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Pero Schmidt, örtlicher Betriebsleiter der Bleckeder Kleinbahn, steht in dem Bereich, wo Schienen und Schwellen ausgetauscht werden. Das neue Material liegt auf beiden Seiten des Gleisbetts schon bereit. Foto: lz/phs

100.000 Euro für Schienen und Schellen

Neetze. Einsam ist es in dem Waldstück zwischen Neetze und Bleckede. Nur vereinzelt sind dort Spaziergänger oder Hundebesitzer unterwegs. In diesen Tagen ist do rt, im Bereich der Bahnstrecke Lüneburg – Bleckede, deutlich mehr los. Mit einem „Zwei-Wege-Bagger“ mit Transportanhänger wurde schon tonnenweise Material an die Strecke geschafft, Arbeiter einer Gleisbaufirma bewegen mit einem Schienenkran Bahnschwellen und Schienen, die sie millimetergenau verlegen.

Auf einer Strecke von 300 Metern werden Schienen und Schwellen im Zuge der Bahnstrecke Lüneburg – Bleckede ausgetauscht, der komplette Oberbau aus Kies und Schotter wird erneuert. Die neuen Schienen, jede von ihnen 15 Meter lang und 750 Kilogramm schwer, und insgesamt rund 500 Betonschwellen mit jeweils 220 Kilogramm Gewicht liegen schon bereit, warten darauf, eingebaut zu werden.

Die Bahnschienen stammen von 1932, die hölzernen Schwellen aus den 1970er-Jahren. Alle haben ihren Dienst getan, sind noch verkehrssicher, werden nun aber ausgewechselt. Seit Beginn dieser Woche ist eine Gleisbaufirma aus Wittorf auf der Strecke zwischen Neetze und Bleckede bei der Arbeit. 100 000 Euro kostet die Sanierung des 300 Meter langen Teilstücks. „50 Prozent der Kosten fließen aus Bundesmitteln, 40 Prozent aus Landesmitteln“, berichtet Pero Schmidt, örtlicher Betriebsleiter der Bleckeder Kleinbahn, 100-prozentige Tochter der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsfreunde Lüneburg (AVL). Die restlichen zehn Prozent bringt die Bleckeder Kleinbahn auf.

Für das kommende Jahr plant die Bleckeder Kleinbahn dann, direkt anschließend an den ersten Bauabschnitt, ein weiteres Stück auf einer Länge von 500 Metern zu sanieren. Auch dafür sollen insgesamt 90 Prozent Fördergelder fließen.

Sollte es irgendwann zu einem Linienverkehr zwischen Lüneburg und Bleckede kommen (LZ berichtete), müssten dafür noch weitere drei Kilometer saniert werden. Die restlichen der insgesamt 25 Kilometer langen Strecke zwischen Lüneburg und Bleckede seien so gut in Schuss, dass sie auch jetzt schon für einen regelmäßigen Personenverkehr geeignet sind, sagt Schmidt.
Vorarbeiten laufen auch schon für die Umgestaltung verschiedener Bahnübergänge. Vier ungesicherte, an denen die Ausflugszüge zurzeit noch durch akustische Signale auf sich aufmerksam machen, sollen mit optischen Signalanlagen ausgestattet werden: zwei in Erbstorf, je einer in Bleckede und Boltersen.

„Ob der Linienverkehr zwischen Lüneburg und Bleckede kommt oder nicht, die vier Bahnübergänge werden auf jeden Fall mit Signalanlagen ausgestattet. Wir sind auf die Sicherheit der Fahrgäste bedacht“, so Schmidt.

Am 21. November sollen die Arbeiten am Gleis beendet sein – rechtzeitig für die vorweihnachtlichen Fahrten des Heide-Express. Die erste findet am Sonnabend, 2. Dezember, statt, führt von Bleckede nach Lüneburg, wo Gelegenheit zum Besuch des Weihnachtsmarktes besteht, und zurück.

Von Ingo Petersen

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