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Auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofes an der Lüner Rennbahn ist die neue Arena Lüneburger Land geplant. Doch das Einzige, was dort derzeit wächst, sind Wildpflanzen. Foto: lz/be

Arena Lüneburger Land: kommt da noch was?

Lüneburg. Nach einem Termin für den ersten Spatenstich zum Bau der geplanten „Arena Lüneburger Land“ möchte Lüneburgs Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer am liebs ten gar nicht mehr gefragt werden. „Wenn alles gut läuft, Frühjahr 2018“, sagt er schließlich im LZ-Gespräch. Dabei ist noch vieles in der Schwebe. Ursprünglich sollte der fertige Betreibervertrag schon im August dem Kreisausschuss vorgelegt werden.

„Wenn alles gut läuft, Frühjahr 2018“

Doch die Verhandlungen mit dem designierten Betreiber, dem Hamburger Konzertveranstalter FKP Scorpio, ziehen sich hin. Dabei laufen auch Abstimmungsgespräche zu gewünschten Planänderungen am Arenabau selbst, die der Kreis als Bauherr führt. Ein Planungsrisiko stellen indes die tatsächlichen Baukosten dar. Aber dafür muss man die Angebote der Baugewerke abwarten.

Die Ausschreibung für den Arenabetrieb hatte der Konzertveranstalter gewonnen, als der bis über beide Ohren in der Festivalsaison steckte. Damit erklärt Krumböhmer die zwischenzeitliche Gesprächpause. Vor einer Woche gab es das jüngste Treffen, der nächste Termin sei noch im November geplant. FKP Scorpio wollte sich auf LZ-Nachfrage nicht zum Stand der Verhandlungen äußern. Krumböhmer hingegen schon.

Einige „planerische Details“, so Krumböhmer, seien für den Arena-Bau im Gespräch, die von verschiedenen Tochterfirmen von FKP Scorpio ins Feld geführt werden. Beispielsweise soll die Hallendecke nicht nur über dem geplanten Spielfeld für die Volleyball-Bundesligisten der SVG Lüneburg erhöht ausgebaut werden, sondern nun auch über dem Bühnenbereich. Zudem solle die Traglast der Deckenkonstruktion für Technikinstallationen erhöht werden, und es werden leistungsfähigere Stromanschlüsse gewünscht. Auch das bisher geplante Raumprogramm werde abermals überarbeitet.

„Wenn (…) uns die Unternehmen die Preise um die Ohren hauen, müssen (…) wir fragen, ob wir das so wollen.“
Jürgen Krumböhmer, Erster Kreisrat

Vieles noch nicht ausdiskutiert

So war in dem Planentwurf, der dem Kreistag seinerzeit zur Entscheidung für den Arenabau vorgelegen hatte, auch noch keine Vollküche vorgesehen, die nun kommen soll. Für den geplanten Catering-Betrieb in der Halle soll auch der Lastenaufzug neu platziert und größer dimensioniert werden. Abstriche gebe es dafür beispielweise im Bereich der geplanten Büroräume, sagt Krumböhmer. Und die Umkleideräume für die Sportler sollen mit mobilem Mobiliar ausgestattet werden, damit der Platz bei Konzerten auch für den Backstage-Bereich genutzt werden könne. Den Planungsmehraufwand wollte Krumböhmer auf Nachfrage zum jetzigen Zeitpunkt nicht beziffern.

Ausdiskutiert sei laut Krumböhmer auch noch nicht, in welcher Form die Volleyballer den von der Politik gewünschten Sporthallenboden bekommen. „Es gibt eine klare politische Entscheidung für den Sportboden, das kann ich nicht einfach über Bord werfen. Trotzdem muss ich noch eine Stellungnahme abwarten und gucken, was meine Berater mir sagen.“ Mitentscheidend seien bei der Planung nicht nur die Investitionskosten, sondern auch die langfristigen Betriebskosten für die Nutzung.

Das Investitionsvolumen beziffert Krumböhmer weiter auf zehn bis elf Millionen Euro netto. Der Finanzvertrag zwischen dem Kreis und der Stadt Lüneburg liege jetzt unterschrieben vor. Danach beteilige sich die Stadt mit einer Einmalzahlung von maximal 1,4 Millionen Euro sowie über 20 Jahre 150 000 Euro jährlich – maximal 40 Prozent an den Kosten.

Kostenrisiko liegt beim Landkreis

Krumböhmer: „Weil der Beitrag der Stadt gedeckelt ist, liegt das Kostenrisiko beim Landkreis.“ Dabei könne allein nur noch ein eventueller Baukostenanstieg „ein relevantes Risiko“ für das Projekt darstellen. „Wenn wir gegen Jahresende die Bauleistungen ausschreiben und uns die Unternehmen die Preise um die Ohren hauen, müssen wir noch mal vor die Politik treten und fragen, ob wir das so wollen.“

Nach der europaweiten Ausschreibung der Architektenleistung hat nun das Architekturbüro ErnstQuadrat aus Stuttgart die Verantwortung übernommen und wird die Ausführungsplanung übernehmen. Derzeit liefe die Abstimmung zur Übergabe mit dem Architekturbüro Buddelmeyer aus Vechta, das im Auftrag des vorherigen Projektentwicklers Sallier die Planung begonnen hatte.

Zusätzlich zum Betreibervertrag zwischen Landkreis und FKP Scorpio muss auch die SVG Lüneburg mit dem designierten Hallenbetreiber eine bilaterale Vereinbarung treffen. Darin sollen neben dem Spiel- und Trainingsbetrieb der Volleyballer auch weitere Fragen geklärt werden wie Catering, Ordnungsdienst, Werbekunden und Ticketverkauf. SVG-Chef Andreas Bahlburg sagt auf LZ-Nachfrage: „Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass der Spaten für den ersten Spatenstich bald aus dem Schrank geholt werden kann.“ Über den Aufbau eines Beachvolleyball-Teams, das im Falle eines Scheiterns des Projekts ohne Halle auskäme, wolle er sich keine Gedanken machen.

Von Dennis Thomas