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Wer wirft hier den Rettungsring und geht vor Anker? Das ehemalige Kinderheim an der Altenbrückertorstraße. Foto: lz/t&w

Kinderheim kommt erneut auf den Markt

Lüneburg. Das war nichts. So einfach lässt sich der geplante Verkauf des ehemaligen städtischen Kinderheims an der Altenbrückertorstraße zusammenfassen. Wie ber ichtet, hatte die Stadt das Gebäude veräußern wollen. Es hatte sich auch jemand gefunden, der es haben wollte und versprochen hatte, alle Vorgaben zu erfüllen. Nun gilt eher das Motto „Versprechen kann man sich ja mal“. Denn im Rathaus bestätigt Pressesprecherin Suzanne Moenck LZ-Informationen, nach denen der vermeintliche Käufer sein Angebot zurückgezogen hat. Zu Details will sie sich allerdings nicht äußern. Dem Vernehmen nach hat der abgespungene Interessent bei den Bedingungen nachverhandeln wollen. Ohne Erfolg.

Interessent zieht Angebot zurück

Seit 1949 hatte Lüneburg Kinder und Jugendliche in dem Heim untergebracht, in der jüngsten Vergangenheit dann alleinstehende junge Flüchtlinge. Die sind inzwischen in ein Gebäude auf dem Areal der alten Schlieffenkaserne umgezogen. Hatte die Stadt noch im August 2016 erklärt, sie habe keine Eile bei einem Verkauf, sah die Sache zwei Monate später anders aus. Da hatte die Verwaltung ein Verkaufs-Exposé ins Internet gestellt.

Die Bedingungen hätten sich nicht geändert, erklärt Suzanne Moenck. Danach soll ein neuer Eigentümer für die 658 Quadratmeter im Gebäude samt 1600 Quadratmeter Grundstück mindestens eine halbe Million Euro zahlen, überdies die Kaimauer sanieren, die vor Jahren in die Ilmenau geplumpst ist. Bereits vor vier Jahren hatte die AGL die Kosten für die Arbeiten auf 381 000 Euro geschätzt. Ein Betrag, der eher gewachsen sein dürfte.

„Repräsentative Holztreppe“ muss erhalten bleiben

Zudem muss in dem denkmalgeschützten Gebäude eine „repräsentative Holztreppe“ erhalten bleiben. Auch darf die mächtige Rotbuche im Garten nicht gefällt werden. Das bedeutet, dass dort nicht gebaut werden kann. Eben diese Sorge hatten Anwohner. Bei den Verkaufsverhandlungen solle nicht allein das Geld entscheidend sein, sondern auch, was ein Käufer mit der Immobilie anfangen wolle, heißt es.

Der Rat hatte den Verkauf diskutiert. Die Linke hatte dafür plädiert, das Gebäude nach sozialen Kriterien zu vergeben. Das sei angesichts steigender Mieten und wenig Wohnraum für Menschen mit wenig Geld das Gebot der Stunde. Auch im gerade zu Ende gegangenen Wahlkampf hatte die Partei den Verkauf noch einmal zum Thema gemacht.
Wer schlussendlich den Zuschlag erhalte, entscheide die Politik, sagt Suzanne Moenck. Noch gebe es keinen Beschluss. Nun hat der Rücktritt des Kaufinteressenten für Verzögerungen und ein neues Verfahren gesorgt. Liegt die Frage nahe, muss der Mann, der ja alle Bedingungen kannte, dafür zahlen? Offenbar nicht: „Die Kosten sind überschaubar, wir haben die Ausschreibung ja nur im Internet gehabt.“

Von Carlo Eggeling

One comment

  1. ich lach mich schlapp. wäre man hier, ,,die linke gefolgt,,, wäre schon alles in trockenen tüchern. die vorgaben sind absurd. holz gammelt. schmunzeln.