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Auch Kinder nehmen regelmäßig an Aktionen des Naturparks teil, wie hier bei einer Entkusselungsaktion in der Töps Heide. Foto: A/naturpark

Mitmachaktionen zur Pflege der Lüneburger Heide

Amelinghausen/Salzhausen. Er soll Menschen in der Naturpark-Region Lüneburger Heide von Schneverdingen über Amelinghausen bis Barnstedt zusammenbringen: der Nat urpark-Tag. Ingesamt 24 Gruppen starten an verschiedenen Orten Mitmachaktionen zur Pflege und zum Erhalt von Natur und Landschaft in der Region. Und: „Der Naturpark-Tag ist die ideale Gelegenheit, die Heide hautnah kennenzulernen und einen tatkräftigen Tag an der frischen Luft zu verbringen“, sagt Marianne Draeger von der Naturpark-Geschäftsstelle in Winsen/Luhe. Los geht‘s am Sonnabend, 11. November.

Es gibt viel zu tun

Im vergangenen Jahr hatte der Naturparkverein den Aktionstag wegen eines Wintereinbruchs absagen müssen. „Die Vorhersagen sehen diesmal beste Bedingungen voraus“, zeigt sich Simon Hagmann vom Naturpark optimistisch. „Und die Möglichkeiten zum Engagement in der Heide sind vielfältig wie nie.“

„Die ideale Gelegenheit, die Heide hautnah kennenzulernen, ist der Naturpark-Tag.“
Marianne Draeger, Naturpark-Team

Ein Schwerpunkt sind die Entkusselungsaktionen: Dabei werden kleine Birken- und Kiefernschösslinge („Kusseln“) aus Heidelandschaft oder Moor entfernt, damit die prägenden Kulturlandschaften nicht binnen weniger Jahre zum Wald werden. Beispielsweise lädt der Amelinghausener Verein „RegioKult“ zum gemeinsamen Entkusseln in die Schwindebecker Heide ein, Treffpunkt ist am Parkplatz Schwindebecker Heide an der Kreisstraße 44 von Soderstorf nach Steinbeck. Mitzubringen sind Arbeitshandschuhe, Spaten, Astschere und wetterangepasste Kleidung.

Auch die Reservistenkameradschaft Salzhausen-Soderstorf rückt ab 9 Uhr Birken und Kiefern zu Leibe am Hünengrab in Soderstorf und in der angrenzenden Heidefläche. Auch in der Westergellerser Heide soll entkusselt werden. Dazu laden der Umweltbeauftragte der Samtgemeinde Gellersen ein sowie der Landkreis Lüneburg und das Ausbildungszentrum Luhmühlen. Treffen ist um 10 Uhr am Parkplatz des Turniergeländes.

Der „Naturschutzpark Lüneburger Heide“ (dunkelgrün) ist der älteste in Deutschland. Seit 2007 gibt es den erweiterten „Naturpark Lüneburger Heide“ (hellgrün). Grafik: naturpark

Sehenswürdigkeiten wieder instand setzen 

Auch in der Bodendenkmalpflege sind diesmal Gruppen aktiv und setzen Sehenswürdigkeiten wieder instand, denen die Witterung zugesetzt hat. So kümmert sich die AG „Praktische Archäologie“ vom Archäologischen Museum Hamburg um das Steingrab Eyendorf, das von Bewuchs, Laub und Totholz befreit werden soll. Treffpunkt ist um 10 Uhr an der Kreisstraße zwischen Eyendorf und Raven am Abzweig zum Feldweg in Richtung des Martenbergs.

Der Verein „Vicus“ organisiert in Barnstedt den Obstbaumschnitt der Streuobstwiese, um sie auf den Winter vorzubereiten. „Es werden die Baumscheiben gehackt, die jungen Bäume geschnitten und die Zuwegung von Bewuchs befreit“, heißt es in der Ankündigung. Und weiter: „Diese Aktion richtet sich besonders an Personen aus Barn­stedt und den angrenzenden Dörfern, die sich vorstellen können, sich auch künftig um die Obstbäume zu kümmern.“ Geplant ist die Aktion von 10 bis 16 Uhr.

Auch an die Tierwelt ist gedacht

Auch um die tierischen Bewohner von Heide und Mooren wollen sich einige Gruppen verdient machen, beispielsweise plant die Jugendfeuerwehr Soderstorf Nistkästen für Vögel und Kästen für Fledermäuse, die sie im vergangenen Jahr gebaut hatte, aufzuhängen. Und die Naturschutzjugend Hanstedt-Salzhausen will am Gallerberg in Salzhausen aus Landsteinen Unterkünfte für Echsen und Salamander bauen. Treffen dafür ist um 11 Uhr am Parkplatz der Oberschule Salzhausen.

Interessierte Helfer können am 11. November zu den Gruppen dazu stoßen und mitmachen. Bei allen Aktionsgruppen ist ein Ansprechpartner in pinker Naturparkweste vor Ort. Alle Teilnehmer sollten an festes Schuhwerk, Handschuhe und wetterfeste Kleidung denken. Wer hat, kann einen Spaten mitbringen. Für Speis und Trank ist laut Naturpark-Verein nach getaner Arbeit an allen Aktionsorten gesorgt.

Der Naturpark Lüneburger Heide e.V. unterstützt jede der 24 angemeldeten Gruppen mit 100 Euro für die Verkostung, heißt es. Jeder Aktionsort ist durch eine „Naturpark-Schnucke“ am Treffpunkt, dem Straßenabzweig oder Parkplatz gekennzeichnet. Hinweise zu Zeiten, Treffpunkten und weitere Infos: www.naturpark-tag.de.

Von Dennis Thomas

Hintergrund: Erweiterung vor zehn Jahren

Lange war das Gebiet des Naturparks Lüneburger Heide mit dem Naturschutzgebiet Lüneburger Heide (234 Quadratkilometer), in Obhut des Vereins Naturschutzpark (VNP), identisch.

Doch vor zehn Jahren, also 2007, hatte der VNP die Trägerschaft des ehemals kleinsten Naturparks an den damals neu gegründeten Verein Naturparkregion Lüneburger Heide abgegeben, zu dem auch viele Kommunen aus dem Kreis Lüneburg gehören. Zugleich wurde er zu Niedersachsens größtem Naturpark erweitert. Seitdem umfasst der Naturpark 1070 Quadratkilometer mit Teilen der Kreise Lüneburg, Harburg und Heidekreis.

Die Geschäftsstelle der Naturparkregion hat ihren Sitz bei der Harburger Kreisverwaltung in Winsen/Luhe. Ehrenamtlicher Vorsitzender des Vereins Naturparkregion Lüneburger Heide ist Olaf Muus, Bürgermeister der Samtgemeinde Hanstedt. lz