Dienstag , 18. September 2018
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Bald schon Werbeträger? Verkehrsinseln wie diese an der Reichenbachstraße sollen von Fachbetrieben gepflegt und beworben werden dürfen. So sieht es ein Antrag der CDU-Fraktion vor. Foto: lz/t&w

Fahrbahnteiler als Werbefläche?

Lüneburg. Ein Birkenwäldchen mit Bienenkörben und Heidepflanzen auf der Verkehrsinsel an der Reichenbachkreuzung, ein Gräsergarten mit Findlingen am Kreisel vor m Klinikum oder eine bunte Blühwiese als Nahrungsquelle für die arg bedrohte Insektenwelt an der Kreuzung Stresemannstraße/Willy-Brandt-Straße. Dazwischen jeweils werbewirksame Tafeln mit einem Hinweis zu dem Unternehmen, das diese Fläche angelegt hat und betreut. So etwa dürfte die Umsetzung eines Antrags zur „Verkehrsinselpflege“ aussehen, den die CDU-Stadtratsfraktion in der Ratssitzung am kommenden Donnerstag vorstellen möchte.

„Die Verkehrsinseln im Lüneburger Verkehrsraum sind oftmals zentrale Dreh- und Angelpunkte des allgemeinen Straßenverkehrs. Dabei fällt auf, dass sie zwar begrünt oder gestaltet sind und auch einen mehr oder minder gepflegten Eindruck machen, mehr aber auch nicht“, erläutern die Fraktionsmitglieder Rainer Mencke und Wolfgang Goralczyk ihren Antrag. Darin regen sie an, die Lüneburger Verkehrsinseln hiesigen Garten- und Landschaftsbaubetrieben oder Straßenbauunternehmen als kostenlose Werbeflächen anzubieten. Im Gegenzug sollen sie für eine „ästhetische Bepflanzung oder Gestaltung sorgen mit der Möglichkeit, sich werbewirksam präsentieren zu können“, heißt es in dem Antrag zur „Verkehrsinselpflege“ weiter. Die Idee haben die beiden Ratsmitglieder in Uelzen abgeguckt, wo es einen entsprechend vermarkteten Kreisel an der Ebstorfer Landstraße gibt.

Idee für das Konzept kommt aus Uelzen

Dass sich auch in Lüneburg Interessenten für ein solches Projekt finden ließen, davon ist Dirk Schoebel überzeugt. Der Lüneburger Garten- und Landschaftsbauer findet die Idee „grundsätzlich gut“, sieht aber auch Probleme: „Die üblichen Verkehrsinseln werden dazu eher nicht taugen.“ Denn wegen der Asphaltierung könne das Wasser nicht versickern, was wiederum dem Wachstum der Pflanzen abträglich sei. „Den Asphalt aufzuhebeln, wäre aber schwer zu realisieren.“ Zudem seien Verkehrsinseln als Werbeflächen wohl eher zu klein, um sich dort als Unternehmen präsentieren zu können. Bei größeren Kreiseln sehe das anders aus.

Das sieht auch Garten- und Landschaftsbauer Siegfried Steinich so, für den wegen des damit verbundenen Zeitaufwands für das Anlegen und die Pflege solcher Flächen eher größere Betriebe als mögliche Partner der Stadt in Frage kommen. Die Kosten beziffert Dirk Schoebel mit sechs- bis zehntausend Euro je nach Art und Fläche, hinzu kämen monatliche Kosten von rund 200 Euro für die Pflege von März bis November.

Weil die Fraktion der Christdemokraten offenbar selbst noch keine Vorstellungen zur konkreten Umsetzung hat, soll mit dem Antrag die Verwaltung gebeten werden, ein entsprechendes Konzept zu erarbeiten. Die dürfte sich über den Antrag eigentlich freuen, schließlich hatte sie selbst zu Beginn des Jahres angekündigt, städtische Verkehrsinseln begrünen zu wollen. 25 000 Euro waren dazu bereitgestellt, gestartet werden sollte an der Reichenbachstraße. Passiert ist da bislang aber noch nichts.

Von Ulf Stüwe

One comment

  1. Für die erst Einrichtung braucht man sicher Geld. Aber die monatlichen Kosten können noch gesenkt werden. Dezente Hinweis Tafeln welche Firma diese Verschönerung ermöglicht hat halte ich für angemessen.
    Große Werbeplakte hingegen wären eher eine Verschlechterung, dann lasst lieber alles beim Alten. Ideen für Bepflanzung können sich die Firmen ja bei Schulen und öffentlichen Ideenauschreibungen holen. Es muss natürlich auch immer die Vekehrssicherheit beachtet werden.