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Neue Ideen haben die Eigentümer des Kronshofes in Ellringen entwickelt. Damit wollen sie ihren Betrieb zukunftssicher aufstellen. Foto: lz/phs

Kronshof Ellringen plant Weiterentwicklung

Ellringen. Aus einem kleinen Resthof, den sie vor 40 Jahren kauften, haben Lothar und Elke Schenzel Erstaunliches geschaffen – den Ellringer Kronshof, auch nati onal und international anerkanntes Gestüt für die Zucht und Haltung von Islandpferden. Die Schenzels, die den Hof mittlerweile in die Hände ihrer Kinder Frauke und Stefan weitergegeben haben, wollen die Zukunftsplanung für den Kronshof nun „auf sichere Beine stellen, um so auch sichere Perspektiven zu schaffen“, sagt Elke Schenzel.

Für den größten Teil des Hofes, der landwirtschaftlich genutzt wird, gebe es keine planungsrechtlichen Probleme, erklärt Stefan Schenzel. Man wolle aber mithilfe von künftig veränderten Bebauungs- und Flächennutzungsplänen die Sicherheit bekommen, „dass wir uns im touristischen Bereich weiter entwickeln können“, sagt Elke Schenzel.
Bisher, erklärt Stefan Schenzel, seien die in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten erfolgten Baumaßnahmen seitens der Bauaufsichtsbehörde des Landkreises als „privilegierte Bauvorhaben“ im Rahmen eines landwirtschaftlichen Betriebs abgewickelt worden.

Um die weitere Entwicklung des Hofs sicherzustellen, folgen die Schenzels nun den Empfehlungen der Behörden, haben die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans beim Flecken Dahlenburg und die Änderung des Flächennutzungsplans bei der Samtgemeinde Dahlenburg angestoßen. „Wir wollen das bisherige Kuddelmuddel beenden“, sagt Stefan Schenzel.
Der Kronshof in Ellringen, wo insgesamt rund 200 Islandpferde leben, hat viele Standbeine: Die Zucht und den Verkauf von Islandpferden, die Durchführung von Reitunterricht, Lehrgängen und Reitfreizeiten, die Unterbringung von Gastpferden. Und wer auf dem Kronshof reitet, wohnt auch gern dort: In den zwölf Ferienwohnungen auf dem Hof werden mehr als 5000 Übernachtungen jährlich gezählt. Elke Schenzel sagt: „Die Gäste sind vielfach Stammgäste mit hoher Kaufkraft, davon profitieren auch die umliegende Gemeinden.“

Für diesen Bereich, so blicken die Schenzels in die Zukunft, könne man sich vorstellen, auch einmal ein Frühstück anzubieten oder ein kleines Cafe zu installieren. Und auch sportlich kommen vom Kronshof Spitzenleistungen: In diesem Sommer wurde Frauke Schenzel in den Niederlanden Weltmeisterin im Fünfgang, der Krone des Islandpferdereitens.
Behutsam wollen die Schenzels ihren Hof, der zurzeit zehn Vollzeitarbeitsplätze, darunter vier Ausbildungsplätze, dazu fünf Teilzeitarbeitsplätze bietet, weiterentwickeln. „Für die nächsten drei Jahre“, so Stefan Schenzel, sei etwa der Bau eines Seminargebäudes geplant, weiter ein Wohnhaus für ihn. Mehrere veraltete Offenställe mit angrenzenden Paddocks für Gastpferde sollen abgerissen und neu erstellt werden. Auch die Anlage eines weiteren Reitplatzes sei angedacht.

Die Betreiber des Kronshofs blicken aber auch durchaus weiter in die Zukunft: So können sie sich auch ein Modell des „Wohnens mit Pferden“ vorstellen. Man habe Gäste, berichtet Elke Schenzel, die seit 20, 30 Jahren nach Ellringen kommen. „Manche von ihnen können sich vorstellen, sich im Alter bei uns, mit ihren Pferden, zur Ruhe zu setzen.“
Sowohl im Samtgemeinderat als auch im Gemeinderat fiel das Votum der Ratsmitglieder bezüglich der Anliegen des Kronshofs kürzlich einstimmig positiv aus. Der Bebauungsplan „Am Kronshof“ hat bis vor wenigen Tagen bereits zur „frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung“ ausgelegen, auch die Änderung des Flächennutzungsplans ist auf dem Weg.
Positiv sieht Dahlenburgs Samtgemeindebürgermeister Christoph Maltzan die Entwicklung des Kronshofs. Die Entwicklung des Kronshofs werde über die Fraktionen hinweg positiv gesehen, erklärte der Bürgermeister. Die internationale Bekanntheit des Kronshofs sei auch für die Region positiv.

Läuft alles nach Plan, könnten die Satzungsbeschlüsse für Bebauungs- und Flächennutzungsplan von den Räten bis zum kommenden Sommer gefasst werden, dann könnten die Schenzels beginnen, ihre Zukunftsplanungen zu verwirklichen.

Von Ingo Petersen