Donnerstag , 13. Dezember 2018
Aktuell
Home | Lokales | Amelinghausen | Winterhaus für den Igel
Die Jungen und Mädchen aus Betzendorf sind mit Eifer dabei, Überwinterungshilfen für Igel und andere Tiere aufzustellen.

Winterhaus für den Igel

Betzendorf. Lasse und seine Freunde wissen jetzt genau, wie man Igeln helfen kann, damit die Tiere gut durch den Winter kommen. Der Betzendorfer Grundschüler hat sich aktiv an der Naturschutzwoche für Kinder und Jugendliche beteiligt – und dabei eine Menge über die heimische Tier- und Pflanzenwelt gelernt. „Wir helfen Tieren in unserem Wald und an unseren Gewässern“, lautete das Motto, unter dem die beiden Umweltpädagoginnen Jutta Gößlinghoff und Susanne Jensen diverse Aktionen an der Grundschule Betzendorf anboten.

Die Veranstaltung in Betzendorf ist Teil einer landesweiten Aktion des „Vereins Natur-Netz Niedersachsen“. Von Baum,- Strauch- und Frühblüherpflanzungen über den Bau von Insektennisthilfen bis hin zu verschiedenen Umweltbildungsmaßnahmen wie Waldführungen erstreckt sich die breite Palette an Angeboten.

„Nur ein Igelhaus als Überwinterungshilfe reicht nicht!“, erklären Jutta Gößlinghoff und Susanne Jensen den kleinen Umweltfreunden. 25 sind an diesem Nachmittag in die Schule gekommen, um von dort aus gemeinsam in den nahen Wald zu marschieren mit dem Ziel, geeignete Winterquartiere für Tiere zu bauen. Das von den Eltern gezimmerte Igelhaus ist quasi nur der „Rohbau“ für das Winterquartier von Mecki und Co. Denn damit die Igel darin auch wirklich überwintern können und bei Bodenfrost und Minusgraden nicht erfrieren, muss die Überwinterungshilfe ordentlich mit Totholz und Blättern abgedeckt werden. „Der Haufen muss locker geschichtet sein, damit der Igel einen Zugang zum Grund des Haufens findet“, erklären die beiden Umweltpädagoginnen.

Die Kinder lernen auch, dass die Igelmännchen bereits im Oktober ihre Quartiere für den Winterschlaf aufsuchen. Die Weibchen folgen etwas später, da sie mit der kräftezehrenden Aufzucht der Jungen beschäftigt waren und sich nach dem letzten Wurf noch genügend Reserven für die Winterzeit anfressen müssen. „Die Jungtiere benötigen am längsten, um sich ein Fettpolster zuzulegen und suchen zuletzt einen Schlafplatz“, so die Umweltpädagoginnen.

Aber auch für Ringelnattern legen die Betzendorfer Kinder bei ihrem Waldspaziergang Eiablageplätze an. „Angst vor Ringelnattern muss niemand haben“, sagt Jutta Gößlinghoff. „Sie sind für Menschen ungefährlich.“ Früher galten ihr zufolge Ringelnattern in heimischen Gärten sogar als Glücksbringer.

Von Klaus Reschke

Einsatz für die Umwelt

Bingo-Stiftung unterstützt Projekte

Insgesamt beteiligen sich in diesem Jahr 76 Organisationen mit 97 Projekten an der Umweltschutzwoche. Neben der Grundschule Betzendorf hat sich zum Beispiel der Verein zur Förderung des Umweltbildungszentrums Schubz e.V. um die Renaturierung und Umgestaltung einer Teichanlage gekümmert. Die Schüler der Anne-Frank-Grundschule haben heimische Obstbäume und Sträucher gepflanzt und eine Kräuterspirale angelegt.

Das Archezentrum in Neuhaus hat Kiefern beseitigt, um Lebensraum für Wiedehopf, Brachpieper sowie verschiedenene Wespen- und Bienenarten zu schaffen.

Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung unterstützt die Aktionen und Projekte mit 165.000 Euro.