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Sieht aus wie Marzipan, ist aber aus dem 3D-Drucker: Das Modell des ehemaligen Badehauses, gehalten von (v.l.) Heiner Henschke, Hans Christian Schimmelpfennig und Wolfgang Graemer. Foto: lz/t&w

Badehaus aus dem 3D-Drucker

Lüneburg. Seine mächtige Kuppel, der imposante Treppenaufgang mit den vier stattlichen Säulen, die vielsprossigen Fenster und das breite Mansarddach – das ehema lige Badehaus im Lüneburger Kurpark war eine imposante Erscheinung. Nun ist das in den 70er-Jahren abgerissene Gebäude wiedererstanden, wenn auch nur im Kleinen. Bauherr des Modells im Maßstab 1:100 ist der Kurparkverein Lüneburg. Sein Ziel: Sponsoren gewinnen für den Wiederaufbau des Original-Badehauses.

Bauvoranfrage soll 2018 beantragt werden

„Mit dem Modell wollen wir erneut Aufmerksamkeit für unser Projekt erzielen“, sagt Hans Christian Schimmelpfennig, Vorsitzender des Kurparkvereins. Seit Jahren engagiert sich der Verein für die Rekonstruktion des 1911 eröffneten Badehauses, das 60 Jahre später dem architektonisch wenig schmeichelnden Neubau des heutigen Kurzentrums weichen musste. Seitdem, so

Schimmelpfennig, fehle dem Kurpark der „glanzvolle Abschluss des damals im Barockstil errichteten Badehauses“.
Das entstand nun im sogenannten 3D-Druck. Der Lüneburger Architekt Heiner Henschke, selbst Mitglied des Vereins, hatte auf Grundlage alter Original-Baupläne die Frontpartie des Badehauses nachgezeichnet, Animationsfachmann Wolfgang Graemer entwarf daraus ein dreidimensionales Modell und druckte das 45 Zentimeter breite Gebäude maßstabgerecht aus.
Mit dem Mini-Badehaus will Schimmelpfennig auf Unternehmen und Institutionen zugehen und um finanzielle Unterstützung für das Projekt werben. Er weiß: „Es ist ein Unterschied, ob ich nur über etwas spreche oder auch etwas zeigen kann.“

Auch bislang schon trat der Verein mit kleineren Aktionen in Erscheinung, spendete Nachbauten von Sitzbänken, die einst vor dem Badehaus standen und Kurgästen wie Passanten einen Platz an der Sonne ermöglichten. Doch das Projekt drohte zu kippen, da neben der Finanzierung der Denkmalschutz eine weitere Hürde ist, die der Verein noch zu nehmen hat. Und: Einvernehmen ist auch mit der Gesundheitsholding als Betreiberin des Kurzentrums herzustellen, da das Gebäude direkt davor platziert werden soll. „Wir sind da in gutem Austausch“, sagt Schimmelpfennig.

Zunächst aber steht das Spendensammeln im Mittelpunkt, denn Geld braucht der Verein auch für die Bauvoranfrage, die er im kommenden Jahr beantragen will. Für eine Spende ab 50 Euro gibt es sogar ein eigenes Badehaus-Modell in elf Zentimeter Breite. Das Spenden-Konto des Vereins hat die IBAN-Nummer DE83 2405 0110 0065 2141 32.

Von Ulf Stüwe

One comment

  1. Mit was für einem 3D Drucker wurde das gemacht? FDM? Und aus welchem Material ist das? Kunststoff?