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In vielen Bereichen liegen Ausstattung und Ausrüstung an den Lüneburger Berufsbildenden Schulen im Argen, voran geht es immerhin mit den Arbeiten an der BBS-Zweifeldsporthalle, die derzeit Am Schierbrunnen entsteht. Foto: lz/be

Großbaustelle auf dem Schwalbenberg

Lüneburg. Maschinen, „die, wenn man böse ist, eher ins Museum gehören“ und die teilweise „nicht mit EDV kompatibel sind“, hatten Mitglieder des Lüneburger Kreis tags erlebt. Und auch Zustände, die durchaus Probleme mit dem Arbeitsschutz bringen könnten. Gesehen hatten die Kommunalpolitiker das bei Besuchen in den Lüneburger Berufsbildenden Schulen I bis III auf dem Schwalbenberg. In der jüngsten Sitzung des Kreistags in der Ritterakademie waren sie sich dann darüber einig, dass in die Schulen mehr Geld investiert werden muss – lang- und kurzfristig.

Mehr Geld in Schulen investieren

Der Kreis lässt sich seine Berufsbildenden Schulen auch jetzt schon einiges kosten. So fließen im kommenden Jahr im Zuge des 2007 aufgelegten Schulsanierungsprogramms noch einmal 1,4 Millionen Euro zum Schwalbenberg. Weitere 3,4 Millionen Euro, zum großen Teil aus Bundesmitteln, sind für die kommenden zwei Jahre vorgesehen. Noch einmal drei Millionen Euro für die Jahre 2020 und 2021.

Insgesamt rund 6000 Schülerinnen und Schüler, in Vollzeit und Teilzeit, besuchen die drei Berufsbildenden Schulen auf dem Schwalbenberg. Foto: lz/be

SPD wünscht „mehrjähriges Investitionsprogramm“

Aber das reicht der SPD-Fraktion noch nicht – sie stellte im Kreistag den Antrag auf ein „mehrjähriges Investitionsprogramm“. Achim Gründel (SPD) wies in der Begründung des Antrags auf „die große Bedeutung der Berufsbildenden Schulen für die Wirtschaft“ hin.

Die SPD fordert in ihrem Antrag „Mittel von mindestens 25 Millionen Euro bis zum Haushaltsjahr 2025“. Gründel: „Und wenn 25 Millionen nicht reichen, dann muss es eben noch mehr geben.“ Gemeinsam mit den Schulleitungen, der Kreisverwaltung und Vertretern von Bau- und Schulausschuss des Kreistags, so heißt es im SPD-Antrag, „wird eine Konzeptgruppe gebildet, die bis Herbst 2018 ein Mehrjahresprogramm vorlegt“.

„Und wenn 25 Millionen Euro nicht reichen, dann muss es eben noch mehr geben.“
Achim Gründelm, SPD-Kreistagsabgeordneter

Gründel erklärte ausdrücklich: „Wir freuen uns über den Antrag von CDU und Grünen, die Anträge ergänzen sich. Der gemeinsame CDU/Grünen-Antrag bezieht sich auf drei Bereiche: Erstens soll das „Verbrauchsmittelbudget“ der Lüneburger Berufsbildenden Schulen zum Haushaltsjahr 2018 um 20 Prozent erhöht werden. Im Vergleich zu umliegenden Schulen, erklärt CDU-Fraktionschef Alexander Blume, „gibt es da dringenden Anpassungsbedarf. Wir müssen etwas tun, damit unsere Berufsbildenden Schulen konkurrenzfähig werden“.

Zweitens sieht der Antrag von CDU und Grünen „Sofortmaßnahmen in den Bereichen sicherheitstechnische Verbesserung und Modernisierung der technischen Ausstattung für die Berufsbildungsgänge in Höhe von 1,5 Millionen Euro“ vor. Rolf Rehfeldt (Grüne): „Da gibt es einen unwahrscheinlichen Nachholbedarf.“ Drittens fordern auch CDU und Grüne ein „Sanierungskonzept“ für die drei Berufsbildenden Schulen.

Zustimmung von allen Seiten gab es für beide Anträge, etwa von Frank Stoll (Linke), der es „dringendst an der Zeit“ fand, die Schulen auf dem Schwalbenberg zu modernisieren. Oder von Christian Niemeyer (AfD), der von Drehbänken berichtete, „die sicherheitstechnisch vielleicht noch 1995 durchgegangen wären“, über die man sich in der Gegenwart „aber mal Gedanken machen sollte“. Beide Anträge wurden einstimmig zur weiteren Behandlung in die Ausschüsse des Kreistags für Finanzen und Schulen verwiesen.

Von Ingo Petersen