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Silvesterraketen sind für die historischen Gebäude wie hier am Sand eine besondere Gefahr. Foto: lz/a/t&w

Böllerverbot in Lüneburg: Stadt beschließt Aus für Pyrotechnik

Lüneburg. Deutlich ruhiger als bisher dürfte der bevorstehende Jahreswechsel in Lüneburg ausfallen. Einstimmig wurde im jüngsten Ausschuss für Feuerwehr und Gefahrenabwehr ein Vorschlag der Verwaltung angenommen, wonach das Zünden von Feuerwerkskörpern in der Lüneburger Altstadt und am Kalkberg künftig verboten ist.

Konzepterarbeitung mit Polizei entwickelt 

„Als Verwaltung hätten wir das Verbot gern schon vor Jahren auf den Weg gebracht“, sagte Stadtrat Markus Moßmann in der Sitzung, „die Schwierigkeit bestand aber darin, es auch zu überwachen.“ In Abstimmung mit der Polizei habe man aber ein Konzept erarbeitet, das den Einsatz von Polizeikräften, Mitarbeitern des Ordnungsamts und Mitarbeitern eines privaten Sicherheitsdienstes vorsieht.

Betroffen von dem Böllerverbot ist ein Areal, das sich von der Schießgrabenstraße bis zum Kalkberg und vom Liebesgrund bis zum Clamartpark erstreckt. Ziel ist es, die historisch wertvollen Gebäude der Innenstadt als auch das innerstädtische Naturschutzgebiet Kalkberg mit den dort vorkommenden Pflanzen und Tierarten zu schützen. Die Stadt hat damit einen entsprechenden Auftrag des Feuerwehrausschusses vom vergangenen Januar umgesetzt, der wiederum auf die Kritik vieler Lüneburger an den von Jahr zu Jahr zunehmenden Silvester-Exzessen reagiert hatte.

Gefahren für die Altstadt

Welchen Gefahren die Lüneburger Altstadt alljährlich zu Silvester ausgesetzt wird, machte der Leiter des Ordnungsamts, Joachim Bodendieck, in der Sitzung deutlich. So sei im vergangenen Jahr eine Feuerwerksrakete durch eine Dachluke des Gerichtsgebäudes am Markt eingedrungen, „zum Glück ist aber nichts passiert“, sagte Bodendieck. Nicht nur die einzelnen Häuser seien durch ihre Bauart stark brandgefährdet, durch die dichte Bebauung könne sich ein Feuer auch sehr schnell auf weitere Gebäude ausbreiten.

Das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände ist nun von Beginn des Silvestertages bis zum Ende des Neujahrstages verboten. Während die Polizei verstärkt im Bereich der Lüneburger Altstadt kontrollieren wird, soll der Kalkberg vornehmlich von einem privaten Sicherheitsdienst kontrolliert werden. Hierzu werde für diese Zeit auch ein kleines Wachhaus auf dem Kalkberg platziert, an dessen Fuß zudem ein Mobil-WC stehen wird, „um den Sozialvorgaben gerecht zu werden“, wie Moßmann ausführte. Für den Einsatz des Sicherheitsdienstes hat die Stadt Kosten von rund 2000 Euro veranschlagt.

Polizei führt verstärkt Kontrollen durch

Ausschussmitglied Andreas Neuber (SPD) begrüßte den Entwurf, bat aber auch darum, „anschließend zu erfahren, was es gebracht hat.“ Einen „Meilenstein“ nannte Ralf Gros (Grüne) die Regelung, Birte Schellmann (FDP) sagte: „Das entspricht ganz unseren Vorstellungen.“

Auch Rainer Petroll (Linke) zeigte sich erfreut, er wollte aber auch wissen, ob der Sicherheitsdienst ausreichende Befugnisse für ein Einschreiten habe. „Sollte dies erforderlich sein, werden unsere Ordnungsamtskräfte in der Nähe sein“, versicherte Ordnungsamtsleiter Bodendieck. Er gehe auch davon aus, dass auch die noch nicht eingegangene Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde positiv ausfallen werde.

Allgemeinverfügung: Fakten zum Böllerverbot

Geltungsbereich: In der Lüneburger Altstadt und im Naturschutzgebiet rund um den Kalkberg

Geltungszeitraum: Vom 31.12.2017 bis zum 01.01.2018 sowie Folgejahre

Umsetzung: Die sofortige Vollziehung dieser Verfügung wird im öffentlichen Interesse angeordnet

Ahndung: Verstöße gegen die Verfügung können als Ordnungswidrigkeit mit Geldbußen bis 50 000 Euro geahndet werden

3 Kommentare

  1. Verbote, Verbote, Verbote. Man ist schnell im erteilen von Verboten, wenn es einen selbst nicht betrifft. Die Leute für das Verbot eigentlich gedacht ist, werden sich nicht daranhalten und mit der Polizei Katz und Maus spielen. Arme Polizei.

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