzustellen.

Sandra Eddelbüttels Zeitplanung ist ambitioniert: Entscheidet sich auch der Gemeinderat für das Projekt, könnte schon im Dezember der Bauantrag gestellt werden. Im Winter würden dann die Ausschreibungen erfolgen und im Frühherbst könnte, wenn das Wetter mitspielt, Einweihung gefeiert werden.
Von Ingo Petersen