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Die Planungen für die A 39 schreiten voran. Bis März nächsten Jahres will die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr den Antrag auf Einleitung des Planfeststellungsverfahrens für den 2. Bauabschnitt zwischen Lüneburg und Bad Bevensen stellen. Foto: A/lz/be

Pläne für zweiten A- 39-Abschnitt

Barendorf/Lüneburg. Die Haltung von Ostheides Samtgemeindebürgermeister Norbert Meyer (SPD) zum Bau der geplanten Autobahn 39 ist eindeutig: „Wir bleiben dabei“ , sagt der Rathauschef – „wir sind alles andere als glücklich über das Autobahn-Projekt.“ Nichtsdestotrotz müssen sich Meyer und seine Ratskollegen jetzt wohl wieder intensiver mit dem Weiterbau der A 39 befassen: „Die Planungen für den 2. Abschnitt der A 39 zwischen dem Osten Lüneburgs und Bad Bevensen schreiten voran“, heißt es nämlich in einer Pressemitteilung der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.

Planungen schreiten voran

Ziel der Straßenbauer ist es, im ersten Quartal kommenden Jahres den Antrag auf Einleitung des Planfeststellungverfahrens zu stellen. Was das für die betroffenen Bürger bedeutet, da­rüber will die Behörde auf drei Veranstaltungen – sogenannten Infomärkten – berichten. Der erste dieser drei Infomärkte findet am Dienstag, 21. November, von 16 bis 20 Uhr in der Grundschule in Barendorf statt. Die nächsten Veranstaltungen sind dann in Bad Bevensen (23. November, Kurhaus) und in Bienenbüttel, (27. November, Mühlenbachzentrum im Rathaus der Gemeinde). Ebenfalls von 16 bis 20 Uhr.

„Mir geht es jetzt darum, die Belastungen für die Ostheider Bürger so gering wie möglich zu halten.“
Norbert Meyer, Bürgermeister Ostheide

Infoveranstaltungen für mehr Transparenz

Die Infomärkte sind als offene Veranstaltungen geplant, die den direkt Betroffenen die Möglichkeit geben sollen, sich an Infoständen aus erster Hand zu informieren. Sei es zum Gesamtprojekt der A 39, zum Immissionsschutz oder zum Grunderwerb und Landwirtschaft im Bauabschnitt. An jedem Stand werden Experten aus der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zu individuellen Fragen Rede und Antwort stehen.

Von dieser Form der Bürgerinformation versprechen sich die Planer im Vergleich zu herkömmlichen Info-Veranstaltungen eine deutlich höhere Transparenz. Es wird auch keinen offiziellen Beginn für die drei Infomarkt-Veranstaltungen geben. „Interessierte können zwischen 16 und 20 Uhr jederzeit vorbeikommen“, heißt es.

Zu denen, die diesen Termin auf alle Fälle wahrnehmen werden, zählt Norbert Meyer. Im Gespräch mit der LZ erinnert der Samtgemeindebürgermeister noch einmal an die bereits 2009 verabschiedete Resolution des Samtgemeinderates, nach der sich die Kommunalpolitik gegen den Bau der A 39 auf Samtgemeindegebiet ausgesprochen hatte. „Ein Problempunkt wird für uns zum Beispiel der geplante Bau der Park- und Rastanlage in Höhe der Kreisstraße 40/Elbe-Seitenkanal sein“, sagt Meyer. Beidseitig der Trasse soll der unbewirtschaftete Rastplatz, eine sogenannte Park- und WC- (PWC)-Anlage, realisiert werden.

Bau einer Park- und Rastanlage

Dort könnten dann bis zu 100 Lkw und 40 Autos parken. „Mir geht es jetzt darum, die Belastungen für die Ostheider Bürger so gering wie möglich zu halten“, sagt der Rathauschef und fügt hinzu: „Und um den bestmöglichen Lärmschutz!“ Dass die Trasse der A 39 rund 400 Meter dichter an Barendorf vorbei geführt werden soll, als ursprünglich geplant, stößt den Ostheidern ohnehin sauer auf. Der Grund: Schon vor Jahren hatte Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD) auf eine veränderte Linienführung der A 39 im Bereich des Lüneburger Hafens gedrängt (LZ berichtete).

Aber auch schon beim Planfeststellungsverfahren zum ersten Bauabschnitt ab Lüneburg Nord (seit 2012) konnte Mädge gemeinsam mit Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) Änderungen durchsetzen: Jetzt soll zwischen Kloster Lüne und Moorfeld die künftige A 39 zum Schutz der Anwohner einen Deckel erhalten.

