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Der ausgestopfte Kurti ist das Prunkstück der Ausstellung, die am Abend von (v.l.) von Museumsdirektorin Dr. Heike Düselder, Landrat Manfred Nahrstedt und Wolfsbüro-Leiterin Verena Harms im Museum Lüneburg eröffnet wurde. Foto: lz/be

Museum thematisiert Rückkehr des Wolfs

Lüneburg. Das Museum Lüneburg hat einen neuen Star: „Kurti“. Es ist das Tierpräparat des Wolfes mit der wissenschaftlichen Bezeichnung MT6, die für den sechsten in der Bundesrepublik besenderten männlichen Wolf steht. Kurti war der erste Wolf, der legal erschossen wurde – am 27. April 2017 südlich von Lüneburg. Er gehört zur Wanderausstellung „Der Wolf – Ein Wildtier kehrt zurück“ des Landesmuseums Hannover, die gestern Abend im Museum Lüneburg eröffnet wurde. Die Ausstellung findet in Kooperation mit dem Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz und dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz statt.

Für die einen ist er Freund, für die anderen Feind. Museumsdirektorin Dr. Heike Düselder ging in ihrer Begrüßung auf „die stark polarisierende und emotional geführte Diskussion“ um den Wolf ein wie auch auf dessen Beziehung zum Menschen: „Vor 20 000 Jahren waren Mensch und Wolf mehr Verbündete als Feinde, erst mit Sesshaftwerdung des Menschen wurden sie Rivalen.“ Im Mittelalter begann die erste Ausrottung der Tiere. Nach mehr als 100 Jahren ist er nun nach Deutschland zurückgekehrt. Düselder machte klar: „Die didaktisch hervorragend aufgearbeitete Ausstellung will ein Bewusstsein dafür schaffen, dass der Wolf zur Natur und zu unserer Kultur gehört.“

Landrat Manfred Nahrstedt erinnerte daran, dass der Wolf „auf leisen Pfoten den Weg zurück über die Elbe geschafft hat“, 2007 wurden die ersten Wölfe im Amt Neuhaus gesichtet. „Wir müssen den Umgang mit dem Wolf wieder lernen“, sagte er und wies auf den Schutz des Wolfes hin: „Das EU-Recht ist höher als das Jagdgesetz.“ Er wisse aber auch um die Probleme etwa von Schafzüchtern und forderte eine schnellere finanzielle Abwicklung nach Tierrissen. Und er machte klar: „Das Wolfsbüro gehört in unsere Region und nicht in die Landeshauptstadt.“ Gespräche mit der Landesregierung über eine Lüneburger Außenstelle würden laufen.

Das Wolfsbüro wird geleitet von Verena Harms, die am Abend einen Einblick in das Leben der Wölfe gab, von denen es aktuell 14 Rudel und zwei Paare in Niedersachsen gebe: „Sie sind hoch anpassungsfähig, brauchen keine menschenleere Wildnis und nutzen auch dichter besiedelte Kulturlandschaften.“ Sie würden Menschen räumlich und als nachtaktive Tiere auch zeitlich „in der Regel“ aus dem Weg gehen: „Menschliche Strukturen wie Häuser und Autos machen ihnen aber keine Angst.“ Klar sagte sie: „Wölfe dürfen keine positiven Erfahrungen mit der Nähe von Menschen verbinden.“ Wichtigste Verhaltensregel ist das absolute Fütterungsverbot.

Die Kabinettausstellung zeigt auf Text- und Bildtafeln sowie in Videoclips, wie die Tiere leben, sich fortpflanzen und jagen. Durch Ratespiele und Hand-On-Stationen wird zudem der Unterschied zwischen Hund und Wolf sowie das richtige Verhalten bei Wolfskontakt spielerisch erklärt. Einzelne Exponate, wie ein Telemetrie-Halsband, eine Wildtierkamera sowie Wolfs- und Hundeschädel ergänzen die Ausstellungstexte. Im Museum Lüneburg ist die Schau noch bis zum 18. Februar 2018 zu sehen.

