Dienstag , 25. September 2018
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Dirk Günther, Chef des SaLü, und Uwe Niedergesäß, Technischer Leiter, vor der Parkhaus-Einfahrt an der Uelzener Straße. Hier wird ab dem kommenden Jahr ein großer Baukran stehen. Und zur Uelzener Straße hin soll das Gebäude auch etwas erweitert werden, damit das Soleruhebecken hier Platz findet. Foto: lz/t&w

OP am Herzstück des SaLü: Badewelt schließt für zwei Jahre

Lüneburg. Es zählt zu den größten Attraktionen in der Salztherme Lüneburg (SaLü): das Wellenbecken in der Badelandschaft. Doch nun stehen aufwändige Modernisier ungsarbeiten an. Dafür schließt die Badewelt ab dem 15. Januar voraussichtlich für zwei Jahre. „Nicht betroffen davon sind aber die Saunawelt, das Sportbad, das Reha-Zen­trum, sports & friends sowie das Kurs- und Bewegungsbecken“, betont Dirk Günther, Geschäftsführer der Kurmittel GmbH.

Seit neun Jahren ist Günther der Chef des SaLü. Im Rahmen eines Masterplans wurden in dieser Zeit bereits viele Bereiche wie zum Beispiel das Sportbad, das Kursbecken, die Umkleidebereiche und sports & friends neu gestaltet und attraktiver gemacht. Nun steht eine Operation am Herzstück an. Das Wellenbecken der 1972 eingeweihten Badewelt ist erheblich sanierungsbedürftig, die Technik veraltet. Deshalb muss es komplett erneuert werden – und das ist nur ein Teil des Gesamtprojekts. Nach aktueller Kalkulation belaufen sich die Plankosten auf 19,5 Millionen Euro, davon werden allein 6,5 Millionen Euro in die Technik investiert, um diese auf den neuesten energetischen Standard zu bringen.

„Organisatorisch wäre es einfacher, wenn wir das Haus geschlossen hätten.“ Dirk Günther, SaLü-Chef

„Organisatorisch wäre es einfacher, wenn wir das Haus für die Arbeiten komplett geschlossen hätten“, sagt Günther. Doch das hätte auch eine Freistellung der Mitarbeiter zur Folge gehabt. „Das wollten wir auf keinen Fall. Nach Gesprächen konnten wir 95 Prozent aller Mitarbeiter dafür gewinnen, zu bleiben, allerdings werden sie neben ihren Tätigkeiten in den geöffneten Bereichen auch andere Arbeiten übernehmen.“ Ein weiterer Aspekt ist, dass man Kunden wie auch Vereine und Schulen, die das SaLü für Kurse nutzen, halten möchte. „Es hat einer guten Vorplanung bedurft, bis der Kursplan stand. Was bisher in der ‚Welle‘ stattgefunden hat, haben wir ab Mitte Januar aufs Sportbad sowie aufs Kurs- und Bewegungsbecken verteilt. Lediglich drei Grundschulklassen müssen noch untergebracht werden.“

Lageplan des SaLü. Der graue Bereich zeigt die Badewelt, die umfangreich modernisiert werden soll und dafür zwei Jahre geschlossen sein wird. Unabhängig davon werden die Saunawelt, das Sportbad und die Kursangebote nutzbar bleiben.

Geschäftsführer stellt Anwohnern Detailplan vor

Nach Vorarbeiten soll von Mitte März bis Mitte Juli der Abriss des Wellenbeckens stattfinden, das an gleicher Stelle entsteht. Geplant ist, dass die Sanitäranlagen dorthin kommen, wo jetzt noch das Soleruhebecken ist. Dieses soll dann an der Seite zur Uelzener Straße entstehen, „dazu wird ein Stück Gebäude angeflanscht“. Die Kinderbadewelt bleibt, wird aber neu gefliest und die große Rutsche „aufgefrischt“. Das Außenbecken bleibt zwar unangetastet, bekommt aber ebenfalls eine neue Technik. Das Restaurant wird neu gestaltet. Anpacken will man außerdem den Eingangsbereich. „Wir werden ihn leicht versetzen, so dass dort auch der Aufgang vom Parkhaus hineinkommt und der Kassenbereich übersichtlicher wird“, skizziert Günther.

Die Arbeiten, insbesondere der Abriss, werden mit Lärm verbunden sein, dessen ist sich Günther bewusst. „Wir versuchen natürlich, diesen möglichst gering zu halten.“ Anwohner sollen noch in diesem Monat schriftlich eingeladen werden zu einem Termin, bei dem der Geschäftsführer die Planungen im Detail vorstellen wird. Um die Saunagäste – jährlich sind das rund 100 000 – ein bisschen zu entschädigen für mögliche Unannehmlichkeiten durch Baulärm am Tag, „wollen wir attraktive Sauna-Tarife anbieten und mit speziellen Aufgüssen die Attraktivität steigern“, so Günther.

Während der Umbauzeit gibt es noch eine Änderung: Der Eingang zum Sportbad sowie zur Saunawelt befindet sich an der Einfahrt Soltauer Straße. Ein neuer Eingang entsteht neben dem jetzigen Eingang, um ins Reha-Zentrum, zum Fitness-Studio sowie zu den Kurs- und Bewegungsbecken zu gelangen. Dafür muss die Verwaltung weichen, sie zieht übergangsweise in Container.
Bevor die Badewelt am Montag, 15. Januar, schließt, heißt es noch einmal feiern. Für Sonntag, 14. Januar, hat die Kurmittel GmbH ein großes Abschiedsfest geplant.

Von Antje Schäfer