Teilerfolg für die Bienenbüttler

Auch die Bienenbütteler können zumindest einen Teilerfolg verbuchen. Sie konnten sich erfolgreich gegen den geplanten Bau einer großen Tank- und Rastanlage zwischen Hohnstorf und Solchstorf (Kreis Uelzen) zur Wehr setzen. Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr plante um, verschob die Anlage Richtung Uelzen. Bei Hohnstorf ist jetzt lediglich ein Parkplatz mit WC vorgesehen.

Politik und Planer hoffen, mit der Fertigstellung des Lückenschlusses der A 39 zwischen Hamburg und Wolfsburg die Gemeinden entlang der Bundsstraße 4 vom zunehmenden Schwerlastverkehr entlasten zu können. Aber: „Nach Inbetriebnahme der gesamten A 39 wird die B 4 ab Häcklinger Kreuz Richtung Süden zur Landesstraße abgestuft. Nur ein Teilstück im Zuge der Ortsumfahrung Uelzen verbleibt als Bundesstraße“, berichtet Annette Padberg, stellvertretende Straßenbau-Behördenleiterin und A 39-Projektleiterin. Jetzt haben Anwohner Sorge, das sich dann die Lkw-Fahrer trotzdem weiter durch ihre Ortschaften quälen werden. Denn im Gegensatz zu Autobahnen und Bundesstraßen sind Landesstraßen nicht mautpflichtig.

Von Klaus Reschke

3 Kommentare

  1. Mitbestimmung, Bürger- und Umweltinteressen in allen Ehren – aber dass es in Deutschland 20 bis 30 Jahre dauert, um eine Autobahn zu bauen, ist ein Unding. Da hängen uns Länder mit strafferen Strukturen einfach ab (und ich rede nicht einmal von autoritären Regimes wie China, die so etwas in einem Jahr durchziehen). Ich bin jetzt Ende 30 – und frage mich, ob ich die A39 je noch befahren werde. Traurig.

  2. Wir brauchen jetzt dringend straffe Strukturen wie in China und den 8-spurigen Ausbau der A39, sowie fächendeckende Rast- und Tankanlagen, da bin ich grundsätzlich mit Stefan, Herrn Zeinert, Herrn Dobrindt und unsrem Landesvater, Herrn Weil einig. Auch Herr Rechke greift in seinem Artikel das Wording der IHK ja völlig zurecht auf, und spricht in seinem Artikel (ohne Ironie oder Gänsefüsschen) vom Lückenschluss (s.o., letzter Absatz, 1. Zeile). Das ist richtig, liebe LZ, denn Lücken können wir uns nicht leisten. Was zählt, ist der flächendeckende Aubau unserer Infrastruktur. Ich kann nicht verstehen, was das mit dem Klimagipfel in Bonn zu tun haben soll. Selbst wenn wir es in 100 Jahren vielleicht geschafft haben, alle anderen Arten auszurotten, inklusive Singvögel; die Hauptsache ist doch, dass wir zügig von A nach B kommen und endlich nicht mehr im Stau stehen. Ich bin mit Ihnen und Herrn Mägde zuversichtlich, dass uns die A39 zwischen Lüneburg, Bad Bevensen und Wolfsburg viele lukrative Arbeitsplätze beschert und dass konjunkturell auch Barendorf profitieren wird, gerade in puncto Schallschutz und medizinische Versorgung ergeben sich ja viele ganz neue Perspektiven. Dass neben der geplanten Trasse der fast ungenutzter Elbe-Seitenkanal liegt, der ursprünglich mal für den Güterverkehr gedacht war, ist wunderbar. Da können wir , wenn der Lückenschluss steht, Speedboatrennen veranstalten, das ist eine zeitgemäße Form der Freizeitgestaltung und spricht auch junge Menschen an. Es ist meines Erachtens höchste Zeit, Lüneburg endlich als autogerechte Stadt zu positionieren, damit die Nutzer der ausgebauten A39 auch den Weg zu uns finden und der lokale Einzelhandel gestärkt wird: mit einer großen, A39-kompatiblen Pkw-Tiefgarage unter dem Marktplatz! Das würde sich auch wirtschaftlich rechnen, dank Parktaumbewirtschaftung. Pläne dafür gab es ja schon mal, auch für den eigentlich immer noch alternativlosen Abriss der Lüneburger Altstadt. Lüneburg und sein Umland sind schließlich kein Museum. Wir brauchen jetzt zukunftsweisende Konzepte, dazu gehört der Ausbau der A39. Jede 4. Neuzulassung ist heutzutage schließlich ein SUV. Und dazu, dass man den Fahrspaß in so einem innovativen Gefährt genießen kann, dazu trägt die A39 auch noch bei! Prima, dass die SPD in Niedersachsen die Zeichen der Zeit erkannt hat.

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