Donnerstag , 20. September 2018
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In Säcken und Tüten schleppen die Kinder ihre gesammelten Schätze heran, schütten sie in die Schaufel des Radladers. Foto: lz/t&w

Wildfutter: Kinder sammeln tonnenweise Kastanien

Adendorf/Lüneburg. An manchen Schulen in Stadt und Landkreis hat es schon eine lange Tradition: Im Herbst gehen die Kinder, oft auch unterstützt von ihren Elter n, los und sammeln Kastanien. Förster holen die Funde ab, die dann als Wildfutter für den kommenden Winter verwendet werden. Regelmäßig mit dabei sind die Grundschule Adendorf und die Heiligengeistschule in Lüneburg.

Insgesamt 3720 Kilogramm holten Sascha Schmitt, Revierjagdmeister in Lüdersburg, und seine Helfer jetzt aus der Grundschule Adendorf ab – von den Standorten Weinbergsweg und Dorfstraße. „Alles Schalwild, außer dem Schwarzwild, nimmt die Rosskastanie liebend gern als Futter an“, erklärte Schmitt, der auch sagte: „Es ist ein schlechtes Kastanienjahr, der Ertrag ist zurückgegangen.“

Am fleißigsten haben in diesem Jahr die Kinder der Klasse E2 am Standort Dorfstraße gesucht – sie allein brachten 470 Kilogramm zusammen. Am Standort Weinbergsweg sammelte die Klasse E5 die meisten rotbraunen Früchte: 444 Kilogramm. Auch Yvonne Cremer, eine der Koordinatorinnen der Kastanienaktion, bestätigt: „Es waren in diesem Jahr deutlich weniger Kastanien zu finden.“

Für die schwere Fracht, die Sascha Schmitt aus Adendorf abholte, gibt es aus Lüdersburg eine finanzielle Entlohnung. Außerdem hatten sich die Mädchen und Jungen „Sponsoren“ gesucht, die die Aktion finanziell unterstützt haben. „Der gesamte Erlös soll uns helfen, dass alle Kinder für einen Trommelworkshop, den wir im Februar planen, nichts dazuzahlen müssen“, sagt Schulleiterin Gesa Johannsen.

Die Lüneburger Heiligengeistschule sammelte den größten Kastanienberg der Stadt. Unter dem Motto machten sich die Schüler seit kurz vor den Herbstferien immer wieder auf, um gemeinsam in ihren Klassen oder in den Ferien auch privat Kastanien zu sammeln – auch diese Fracht ging nach Lüdersburg.

Seit 1999 engagiert sich die Schule mit dieser Aktion – auch für sie gibt‘s natürlich Geld vom Förster als Entlohnung. In diesem Jahr allerdings gab‘s eine Neuerung. Schulleiterin Barbara Geck erläutert: „Bislang war es immer ein Wettbewerb unter den Klassen, es wurde gewetteifert, welche Klasse die meisten Kastanien sammelt.“

Nun ist es zu einem Gemeinschaftsprojekt geworden: Alle sammeln für ein Projekt, das Geld kommt in einen Topf, der Förderverein legt noch Geld obendrauf. Je nachdem, wieviel Geld durch die Kastanien zusammenkommt, gibt es eine besondere Anschaffung – entweder einen Basketballkorb, zwei Bump-Ringe oder ein Riesen-Airtreck, eine Art Trampolin.

Nach einer ersten Schätzung kamen an der Heiligengeistschule rund 800 Kilogramm Kastanien zusammen – da können sich die Schüler auf eine sportliche Überraschung freuen. pet/rast