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Für die vollständige Restaurierung ihrer alten Handdruckspritze fehlen der Feuerwehr Lüneburg noch Teile. Jetzt bitten sie die Lüneburger um Hilfe. Foto: lz/t&w

Wasser marsch! Feuerwehr sucht Teil für alte Löschspritze

Lüneburg. Buchhalter Carl Winderstein hat keine wirklich gute Idee. Er zündet im Sprit- und Öllager der Reichenbachschen Fassfabrik am 27. Juni 1889 ein Streich holz an, um nach etwas zu suchen. Es gibt einen Knall, Flammen schießen empor. Im Nu dehnen sie sich aus, die Fabrik zwischen Baum- und Lüner Straße fängt Feuer. Es greift um sich, leckt an der Nicolaikirche, gräbt sich in Nachbargebäude. Am Ende vertilgt der Brand 35 Häuser.

Einsatz beim Brand von 1889

Damals hatte die Feuerwehr eine Kurtz-Patentspritze im Einsatz. Mit Muskelkraft und ausgefeilter Technik sprühten die Männer Wasser auf die Kirche. 450 Liter in der Minute, das war eine stolze Leistung. Und noch heute steht dieses einst hochmoderne Gerät in der Wache an der Lise-Meitner-Straße im Lünepark. Darauf sind Thomas Krause und seine zehn Kollegen in der Arbeitsgemeinschaft Historik der Feuerwehr mächtig stolz. Doch die Feuerwehrleute haben eine große Aufgabe vor sich: Ihnen fehlen ein Teil für die Wasserentnahme an Teichen und ein Verteiler. Trotz viel Eigenarbeit würde es rund 8000 Euro kosten, die Gerätschaften nach altem Vorbild neu anzufertigen.

Bernd Rothardt gehört zur Gruppe, die den Fuhrpark und das kleine Museum der Brandbekämpfer betreut. Er sagt: „Die Stadt hat die Handdruckspritze 1869 bei einer Ausstellung in Altona gekauft.“ Der Wagen sei Jahrzehnte im Einsatz gewesen.

Seit 1869 ist die Handdruckspritze im Besitz der Lüneburger Feuerwehr. Die Männer der AG Historik präsentieren ihren Schatz in alten Uniformen.

Für die weitere Restaurierung fehlt Geld

Dieter Heidorn ergänzt, später sei das alte Gerät auseinandergenommen und eingelagert worden. Zwei Umzüge habe der Spritzenwagen mindestens mitgemacht: Von der Wache an der Katzenstraße ging es in den 1960-er Jahren an die Kaufhausstraße und von dort dann in den Lünepark. In dieser Zeit oder vielleicht auch schon während des Zweiten Weltkriegs, als Metall gesammelt wurde, um Waffen zu bauen, können die beiden jetzt fehlenden Teile verschwunden sein.

Thomas Krause, der einen Sandstrahlbetrieb in Reppenstedt führt und sich in die Technik eingefuchst hat, hat in Archiven und Museen unter anderem in Stuttgart recherchiert, wo die Herstellerfirma Kurtz ihren Sitz hatte. Er fand alte Konstruktionszeichnungen und fertigte ein Aufmaß der Teile an. Er hat bereits eine Gießerei aufgetan, welche die Stücke gießen könnte. Zudem vereinbarte er mit einem Lehrer der Berufsschule eine mögliche Zusammenarbeit: Lehrlinge könnten an dem Oldie quasi praktisch lernen. Es ist, wie meistens bei der Feuerwehr, also gut vorbereitet und organisiert.

„Aber uns fehlt das Geld“, sagt Krause. Er habe Freunde der Brandbekämpfer angesprochen, darunter Unternehmen, die einen Beitrag leisten wollen. Trotzdem klafft ein Loch in der Kasse, um die 8000 Euro zusammenzubekommen. Daher bitten die Aktiven um einen Obolus, der an den Stadtfeuerwehrverband unter dem Stichwort AG Historik, Spritze überwiesen werden kann. Sparkasse, IBAN DE66 2405 0110 0050 0122 10.

Natürlich haben die Historienfreunde, die regelmäßig mit einem alten Magirus Deutz zu Oldtimer-Treffen fahren, auch schon einen Termin im Auge, zu dem sie ihren Schatz zeigen wollen: im September 2018 feiert der Landesverband der niedersächsischen Feuerwehren sein 150-jähriges Bestehen und zwar in Lüneburg. Ehrensache, dass Besucher dann auch die Handdruckspritze bestaunen sollen, die dann auch fast eineinhalb Jahrhunderte alt ist.

Von Carlo Eggeling

2 Kommentare

  1. wo ist das problem? es gibt brandschutzhersteller die gern helfen würden, wenn sie dafür reklame machen dürfen. hier fehlt wohl ein werbefachmann. fragt doch mal total, oder gloria, oder bavaria, usw.

  2. ob minimax aus hamburg helfen würde? die spd sollte dort mal, nachdem sie mit ihrem geliebten scholz gesprochen hat, mal anfragen.