Donnerstag , 20. September 2018
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Das Mälzer macht mit: Mitarbeiter Andreas Nordengrün (r.) nimmt eine der Sammelboxen entgegen. Dr. Antje Seidel und Annika Weiser (2. und 3. von l.) betreuen das Vorhaben. Foto: lz/t&w

Bierdeckel sollen helfen, Lüneburg besser zu machen

Lüneburg. Wer die Welt verändern möchte, sollte im Kleinen damit beginnen – auf einem Bierdeckel. Das ist eine neue Idee des Projekts „Zukunftsstadt Lüneburg 20 30+“. Studenten haben jetzt in Lüneburger Lokalen 3750 Bierdeckel verteilt. Darauf stehen drei Fragen: „Was genau willst Du in Lüneburg tun? Wen oder was brauchst Du dazu? Wie können wir Dich dabei unterstützen?“ Wer mitmachen möchte, schreibt seine Antworten kurz und knapp auf die Rückseite. In den Kneipen stehen quasi Briefkästen bereit. Am Ende werten die Projektmacher die Einsendungen aus.

Keiner der Beiträge fällt unter den Tisch

Dr. Antje Seidel und Annika Weiser betreuen die Aktion. Mit rund 40 Studenten aus zwei Seminaren an der Uni haben sie die Bierdeckel verteilt beziehungsweise werten die Ergebnisse aus. Das Ganze fließt dann in eine Workshop-Reihe ein. Die Initiatoren sehen mögliche Themen wie den Arbeitsplatz – pendle ich in die Firma, kann der Job anders organisiert werden? Wie bewegt man sich fort, im Auto oder zu Fuß, mit dem Rad oder dem Bus? Was wollen wir essen? Wie verändert das Klima das Leben?

Keiner der Beiträge falle unter den Tisch, betonen die beiden Initiatorinnen und der Nachhaltigkeitsbeauftragte der Stadt, Dr. Karl-Heinz Rehbein. Alle Beiträge werden erfasst und dann auf der Präsenzwoche der Leuphana vorgestellt. Antje Seidel sagt: „Wie wir das machen, hängt von den Inhalten ab.“

Diese Lokale sind dabei

Die Bierdeckel-Aktion habe man gewählt, weil „wir so möglichst viele Lüneburger aus allen Bereichen erreichen. Was auf einen Deckel passt, ist kurz und umsetzbar.“ Man könne anonym bleiben, aber über einen QR-Code fürs Handy auch mehr erfahren und sich namentlich melden. Wer das Team anschreibt, dessen Karte „kommt in den Topf für einen der bis zu 50 Plätze bei den Themen-Workshops im November, wo die Bierdeckel-Ideen mit Menschen aus Wissenschaft, Praxis und Stadtverwaltung weiterentwickelt werden“.

Folgende Lokale sind aktuell dabei: Lanzelot, Mälzer, Beekays, Mama Luu, Loving Hut, Café Zeitgeist, Hausbar, Glashaus, Knöfel’s, Pons und Krone.

Von Carlo Eggeling

Der Hintergrund: Global denken, lokal handeln

Das Projekt Zukunftsstadt Lüneburg 2030+ ist Teil eines bundesweiten Wettbewerbs. Der läuft momentan in der zweiten Phase. 20 Kommunen entwickeln Visionen für eine nachhaltige Entwicklung. In Phase 3 bekommen acht der 20 Kommunen die Chance – und das Geld dafür –, die Ideen aus der zweiten Phase in die Tat umzusetzen.

Rahmen des Ganzen sind die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele, die derzeit vielen Kommunen in Deutschland und weltweit als Wegweiser für ihre weitere Entwicklung dienen. Die 17 Ziele bis zum Jahr 2030 lokal – also auch in Lüneburg – umzusetzen und damit gleichzeitig eine positive globale Wirkung zu haben, hierauf hat sich die Weltgemeinschaft 2015 geeinigt.

In Lüneburg beteiligen sich die Stadt, die Uni, der Verein T.U.N., das Bürgerforum Zukunftsstadt Lüneburg und Mosaique – Haus der Kulturen da­ran. Mehr Informationen unter www.lueneburg2030.de.