Donnerstag , 13. Dezember 2018
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Ein Teil des Organisationsteams: (v.l.) Leon Gnad, Birger Stoffers, Sari Dahle und Gesa Schaffrath möchten Menschen mit geringem Einkommen unterstützen und sie zum Nähen animieren. Foto: lz/t&w

Nähen für den guten Zweck — helfende Hände gesucht

Lüneburg. Die 13 mal 18 Zentimeter großen Körnerkissen können bequem zu Hause produziert werden. Die erste Kollektion sieht ein maritimes Them a vor, blaue und grüne Stoffe, Fische, Wale, Seesterne und Boote. Acht Studenten der Leuphana haben mit „KernKraft“ ein soziales Projekt gestartet, sie möchten Menschen aus der Region unterstützen, die nur über ein geringes Einkommen verfügen.

Die einzige Voraussetzung: Sie müssen mit einer Nähmaschine umgehen können. Die Kissen, die in der Mikrowelle oder im Backofen aufgewärmt werden können, sollen später in Lüneburger Geschäften und Cafés ausliegen. Mit den Einnahmen möchten die Organisatoren die Näherinnen und Näher entlohnen.

Körnerkissen nähen und Gutes tun

Sie alle verbindet die Organisation Enactus, die junge Menschen und Projekte mit unternehmerischem Ansatz zusammenbringt. Birger Stoffers sieht in dem Engagement eine Chance, das theoretische Wissen aus der Uni auch anzuwenden. Der 24-Jährige hatte die Idee, mit Körnerkissen das Problem der Altersarmut zu bekämpfen. „Viele Menschen können heutzutage kaum noch von ihrer Rente leben, dazu hat auch der demografische Wandel beigetragen.“ Das Angebot auf Minijob-Basis gilt aber nicht nur für Senioren, „wir möchten auch denjenigen helfen, die aufgrund ihrer Gesundheit keinen festen Job mehr ausüben können“. 

Erste Prototypen der Körnerkissen gibt es bereits: Sari Dahle und Birger Stoffers können selbst jedoch nicht nähen, sie sind auf Unterstützung angewiesen. Foto: lz/t&w

Qualitäten älterer Generationen gefragt

Stoffers glaubt, dass gerade die ältere Generation viele Qualitäten und Fertigkeiten hat, die heute kaum noch zum Einsatz kommen. „Viele haben in jungen Jahren gelernt, zu nähen. Damals konnte man sich nicht einfach neue Kleidung kaufen, es ging vor allem darum, Textilien zu reparieren.“

Entstehen sollen später quasi zwei Kissen, eine mit Dinkelkörnern gefüllte Innentasche und die bunte Stoffhülle. Es sind Kleinkinder, die zunächst von den Wärmespendern profitieren sollen. Aber auch sogenannte Mutterkissen und Taschenwärmer sind vorgesehen. Die kleinen Exemplare sollen zwischen 13 und 15 Euro kosten.

Bislang hat sich das Projekt über Spenden und Kuchenverkauf in der Uni finanziert. So haben beispielsweise Mühlen aus der Region die Studenten mit Dinkelkörnern unterstützt. Fachliche Expertise gab‘s im Stoffgeschäft „Tillabox“, dort durften sie unter Anleitung das erste Körnerkissen anfertigen und Schnittmuster vorbereiten.

Auf Spenden angewiesen

Um vernünftige Qualität bieten und auch weiterhin auf regionale Produkte zurückgreifen zu können, sind die engagierten jungen Leute jedoch weiterhin auf Spenden angewiesen. Sie benötigen neben dem Dinkelinhalt auch Material wie Stoffe und Garn. „Wir möchten schließlich eine gute Alternative zu den herkömmlichen Plastik-Wärmflaschen und Hitzepaketen bieten, die oftmals aus Chemikalien bestehen“, sagt Stoffers.

Und es müssen sich auch ausreichend Interessierte mit Nähfähigkeiten melden, sonst kann das Projekt nicht starten. Zwei Info-Abende sollen zum ersten Kennenlernen dienen (siehe Infobox). Später soll „KernKraft“ eigenständig laufen – ohne die Organisation der Studenten. „Wir sind schließlich irgendwann mit unserem Studium fertig.“

Helfer gesucht: Info-Treffen für Näherinnen und Näher

Am Mittwoch, 15. November, können sich Interessierte jeweils ab 15 Uhr über das Projekt informieren. Treffpunkt ist das Café Sandkrug, Am Sande 27. Kontakt: (0176) 92691010 oder kernkraft@lueneburg.enactus.de.