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Dachtmissen ist der Spitzenreiter in der Samtgemeinde Gellersen in Sachen Glasfaserkabel: 93 Prozent der Haushalte dort haben einen Vorvertrag für einen Breitbandanschluss abgeschlossen. Foto: lz/t&w

Breitbandausbau Landkreis Lüneburg: Samtgemeinden wollen nicht nur Kunden sein

Reppenstedt. Die Samtgemeinde Gellersen soll sich an der Elbmarsch Kommunal Service (ElbKom) beteiligen, statt nur deren „Kunde zu sein. Die Mitglieder des Gell erser Samtgemeinderats sprachen sich in ihrer Sitzung am Montagabend in Reppenstedt einstimmig dafür aus, sich an dem Eigenbetrieb der Samtgemeinde Elbmarsch zu beteiligen und beauftragten die Verwaltung, „entsprechende Verhandlungen“ zu führen.

Ein leistungsfähiges Breitbandnetz wird die ElbKom, zu 100 Prozent im Besitz der Samtgemeinde Elbmarsch, in den kommenden Jahren in großen Teilen der Samtgemeinden Gellersen und Bardowick bauen. Betrieben wird das Netz dann vom Münchner Netzbetreiber NGN Telecom, der das Netz von der ElbKom pachten wird.

Er selbst habe schon früh gesagt, die Samtgemeinde Gellersen solle ein Bestandteil der ElbKom werden, erklärte Samtgemeindebürgermeister Josef Röttgers in der Sitzung. „Darüber muss natürlich verhandelt werden, und die Samtgemeinde Elbmarsch wird das auch nicht zum Nulltarif machen.“ Aber: „Ich finde, es ist ein Muss, dass wir da mitsprechen“, betonte Röttgers, das werde auch in der Samtgemeinde Bardowick so gesehen.

Die Idee sei, dass die Samtgemeinde Elbmarsch und die Samtgemeinden Gellersen und Bardowick künftig mit je einem Drittel an der ElbKom beteiligt werden. „Als Anteilseigner stünde letztlich das Glasfasernetz auch im Miteigentum der Samtgemeinde Gellersen“, heißt es von Bürgermeister Röttgers.
„Vernünftig“ fand Peter Bergen (CDU) die Idee der Beteiligung. „Begeistert dafür“, war Oliver Glodzei (Grüne). Auf den „Einfluss“, den man durch eine Beteiligung gewinnt, wies Hinrich Bonin (SPD) hin.

Einstimmig beschloss der Samtgemeinderat dann auch, dass die „Samtgemeinde Gellersen bereit ist, sich an der ElbKom AöR … zu beteiligen“ und entsprechende Verhandlungen mit der Samtgemeinde Elbmarsch zu führen. Für eine Beteiligung an der ElbKom wurden außerdem 100 000 Euro im Haushalt bereitgestellt.

Bereits morgen, am 26. Oktober trifft sich der Verwaltungsrat der ElbKom. Dort wird auch eine künftige Beteiligung der Samtgemeinden Gellersen und Bardowick Thema sein. Außerdem wird dann endgültig entschieden, ob anhand der erreichten Quote in der Vorvermarktung der Ausbau des Glasfasernetzes in den beiden Samtgemeinden tatsächlich angepackt wird – angesichts der positiven Zahlen (sieht Text unten) jetzt nur noch eine Formalie.

Hoffnung machte Samtgemeindebürgermeister Röttgers auch noch einmal den Gemeinden innerhalb der Samtgemeinden, die nicht in den Genuss schneller Glasfaserverbindungen kommen werden, etwa Reppenstedt. Hier soll es Ziel sein, mit Hilfe eines privaten Investors ein eigenes Breitband-Netz aufbauen.

Von Ingo Petersen

Gellerser Dörfer sind heiß auf Breitband: Dachtmissen ist der klare Spitzenreiter

Samtgemeindebürgermeister Josef Röttgers konnte sich in der Ratssitzung am Montag kaum halten vor Freude: In den unterversorgten Teilen der Gemeinden Kirch-, Wester- und Südergellersen sowie in Heiligenthal und Dachtmissen hätten 90 Prozent der Haushalte einen Vorvertrag für den Anschluss ans Glasfasernetz abgeschlossen, sagte Röttgers.

Er legte auch Zahlen für die einzelnen Dörfer vor, bezogen auf die Gesamtzahl der Haushalte. Spitzenreiter ist dabei Dachtmissen mit einer Beteiligung von 93 Prozent (Stand vom Wochenende), es folgten Heiligenthal (84 Prozent), Westergellersen (78), Kirchgellersen (77) und Südergellersen (75). Ähnlich sei die Lage in den betroffenen Bardowicker Dörfern.