Von Rainer Schubert

9 Kommentare

  1. Es muss endlich geklärt werden, ob die Wölfe in Deutschland sich wirklich vvon alleine angesiedelt haben oder ob man hier nachgeholfen hat. Dabei ist ein Abgleich der DNA von den hier vorkommenden Wölfen mit der DNA von den Gehegewölfen in Deutschland und benachbartem Ausland erfolgen. Nur so können Aussetzungen von Gehegewölfen in Deutschland ausgeschlossen werden.
    MfG
    Paul

    • Ach was, mit sowas rechnet man in Deutschland ja gar nicht. Als es an der Tür klopfte, habe ich nachgesehen, wer denn da ist, schon traf mich ein Ast im Gesicht, ab dann weiß ich nichts mehr. Herwart ist dann wohl rein ins Haus und hat all meine Wertsachen mitgenommen: Den Ring meiner Großmutter – echtes Gold –, weiteren Schmuck und mehrere tausend Euro Bargeld. Dann hat er auch noch meinen schon lange nicht mehr rentablen Antiquitätenladen angezündet. Zum Glück bin ich seit neuestem gegen Sturmschäden versichert.

    • Ach was, die deutschen Wölfe stammen doch nicht von Gehegewölfen ab! In Wahrheit handelt es sich um transformierte Ailiens, die aus den Chemtrails herabgerieselt sind, auf Betreiben der linksgrün versifften Gutmenschen. Und bei diesen handelt es sich ebenfalls um Aliens, die auf diesem Weg die rechtsbraun verkackten Schlechtmenschen ausrotten wollen. Und dass es sich zweifelsfrei genau so verhält beweisen doch die zahlreichen alternativen Fakten.
      Mannmannmann! Wir haben in Deutschland einfach zu wenig Psychiater.

  2. So Scheinheile Leute, erst Killen se Den Wolf (Kurti) lassen ihn total billig ausstopfen um Geld mit ihm zu verdienen und um dann noch Werbung für die anderen Wolfe zu machen so etwas ist nur billig und Peinlich.
    Es wehre schön gewesen wenn Ihr euch richtig um Die Wölfe gekümmert hättet statt mit Ihnen Eure Werbung zur Politischen Wahl voran zu treiben um sie weiter zu töten damit man ja viele Stimmen bekommt. Wie gesagt nur Billig und Peinlich 🙁

  3. …“Vor 20 000 Jahren waren Mensch und Wolf mehr Verbündete als Feinde, erst mit Sesshaftwerdung des Menschen wurden sie Rivalen.“ …Es ist immer wieder erstaunlich was für ein Quatsch sich manche aus den Fingern saugen, weil es so schön wäre. Davon mal ab, ist der Wolf Mittlerweile das einzige Wildtier in D, das pro Kopf einen Berater hat.

  4. Der Wolf wird dem Menschen immer ein Wolf sein, und viele wichtige Menschen dem Menschen auch.
    Unsere Vorfahren haben, sobald sie es konnten, den Wolf abgeschossen, sie wussten schon warum. Das war die Art, mit dem Wolf zu leben, alles andere ist menschenverachtendes Geschwurbel. Ich frage mich manchmal, ob den Dauerlächlern überhaupt klar ist, welche Verantwortung sie tragen.
    Warum gerissene Schafe nichts weiter als eine etwas unangenehme Kostenstelle sein sollen habe ich nie verstanden, scheinen keine Lebewesen zu sein, die Respekt verdienen. Es wird wohl so sein, dass sich wichtige Menschen liieber mit den Top-Raubtieren, eben den Wölfen, identifizieren.
    Der ewige Verweis auf EU-Recht ist Unsinn, in Schweden werden die Wölfe oberhalb einer Obergrenze von einigen hundert Wölfen abgeschossen.

    • Hans
      als witzbold hätten sie noch größere chancen, wenn sie als schafszüchter auftreten würden. wandelnde fleischtheken, die ungeschützt herumlaufen, sind auch beim menschen zum fressen gern. es soll menschen geben, die schafe klauen. was ihr menschenverachtendes geschwurbel angeht, es ist nicht mal lesenswert. was ihr wissen ansonsten zu diesem thema angeht, ich bin gern behilflich. kleiner vorgeschmack, beschäftigen sie sich mal mit dem washingtoner artenschutzabkommen und der berner konvention, die von deutschland ratifiziert wurden. rotkäppchen und die großmutter haben übrigens überlebt. und durch das abballern ist noch nie ein mensch schlauer geworden und der natur geholfen. Hans,sind sie veganer?,oder welches fleisch essen sie am liebsten?

      • In Schweden, Norwegen, Frankreich etc. gibt es, auch bei geringen Wolfsdichten, aktives Wolfsmanangement inklusive Abschuss. Einfach mal Wolfsmanagement + Land googeln. Also zu Deutschland vergleichbare Länder mit gleicher Bindung durch Abkommen aber anscheinend höherer Bereitschaft, bei Rechtskonflikten zugunsten des Menschen zu entscheiden.

  5. Alle , die sich vor dem wolf fürchten, sollten öfters hänsel und gretel lesen.