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Das Schild an einem Hof in Ellringen verweist auf die Rettungswache des DRK. Eine feste Fahrzeughalle gibt es jedoch nicht, die Räume fürs Personal mussten angemietet werden. Foto: lz/be

Zieht Rettungswache um nach Dahlenburg?

Ellringen. Richtig angekommen sind die Rettungssanitäter des DRK-Kreisverbandes in Ellringen eigentlich nie. 2008 ist die dortige Wache eingerichtet worden – un d noch immer stehen die Rettungswagen unter einem unbeheizten Zelt. Eine Fahrzeughalle fehlt, für das Personal musste das DRK zwei Wohnungen auf einem landwirtschaftlichen Anwesen anmieten.

Umzugspläne gewinnen an Aktualität

Schon länger sind das DRK als Betreiber und der Landkreis Lüneburg als Träger des Rettungsdienstes deshalb auf der Suche nach einer anderen Lösung. Denkbar sind für beide Seiten sowohl die Anmietung einer anderen Immobilie als auch der Neubau einer Wache. Bereits 2012 gab es Gespäche mit dem Flecken Dahlenburg. Pachten wollte das DRK damals ein gemeindeeigenes Grundstück. Eine Einigung gab es jedoch nicht.

Jetzt haben die Umzugspläne wieder an Aktualität gewonnen. Im Gewerbegebiet Dahlenburg plant die Samtgemeinde ein neues Feuerwehrhaus. Die Kommune hat dem Landkreis nun einen gemeinsamen Neubau eines Feuerwehrhauses und einer Rettungswache in Dahlenburg vorgeschlagen. Auch das DRK kann sich diese Lösung vorstellen. Nun muss die Politik entscheiden, ob der Vorstoß weiter verfolgt, die Pläne zum Umzug der Rettungswache von Ellringen nach Dahlenburg konkretisiert werden.

Lässt sich 15-Minuten-Frist einhalten?

Dazu wird sich der Ausschuss für Feuer-, Katastrophenschutz und Ordnungsangelegenheiten in seiner Sitzung am Donnerstag, 26. Oktober, mit dem Thema befassen. „Stimmen die Ausschussmitglieder zu, muss zunächst geklärt werden, welche Folgen ein Umzug hätte“, sagt Kreissprecherin Katrin Holzmann zum weiteren Vorgehen. Geprüft werden müsse, ob gesetzliche Vorgaben wie die 15-Minuten-Frist bis zum Eintreffen am Einsatzort noch eingehalten werden, der Versorgungsauftrag im vorgegebenen Gebiet des Kreises noch erfüllt werden kann.

Dazu würde ein Gutachten in Auftrag gegeben werden. „Tendenziell geht es in Richtung Neubau, doch noch steckt das Projekt komplett in den Kinderschuhen“, sagt Holzmann.
Die Ausschusssitzung beginnt um 15 Uhr im Lüneburger Kreishaus. Vorgestellt wird auch die Einsatzstatistik des Rettungdienstes für das Jahr 2016.

Von Patricia Luft

Rettungswachen —  Standorte im Kreis

Sechs Rettungswachen gibt es derzeit im Landkreis Lüneburg, und zwar an den Standorten Bockelkathen, Drögen­nindorf, Ellringen, Lüneburg (zwei Wachen) und Zeetze. Hinzu kommen die beiden Notarztstandorte am Städtischen Klinikum Lüneburg sowie in Neetze.

Die Standortplanung der Rettungswachen wurde im Jahr 2007 im Rahmen eines vom Landkreis beauftragten Gutachtens neu festgelegt. Damals wurde die Rettungswache Süttorf aufgelöst und durch die Rettungswachen Bockelkathen und Ellringen ersetzt. plu