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Der DGB fordert Unternehmen auf, mehr Ausbildungsplätze zu schaffen. Und er will eine gesetzlich verankerte Ausbildungsgarantie. Foto: a/lz/be

159 Jugendliche im Kreis suchen eine Lehrstelle

Lüneburg. Trotz guter konjunktureller Lage gibt es im Landkreis Lüneburg immer noch zu wenige betriebliche Ausbildungsplätze. Dies zeigen die nun von der Bundes agentur für Arbeit (BA) veröffentlichten Zahlen für das Ausbildungsjahr 2017. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert die Unternehmen deshalb auf, mehr betriebliche Ausbildungsplätze zu schaffen sowie Hauptschülern und Menschen mit Migrantionshintergrund bessere Chancen einzuräumen. Von der kommenden Landesregierung erwartet der DGB, dass sie eine Ausbildungsgarantie gesetzlich verankert.

Fast fünf Bewerber auf einen unbesetzten Ausbildungsplatz

Laut offizieller Statistik haben zum Stichtag 30. September 14 junge Menschen weder eine Lehrstelle noch eine Überbrückungsmaßnahme erhalten. Weitere 145 haben keinen Ausbildungsplatz gefunden und mussten auf andere Alternativen ausweichen. In der Summe sind 159 Suchende ohne Ausbildungsplatz, aber es gibt nur 34 gemeldete offene Plätze. Auf eine unbesetzte Stelle kommen rund 4,7 Bewerberinnen und Bewerber. DGB-Regionsgeschäftsführer Matthias Richter-Steinke stellt fest: „Das Angebot der Unternehmen an betrieblichen Ausbildungsplätzen ist nicht ausreichend.

Vor allem Menschen mit Hauptschulabschluss oder Migrationshintergrund haben schlechte Chancen, eine Lehrstelle zu finden. Unternehmen müssen stärker in die Ausbildung junger Menschen investieren. Fachkräfte fallen nicht vom Himmel. Auch diejenigen, die auf den ersten Blick schlechtere Voraussetzungen mitbringen, brauchen eine gute Berufsausbildung.“ Von der kommenden Landesregierung erwartet er, dass sie allen jungen Menschen eine Ausbildung verbindlich garantiert: „Wir müssen weg von Warteschleifen, die keinen anerkannten Abschluss bringen, hin zu qualifizierter Ausbildung. Eine gute Ausbildung ist zentral für einen erfolgreichen Start in das Berufsleben. Keiner darf verloren gehen.“

Kern einer funktionierenden Ausbildungsgarantie ist eine Umlage der Ausbildungskosten auf Branchenebene. Zu den weiteren Bausteinen gehören eine grundlegende Berufsorientierung in allen Schulformen, gebündelte Beratungsangebote für Jugendliche in regionalen Jugendberufsagenturen, ein besseres Einstiegssystem berufsbildender Schulen sowie öffentlich geförderte Ausbildungsplätze für Jugendliche, denen der Einstieg in eine reguläre Ausbildung trotz aller Bemühungen nicht gelingt. Die bisherige Landesregierung plant, zum Ausbildungsstart 2018 in Regionen mit besonders angespanntem Ausbildungsmarkt Modelle der öffentlich geförderten Ausbildung auf Basis eines regulären Ausbildungsvertrages mit abschließender Kammerprüfung einzuführen. Dieser Ansatz müsse nun stringent umgesetzt und ausgebaut werden, so Richter-Steinke. lz

One comment

  1. Wir suchen, allerdings für den Standort bei Bergedorf…Ausbildung zum oder „Elektroniker für Geräte und Systeme“…

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